Baidu steigt tiefer in Chinas KI-Hardwarewettlauf ein und macht seine Kunlunxin-Produktlinie zu einer einheimischen Antwort auf Nvidias eingeschränkt verfügbare GPUs. Der Vorstoß des Suchmaschinenriesen in die Chipentwicklung wird zunehmend zum Kernstück von Pekings umfassenderen Bemühungen um inländische Rechenleistung.
Analysten zufolge steht Baidus Chipsparte vor einer raschen Expansion, da chinesische Technologieunternehmen mit einer sich verknappenden Versorgung und einer steigenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur konfrontiert sind, berichtete CNBC.
Die Nvidia-Lücke schließen
Baidus Kunlunxin-Sparte arbeitet zügig daran, die ungedeckte Nachfrage zu bedienen. Ihre Prozessoren kommen inzwischen in Teilen von Baidus eigenen Rechenzentren zum Einsatz. Sie werden an Telekommunikationspartner geliefert, darunter Anbieter für China Mobile – ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen zu einer bevorzugten inländischen Quelle für KI-Rechenleistung wird.
Prognosen zufolge könnte Kunlunxins Umsatz bis 2026 8 Milliarden Yuan (rund 1,1 Milliarden US-Dollar) erreichen, wobei Macquarie die Sparte mit knapp 28 Milliarden US-Dollar bewertet – ein Beleg dafür, wie sich Chinas KI-Engpass rasch in einen Vorteil für Baidu verwandelt.
Vom Prototyp zur Produktion
Baidu setzt seine Chipambitionen nun in einsatzbereite Hardware um. Die Kunlunxin-Sparte des Unternehmens hat eine neue Generation von KI-Prozessoren entwickelt, die für die höchsten Rechenlasten hinter großen Sprachmodellen, Cloud-Plattformen und Telekommunikationsnetzen ausgelegt ist.
Das Unternehmen nutzt eine Mischung aus eigenen Chips und verbliebenen Nvidia-Einheiten, um sein Flaggschiff-KI-Modell ERNIE zu betreiben, und verkauft Kunlun-Prozessoren zugleich an externe Kunden, die Rechenzentren aufbauen.
Analysten der Deutschen Bank führen Kunlunxin als einen der führenden chinesischen Hersteller leistungsstarker Chips auf und weisen darauf hin, dass sich Baidus Designs für KI-Arbeitslasten im großen Maßstab als praxistauglich erweisen.
Während Huawei, Alibaba, und Tencent ihre Chips weiterentwickeln, hat Baidu bereits Hardware im Einsatz – ein seltener Meilenstein in Chinas noch im Aufbau befindlicher KI-Lieferkette.
Baidu baut das Rückgrat von Chinas KI-Stack
Baidus Chip- und Softwareaktivitäten sind inzwischen eng miteinander verknüpft und bilden die Grundlage eines vollständigen KI-Ökosystems, das von der Hardware bis zu Anwendungen reicht. Die von Baidus Kunlunxin-Sparte entwickelten Kunlun-Prozessoren treiben dasERNIE 5.0-Modell an, das Produkte von Baidu Cloud bis zu den autonomen Fahrsystemen von Apollo unterstützt.
Diese Integration ermöglicht es Baidu, große Modelle auf der eigenen Infrastruktur zu trainieren, bereitzustellen und zu skalieren. Jede neue Generation von Kunlun-Chips versorgt Baidus Cloud- und KI-Dienste mit Rechenleistung und stärkt damit Chinas Fähigkeit, die KI-Entwicklung voranzutreiben.
Die Strategie des Unternehmens setzt auf Kontinuität und Kontrolle, damit Chinas KI-Dynamik nicht vom Zugang zu ausländischer Technologie bestimmt wird.
Das Ziel rückt weiter in die Ferne
Baidus Aufstieg im Chipdesign zeigt mehr als nur die Fortschritte eines einzelnen Unternehmens; er markiert einen Wendepunkt darin, wie China im Bereich fortschrittlicher Rechenleistung konkurriert. Jeder Leistungszuwachs trägt dazu bei, den Abstand zu den globalen Spitzenreitern zu verringern, und verschafft chinesischen Entwicklern die nötige Hardware, um größere und schnellere Modelle im eigenen Land zu trainieren.
Was als Umgehung von Lieferbeschränkungen begann, entwickelt sich zu einer Wachstumsgrundlage. Wenn Kunlunxin mit seiner Roadmap Schritt halten kann, könnte die Sparte China dabei helfen, sich die Rechenleistung zu sichern, die darüber entscheidet, wer die nächste Phase des KI-Wettlaufs dominiert.
Chinas Aufsichtsbehörden warnen vor einer Flut von nahezu identischen humanoiden Robotern, die den Markt überfluten.

