Chrome ist nicht länger nur ein Fenster zum Web – der Browser übernimmt das Steuer.
In einem am Mittwoch angekündigten Update erklärte Google, dass das Unternehmen weitere Gemini-Funktionen direkt in Chrome integriert, darunter einen permanenten Assistenten in der Seitenleiste, integrierte Bildtools und eine Funktion zum „automatischen Browsen“, die mehrstufige Aufgaben im Web erledigen kann. Sie wird in den USA zunächst als Vorschau für Abonnenten von Google AI Pro und Google AI Ultra eingeführt.
Die Änderungen werden für macOS, Windows und Chromebook Plus ausgerollt und markieren eine der größten Veränderungen an der Funktionsweise von Chrome seit Jahren.
Die auffälligste Neuerung ist ein neu gestaltetes Gemini in der Seitenleiste, das auf der rechten Seite des Browsers verankert bleibt. Statt zwischen Tabs zu wechseln oder ein separates KI-Fenster zu öffnen, können Nutzer Gemini jetzt verfügbar halten, während sie weiter im Web surfen.
Google zufolge soll dies reibungsloseres Multitasking ermöglichen. In ihrer Ankündigung, beschrieb Chrome-Vizepräsidentin Parisa Tabriz Gemini in Chrome als „einen Assistenten, der dir hilft, Informationen zu finden und Dinge im Web einfacher als je zuvor zu erledigen“.
Berichten zufolge haben Tester die Seitenleiste genutzt, um Produkte zu vergleichen, Rezensionen zusammenzufassen und vollgepackte Zeitpläne zu verwalten, ohne ihre Position im Web zu verlieren.
Nano Banana bringt Bildbearbeitung in den Browser
Google integriert außerdem sein KI-Bildtool Nano Banana direkt in Chrome. Mit der Funktion können Nutzer Bilder mithilfe einfacher Textanweisungen umgestalten oder bearbeiten, ohne Dateien herunterzuladen oder zu einer anderen App zu wechseln.
Google zufolge lässt sich das Tool für kreative Aufgaben nutzen, etwa als Inspiration für Neugestaltungen oder um Recherchematerial in Infografiken zu verwandeln – alles innerhalb des Browserfensters. Nano Banana wird allen Gemini-in-Chrome-Nutzern zur Verfügung stehen.
Gemini verbindet sich mit Google-Apps
Das Update erweitert Geminis Fähigkeit, über Googles Ökosystem hinweg zu arbeiten. Chrome unterstützt nun über sogenannte „Connected Apps“ tiefere Integrationen mit Gmail, Calendar, Maps, YouTube, Google Shopping und Google Flights.
Diese Integrationen ermöglichen es Gemini, Kontext aus E-Mails abzurufen, Reisedetails zu prüfen, Flüge vorzuschlagen oder beim Verfassen von Nachrichten zu helfen, ohne dass Nutzer Chrome verlassen müssen. Die Funktionen sind optional und lassen sich in Geminis Einstellungen aktivieren oder deaktivieren.
Google zufolge sollen diese Verbindungen Reibungsverluste bei gängigen Aufgaben reduzieren, etwa bei der Reiseplanung oder der Abstimmung von Arbeitszeiten.
Darüber hinaus soll in den kommenden Monaten eine Funktion namens „Personal Intelligence“ eingeführt werden. Damit kann Chrome sich an den Kontext vergangener Gespräche erinnern und maßgeschneiderte Hilfe anbieten. Tabriz erklärte, dies „verwandelt das Surferlebnis von einem vielseitig einsetzbaren Werkzeug in einen vertrauenswürdigen Partner, der dich versteht und relevante, proaktive und kontextbezogene Unterstützung bietet“.
Die neuesten Updates unterstreichen Googles umfassenderes Bestreben, Chrome von einem passiven Browserwerkzeug in einen intelligenten Assistenten zu verwandeln – und seine Position zu behaupten, während KI-gestützte Browser von Konkurrenten wie OpenAI und anderen allmählich aufkommen. Google setzt darauf, dass du weniger Anlass haben wirst, sein Ökosystem überhaupt noch zu verlassen, wenn Chrome zu einem aktiven Partner wird, der Aufgaben für dich erledigt.
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