Ein humanoider Roboter, eingepackt wie ein Winterwanderer, ist gerade in die Rekordbücher gelaufen.
Das chinesische Robotikunternehmen Unitree Robotics hat nach eigenen Angaben den weltweit ersten bestätigten Fall vorgestellt, in dem ein humanoider Roboter bei extremer Kälte dauerhaft autonom lief. Der G1 humanoid robot absolvierte während eines Tests in der Region Altay im nordwestchinesischen Xinjiang mehr als 130.000 Schritte bei Temperaturen von bis zu minus 47,4 °C (minus 53 °F).
Unitree teilte den Erfolg in einem Beitrag auf X, den das Unternehmen als „Autonomous Walking Challenge in −47,4 °C Extreme Cold“ bezeichnete. Der Test wurde auf Schneefeldern in Altay durchgeführt, einer Gegend, die häufig als Geburtsort des Skilaufs bezeichnet wird. Nach Angaben des Unternehmens war der Roboter bei den Koordinaten 89,75° E, 47,21° N unterwegs und hinterließ eine lange Spur von Fußabdrücken im Schnee.
So wurde der Test durchgeführt
Die Demonstration fand in offenem, verschneitem Gelände statt und nicht in einer kontrollierten Innenumgebung. Unitree zufolge hielt der G1 auf unebenem Schnee das Gleichgewicht und blieb kontinuierlich in Bewegung, während er längere Zeit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt war.
Um die harten Bedingungen zu überstehen, wurde der Roboter nicht in einer standardmäßigen Werkskonfiguration belassen. Ein vom Unternehmen veröffentlichtes Video zeigt den G1 mit einer orangefarbenen isolierenden Steppjacke sowie Kunststoffschutz an Beinen und Füßen.
Diese Ergänzungen sollten die thermische Belastung empfindlicher Komponenten wie Gelenke, Aktuatoren und Akkus verringern. Während des Einsatzes zeichnete der Roboter ein großes Sendelogo der China Media Group (CMG) für die Olympischen Winterspiele in den Schnee und bedeckte dabei eine Fläche von etwa 186 Metern mal 100 Metern.
Warum Unitree den G1 eingesetzt hat
Der G1 ist nicht der neueste Roboter im Unitree-Portfolio, doch er scheint ein zuverlässiges Arbeitstier zu sein. Nach von CNEVPost zitierten Zahlen.
hat das Unternehmen 2025 mehr als 5.500 humanoide Roboter ausgeliefert, wobei der G1 als seine am besten erprobte Plattform gilt. Der G1 ist etwa 127 Zentimeter (4,2 Fuß) groß, wiegt ungefähr 35 Kilogramm (77 Pfund) und wird von einem herausnehmbaren 9.000-mAh-Akku betrieben. Er nutzt eine Kombination aus Sensoren, darunter LiDAR und Tiefenkameras, und läuft auf Unitrees proprietärer Robotik-Softwareplattform UnifoLM.
Marketingaktion oder technischer Meilenstein?
Die Demonstration findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich Robotikunternehmen zunehmend auf die Umweltbeständigkeit ihrer Systeme konzentrieren. Die meisten humanoiden Roboter sind heute für Innenlabore oder den Einsatz im Freien bei milden Bedingungen ausgelegt. Im Gegensatz dazu sind Wettbewerber wie Deep Robotics laut Branchenvergleichen öffentlich nur für Temperaturen bis −20 °C spezifiziert.
Während die visuelle Wirkung des verschneiten Logos und des langen Fußmarschs Aufmerksamkeit erregt hat, stellen einige Beobachter infrage, wie weit die Autonomie tatsächlich reicht – insbesondere angesichts der Präzision, die erforderlich ist, um ein erkennbares Emblem in den Schnee zu zeichnen. Dennoch wird die Fähigkeit, einen zweibeinigen Roboter über einen derart langen Zeitraum bei extremer Kälte aufrecht und funktionsfähig zu halten, als bemerkenswerter Hardware-Stresstest angesehen.
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