Metall trifft auf Meditation: Humanoide Roboter üben gemeinsam mit Mönchen Kampfkünste.
Eine Gruppe humanoider Roboter wurde dabei gefilmt, wie sie gemeinsam mit Shaolin-Mönchen im berühmten Shaolin-Tempel in China Kung Fu übt. Die Videos, die Anfang Februar weite Verbreitung fanden, zeigen die Maschinen dabei, wie sie im historischen Tempelkomplex in der Provinz Henan die Bewegungen der Mönche nachahmen.
Die Roboter wurden von dem in Shanghai ansässigen Robotikunternehmen AgiBot entwickelt. In den Clips scheinen sie Körperhaltung, Gleichgewicht und Timing der Mönche genau zu übernehmen – ähnlich wie menschliche Schüler, die von einem Meister lernen.
Chinesischen Medien zufolge war die Vorführung Teil einer Technologieschau und kein formales religiöses Training. Die Beteiligung der Mönche wurde als kultureller und technologischer Austausch dargestellt, nicht als Ersatz für die traditionelle Praxis.
Für viele Zuschauer wirkte der Moment surreal. Shaolin-Kung-Fu ist eng mit buddhistischer Philosophie, Meditation und Disziplin verbunden. Zu sehen, wie Maschinen Bewegungsabläufe ausführen, die über Generationen hinweg durch menschliches Training weitergegeben wurden, hat sowohl Bewunderung als auch Unbehagen ausgelöst.
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Shaolin Temple has started practicing kung fu with robots. pic.twitter.com/iqwXviQgv5
https://twitter.com/sciencegirl/status/2019282226190696647?ref_src=twsrc%5EtfwDie Technologie hinter den Bewegungen
Die humanoiden Roboter von AgiBot werden von KI-Modellen angetrieben, die für den Einsatz in der realen Welt entwickelt wurden.
Das Unternehmen hatte zuvor seinen humanoiden Roboter Lingxi X2 vorgestellt, der eine Reihe dynamischer Aktionen ausführt, darunter Radfahren und komplexe gymnastische Bewegungen wie den Webster-Flip.
Die Fähigkeit der Roboter, Kampfkunstbewegungen auszuführen, macht Fortschritte beim Erlernen von Bewegungen, beim Gleichgewicht und bei der Koordination sichtbar. KI-Systeme ermöglichen es Maschinen inzwischen, menschliche Bewegungen mit zunehmender Genauigkeit zu interpretieren und nachzuahmen – dadurch wird Kampfkunst zu einem anspruchsvollen Test körperlicher Kontrolle.
Experten zufolge sind solche Vorführungen mehr als ein Spektakel. Sie dienen als Beleg dafür, wie weit die verkörperte KI inzwischen fortgeschritten ist.
Ein breiterer Vorstoß ins öffentliche Leben
Die Vorführung in Shaolin findet nicht isoliert statt. In ganz China hält die humanoide Robotik rasch Einzug außerhalb von Fabrikhallen und Forschungslaboren.
In Shenzhen ist kürzlich die weltweit erste Liga für freie Kämpfe humanoider Roboter in die Saison 2026 gestartet. Bei der Veranstaltung namens Ultimate Robot Knockout Legend (URKL) wird ein goldener Meisterschaftsgürtel im Wert von 10 Millionen Yuan (1,44 Millionen US-Dollar) vergeben, wie die Global Times berichtet.
Der in Peking ansässige Analyst Pan Helin sagte der Global Times, solche Wettbewerbe trügen dazu bei, Anwendungsszenarien für humanoide Roboter in der realen Welt auszuweiten. Tian Feng, ehemaliger Dekan des Intelligence Industry Research Institute von SenseTime, ergänzte, die Rolle solcher Veranstaltungen bestehe darin, „Samen zu pflanzen“, nicht darin, sie zu „ernten“, berichtete die Global Times.
Darüber hinaus werden diese Roboter für die Allgemeinheit zugänglich. AgiBot und andere Unternehmen wie Botshare haben Mietplattformen gestartet, über die sich Humanoide für Hochzeiten, Konzerte und Galas buchen lassen.
„Eine Leasingplattform könnte Nutzer, Mietvermittler, Content-Entwickler und Hersteller miteinander verbinden und so die Einführung beschleunigen“, sagte Jiang Qingsong, der Vorsitzende von Botshare, in einer von VN Express veröffentlichten Erklärung.
Da der Markt für humanoide Roboter in China dem Chinese Institute of Electronics zufolge bis 2030 ein Volumen von 870 Milliarden Yuan erreichen soll, könnte der Anblick eines Kung Fu übenden Roboters schon bald vom viralen „Schock“ zu einem normalen Bestandteil des Alltags werden.
Mehr über Chinas Ambitionen bei humanoiden Robotern erfahren Sie in unserem Beitrag darüber, wie chinesische Unternehmen wie LimX den US-Markt ins Visier nehmen und was das für Teslas Optimus bedeuten könnte.

