Anthropic hat am Montag die Veröffentlichung von Claude Opus 4.5 angekündigt und das Modell als sein neuestes KI-Flaggschiff bezeichnet. Das Unternehmen sagt, das Modell sei darauf ausgelegt, komplexe technische Aufgaben, alltägliche Büroarbeiten und anspruchsvolle Recherche zu bewältigen.
In seinem Blog beschrieb das Unternehmen das Modell als „intelligent, effizient und das weltweit beste Modell für Programmierung, Agenten und die Computernutzung“. Außerdem erklärte es, das Upgrade markiere einen bedeutenden Wandel bei „alltäglichen Aufgaben wie gründlicher Recherche und der Arbeit mit Präsentationen und Tabellenkalkulationen“.
Dies ist die dritte große Veröffentlichung des Unternehmens in zwei Monaten, nach Sonnet 4.5 und Haiku 4.5.
Erste Tests: „Es versteht es einfach“, sagt Anthropic
Innerhalb von Anthropic gaben interne Tester durchweg positives Feedback. Das Unternehmen schrieb, Claude Opus 4.5 „versteht es einfach“, und verwies darauf, wie das Modell mit Mehrdeutigkeiten umgeht, Zielkonflikte abwägt und unübersichtliche, aus mehreren Teilen bestehende Fehler mit minimaler Anleitung diagnostiziert.
Anthropic unterzog das Modell außerdem einer berüchtigt schwierigen, zweistündigen Ingenieursprüfung, die normalerweise potenziellen Bewerbern gestellt wird. Laut Anthropic, erzielte Opus 4.5 „eine höhere Punktzahl als jeder menschliche Kandidat zuvor“. Der Test konzentriert sich ausschließlich auf technische Problemlösung, nicht auf soziale Kompetenzen.
Dennoch unterstreicht das Ergebnis die Argumentation des Unternehmens, dass fortschrittliche KI bei bestimmten Aufgaben bereits mit Experten unter den Ingenieuren konkurriert oder sie sogar übertrifft.
Bei nahezu allen wichtigen Programmier-Benchmarks erzielt Opus 4.5 Spitzenwerte. Beim SWE-Bench Verified, einem viel beachteten Datensatz, war das Modell das erste, das die Marke von 80 % übertraf, und lag bei einigen Auswertungen vor Gemini 3 Pro von Google und GPT-5.1 von OpenAI.
Das Modell kommt außerdem mit niedrigeren Preisen: 5 US-Dollar pro 1 Million Eingabetoken und 25 US-Dollar pro 1 Million Ausgabetoken – ein deutlicher Rückgang gegenüber den bisherigen Opus-Preisen von 15 und 75 US-Dollar pro 1 Million Token (Eingabe/Ausgabe).
Neue Tools, neue Integrationen
Anthropic kombiniert Opus 4.5 außerdem mit einer Reihe von Produkt-Updates, die die verbesserten Fähigkeiten des Modells bei der „Computernutzung“ demonstrieren sollen. Claude für Chrome wird jetzt für alle Max-Abonnenten eingeführt und verschafft dem System eine größere Reichweite innerhalb des Browsers. Claude für Excel wird ebenfalls ausgeweitet und steht nun Kunden mit den Tarifen Max, Team und Enterprise zur Verfügung.
Die Programmierumgebung des Unternehmens, Claude Code, führt einen überlegteren „Plan-Modus“ ein und wird nun direkt innerhalb der Desktop-App von Anthropic ausgeführt, sodass Nutzer mehrere Programmiersitzungen gleichzeitig verwalten können.
Ein Angriff auf die Spitzenposition
Mit der Veröffentlichung positioniert sich Anthropic klar gegen Googles Gemini 3 und OpenAIs GPT-5.1, die alle innerhalb weniger Wochen voneinander auf den Markt kamen. Anders als seine Konkurrenten betont Anthropic weiterhin Produktivität in Unternehmen stärker als die Generierung kreativer Medien und konzentriert seine Stärken auf Programmierung, Tabellenkalkulationen, Recherche und agentische Automatisierung.
Anthropic zufolge ist Opus 4.5 jetzt das Standardmodell für Kunden mit den Tarifen Pro, Max und Enterprise. Mit niedrigeren Preisen, erweiterten Integrationen und einem starken ersten technischen Auftritt scheint das Unternehmen entschlossen, seine Position als KI der ersten Wahl für Unternehmen sowie für Entwicklungs- und Ingenieursaufgaben zu festigen.
An anderer Stelle ist GPT-5.1 Codex Max als High-End-Modell für Programmierung positioniert und bietet schnellere Iterationsschleifen sowie eine engere Integration in den umfassenderen ChatGPT-Arbeitsbereich.

