Anthropic hat das Seitenpanel von Claude in Chrome in eine vollständige Claude-Cowork-Sitzung verwandelt und damit browserbasierte Arbeit mit den Desktop-, Web- und Mobile-Apps des Unternehmens verknüpft.
Das bedeutet, dass in Chrome gestartete Unterhaltungen nun im Claude-Verlauf eines Nutzers gespeichert werden, während konfigurierte Skills und Konnektoren ebenfalls im Browser funktionieren. Eine in Chrome gestartete Aufgabe kann anschließend in einer anderen Claude-App fortgesetzt werden, ohne dass ihr Kontext verloren geht.
Die Funktion wird jetzt für Nutzer der Max- und Team-Tarife von Anthropic eingeführt. Pro-Abonnenten sollen in den kommenden Wochen Zugriff erhalten. Für Enterprise-Kunden ist die Erweiterung standardmäßig deaktiviert. Administratoren können sie aktivieren und ihre Nutzung auf bestimmte Domains beschränken. Damit erhalten Organisationen mehr Kontrolle darüber, wo der Browserassistent eingesetzt werden kann.
Claude in Chrome kann die Seite sehen, die ein Nutzer gerade aufruft, und Aktionen wie das Anklicken von Links, die Navigation zwischen Seiten, die Eingabe von Text sowie das Ausfüllen von Formularen mit bestehenden Browser-Anmeldungen ausführen.
Das gibt Claude die Möglichkeit, mit Systemen zu arbeiten , die möglicherweise keine direkten Integrationen bieten, darunter interne Dashboards, Legacy-Anwendungen und Anbieterportale. Anthropic erklärte, dass die Erweiterung derzeit nur in Chrome funktioniert. Sie läuft weder in anderen Chromium-basierten Browsern noch auf Mobilgeräten, wodurch ihre Verfügbarkeit außerhalb des Browser-Ökosystems von Google eingeschränkt ist.
Der Komfort bringt ein Sicherheitsproblem mit sich
Einem KI-Agenten Zugriff auf Websites zu geben, stellt ebenfalls eine große Sicherheitsherausforderung dar: Prompt-Injection.
Bösartige Anweisungen können auf Webseiten, in E-Mails oder Dokumenten versteckt werden und einen Agenten möglicherweise dazu bringen, Aktionen auszuführen, die der Nutzer nie angefordert hat. Anthropic erklärt, Claude in Chrome verfüge nun über eine separate Prüfung seiner eigenen Aktionen, wenn die automatische Genehmigung aktiviert ist.
Diese Prüfung vergleicht folgenreiche Aktionen wie das Absenden von Formularen, das Versenden von Nachrichten oder das Herunterladen von Dateien mit der ursprünglichen Anfrage des Nutzers. Vor bestimmten unumkehrbaren oder kostspieligen Aktionen, darunter Käufe und die Weitergabe persönlicher Daten, bittet Claude weiterhin um eine Bestätigung.
Das Unternehmen räumte außerdem ein, dass browserbasierte KI-Agenten weiterhin Risiken bergen, und erklärte: „Diese Maßnahmen reduzieren das Risiko zwar erheblich, können es aber nicht vollständig beseitigen.“
Was das für Nutzer bedeutet
Das Update bringt Claude noch stärker in die alltäglichen Browserabläufe, in denen Recherche, Käufe, Formulare und interne Tools bereits stattfinden. Dadurch könnte der Assistent nützlicher werden, insbesondere wenn keine direkte Integration vorhanden ist. Zugleich bedeutet dies aber, dass Nutzer und IT-Teams den Browserzugriff als eine relevante Berechtigung und nicht bloß als einen Komfortschalter behandeln müssen.
Die zusätzlichen Prüfungen von Anthropic reduzieren einen Teil des Risikos, doch die eigene Warnung des Unternehmens ist die wichtigste Erkenntnis: Browseragenten benötigen weiterhin Aufsicht, wenn sie innerhalb authentifizierter Sitzungen handeln können.
Weitere Nachrichten: Anthropic versieht von Claude generierte Inhalte mit Wasserzeichen in Europa, während neue Transparenzregeln der EU für KI in Kraft treten. Das zeigt, wie die Regulierung allmählich die Art und Weise prägt, wie KI-Unternehmen synthetisches Material kennzeichnen.

