Baidu rückte diese Woche mit einer kompletten Werkzeugkiste an. Und sein neuestes Modell, ERNIE 5.0, stahl allen die Schau.
Auf seiner Veranstaltung Baidu World 2025 stellte das Unternehmen ERNIE 5.0 vor, ein neues multimodales Modell, das gleichzeitig Text, Bilder, Audio und Video verstehen und erzeugen kann. Das Unternehmen bezeichnet es als ein „nativ omnitalentiertes“ System, das von Grund auf dafür entwickelt wurde, verschiedene Medienformen gemeinsam zu verarbeiten.
Der Ankündigung zufolge soll ERNIE 5.0 bessere Schlussfolgerungen, eine verbesserte Tool-Nutzung, vielfältigere kreative Ergebnisse und eine zuverlässigere Verarbeitung von Fakten liefern. Eine Vorschau ist jetzt über ERNIE Bot für die Öffentlichkeit und über Baidus Cloud-Plattform Qianfan für Unternehmenskunden verfügbar.
Baidu-Mitgründer und CEO Robin Li nutzte die Veranstaltung, um dafür zu plädieren, KI direkt in den Arbeitsalltag zu integrieren.
„Wenn man KI verinnerlicht, wird sie zu einer natürlichen Fähigkeit und verwandelt Intelligenz von einem Kostenfaktor in eine Produktivitätsquelle“, sagte er in bei der Veranstaltung verbreiteten Äußerungen. Er fügte hinzu: „Wir sollten uns darauf konzentrieren, KI in jede Aufgabe zu integrieren, die wir erledigen, damit sie zu einer natürlichen Antriebskraft für das Wachstum von Unternehmen und Einzelpersonen wird.“
Ein Modell, das mit der globalen Konkurrenz mithalten soll
Baidu positionierte ERNIE 5.0 als seine Antwort auf den verschärften Wettbewerb durch Akteure wie OpenAI und Google sowie einheimische Konkurrenten wie DeepSeek, Alibaba und ByteDance.
Bloomberg berichtete dass Baidu Benchmark-Ergebnisse präsentierte, in denen ERNIE 5.0 gegen Googles Gemini, OpenAIs GPT-5, und DeepSeek bei Sprach-, Audio- und visuellen Aufgaben antrat. Auch wenn es nicht immer den Spitzenplatz belegte, wollte Baidu zeigen, dass es wettbewerbsfähig bleibt.
Apollos-Go-Dominanz, neue Chips und KI-gestützte Suche
Baidu gab außerdem ein Update zu seinen Fortschritten beim autonomen Fahren. Sein Fahrdienst Apollo Go hat weltweit mehr als 17 Millionen Fahrten absolviert und sich damit als größter Dienst seiner Art weltweit etabliert.
Die vollständig fahrerlose Flotte absolviert inzwischen mehr als 250.000 Fahrten pro Woche und hat im vollständig fahrerlosen Modus mehr als 140 Millionen Kilometer zurückgelegt. Li merkte an dass die weiter sinkenden Kosten für Robotaxis deren größere Erschwinglichkeit deutlich steigern und so die Nachfrage ankurbeln werden, wodurch sich der Stadtverkehr und soziale Ökosysteme verändern.
Um seine ehrgeizigen KI-Ziele zu unterstützen, baut Baidu auch das Fundament darunter. Das Unternehmen kündigte zwei neue maßgeschneiderte KI-Chips an: den Kunlunxin M100 und den M300, die 2026 beziehungsweise 2027 auf den Markt kommen sollen. Diese Entwicklung ist für chinesische Unternehmen strategisch bedeutsam, da sie ihnen eine leistungsfähige und kostengünstige, im Inland kontrollierte Rechenleistungsquelle bietet – ein entscheidender Vorteil angesichts der derzeitigen US-Beschränkungen für den Export fortschrittlicher KI-Chips.
Auch Baidus klassische Suchmaschine erhält eine KI-Frischzellenkur. Das Unternehmen erklärte, dass inzwischen rund 70 % der wichtigsten Suchergebnisse in Rich-Media-Formaten wie Bildern und Videos präsentiert werden.
„Wir haben KI eingesetzt, um die Suchergebnisseite neu zu konstruieren – nicht indem wir einfach KI-Zusammenfassungen eingefügt haben, sondern indem wir die Suche von einer text- und linkbasierten Anwendung in eine auf Rich Media ausgerichtete KI-Anwendung verwandelt haben“, sagte Li.
Eine breitere Palette von KI-Produkten
Baidu brachte außerdem verbesserte und neue KI-Tools:
- Ein digitales Echtzeit-Mensch-System der nächsten Generation.
- Miaoda 2.0, ein No-Code-App-Builder.
- GenFlow 3.0, jetzt mit mehr als 20 Millionen Nutzern.
- Ein neuer globaler KI-Arbeitsbereich namens Oreate hat laut dem Unternehmen „in Märkten weltweit mehr als 1,2 Millionen Nutzer gewonnen“.
- Und Famou – laut Beschreibung der erste kommerziell verfügbare, sich selbst weiterentwickelnde Agent.
Baidu zufolge ist seine Technologie für digitale Menschen bereits in Brasilien im Einsatz; eine Ausweitung auf Regionen wie die USA und Südostasien ist geplant. Während des diesjährigen Double-11-Festivals nutzten laut Baidu 83 % der Livestreamer seine Technologie für digitale Menschen. Dadurch stiegen sowohl das Livestream-Volumen (119 %) als auch das GMV (Bruttowarenwert) (91 %) im Jahresvergleich deutlich.
Du möchtest sehen, wie sich Baidus Konkurrenten weiterentwickeln? Dann verpasse nicht unsere Analyse des neuesten Updates für Googles Gemini Live Mode.

