Huawei verfolgt beim Wettlauf um die Blutzuckerüberwachung einen präventionsorientierten Ansatz.
Mit der Huawei Watch GT 6 Pro bringt das Unternehmen mithilfe der Funktion Diabetes Risk Study ein Diabetes-Risiko-Screening ans Handgelenk. Statt abzuwarten, bis der Blutzucker zu einem offensichtlichen Problem wird, sucht die Uhr nach Gesundheitsmustern, die überprüft werden sollten.
Als eine der ersten großen Smartwatch-Marken mit einer nicht-invasiven Funktion zur Einschätzung des Diabetesrisikos gibt Huawei Wearables eine aktivere Rolle bei der Prävention.
Tägliche Gesundheitssignale werden zu einem Langzeit-Gesundheitscheck
Die im Hintergrund laufende Diabetes Risk Study sammelt Daten, während Nutzer die Uhr ganz normal tragen. Sie wertet drei bis 14 Tage an das Diabetesrisiko geknüpfte, am Handgelenk erfasste Daten aus. Regelmäßiges Tragen verschafft der Watch GT 6 Pro dadurch einen umfassenderen Überblick, als es eine einzelne Momentaufnahme könnte.
Zu den Eingangsdaten gehören Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Schlaf, Aktivität und Bewegung. Sobald genügend Daten gesammelt wurden, werden sie der Kategorie Niedrig, Mittel oder Hoch zugeordnet. Die Funktion nutzt die optischen Gesundheitssensoren der Uhr, darunter PPG-Technologie, um Veränderungen der am Handgelenk erfassten Gesundheitsdaten im Zeitverlauf zu prüfen.
Das Ablesen von Diagrammen oder Fachkenntnisse über Sensoren sind nicht erforderlich. Die Funktion fasst mehrere alltägliche Gesundheitssignale in einer einzigen, leicht verständlichen Kategorie zusammen. Dadurch lässt sich ein Diabetesrisiko leichter erkennen, ohne dass Nutzer jede Messgröße einzeln interpretieren müssen.
Was Ergebnisse mit niedrigem, mittlerem und hohem Risiko bedeuten
Nutzer müssen wegen eines einzelnen Ergebnisses nicht in Panik geraten. Wiederholte Warnungen der Kategorien Mittel oder Hoch sollten eher als Anlass für eine ärztliche Abklärung verstanden werden, nicht als Diagnose. Der Status Kein Ergebnis kann angezeigt werden, wenn mehr Daten für den Tag oder die Nacht benötigt werden. In diesem Fall sollten Nutzer die Uhr weiter tragen, um den Bewertungszyklus abzuschließen.
Kleine Veränderungen können helfen, da die Bewertung Schlaf, Stress, Ernährung, Alkoholkonsum und Aktivität widerspiegeln kann. Die Warnung kann Nutzern außerdem einen konkreten Anlass geben, beim nächsten Arztbesuch nach einem Blutzuckertest zu fragen.
Die Diabetes Risk Study eignet sich am besten für Erwachsene, die ihr langfristiges Blutzuckerrisiko beobachten möchten, darunter Menschen mit familiärer Vorbelastung durch Typ-2-Diabetes oder mit Bedenken hinsichtlich eines Typ-2-Diabetes. Huawei zufolge ist sie nicht für Typ-1-Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes geeignet.
Prävention bestimmt Huaweis Rolle im Wettlauf gegen Diabetes
Indem die Watch das Diabetesrisiko in das alltägliche Smartwatch-Tracking integriert, ergänzt die Watch GT 6 Pro die üblichen Gesundheitsmesswerte um eine Warnstufe, die diese normalerweise nicht bieten. Während die Apple Watch und Samsung Galaxy Watch häufig im Zusammenhang mit Glukosemessungen und verbundenen Glukosemessgeräten diskutiert werden, konzentriert sich Huawei derzeit auf ein früheres Bewusstsein für Risiken.
Die Diabetes Risk Study ist ein Instrument zur Sensibilisierung, keine Diagnose. Für das Diabetesmanagement oder die Behandlung sollten sich Nutzer daher auf Bluttests, zugelassene Glukosemessgeräte und ärztlichen Rat verlassen.
Die Funktion ist derzeit auf der Huawei Watch GT 6 Pro verfügbar; geplante Aktualisierungen sind für die Watch 5 und Watch Ultimate 2 aufgeführt. Sie ist unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak, Südafrika, Ghana und Mauritius verfügbar. Das Gerät ist derzeit nicht in den USA erhältlich, was seine Reichweite in einem der größten Smartwatch-Märkte begrenzt.
Huawei bringt Warnungen vor Diabetesrisiken näher an den Alltag
Huawei’s Diabetes Risk Study könnte eine größere Rolle spielen, wenn sie Menschen dabei hilft zu handeln, bevor Diabetes ein dringliches Stadium erreicht.
Eine Warnung kann nicht jede Frage beantworten, aber sie kann jemandem einen Grund geben, eine Untersuchung zu vereinbaren oder alltägliche Gewohnheiten ernster zu nehmen. Eine breitere Einführung würde diese Art von Warnung Menschen zugänglich machen, die möglicherweise noch nicht über ihr Diabetesrisiko nachdenken.
Eine größere Verfügbarkeit, zusätzliche Validierung und klarere Hinweise werden bestimmen, wie es für Huawei weitergeht. Wenn Warnungen vor Diabetesrisiken auch andere Uhren erreichen und sich langfristig als nützlich erweisen, könnten sie Nutzer dazu bringen, aufmerksam zu werden, bessere Fragen zu stellen und geeignete Tests durchführen zu lassen.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien ursprünglich in unserer Schwesterpublikation TechRepublic.

