Figure AI hat eine neue Demonstration seiner humanoiden Roboter F.03 veröffentlicht, in der sie autonom in weniger als zwei Minuten ein Schlafzimmer aufräumen.
Dass Roboter Gegenstände aufheben, ist zwar nichts Neues, doch dieser jüngste Meilenstein zeigt zwei Maschinen, die im Team komplexe alltägliche Aufgaben erledigen – allen voran gemeinsam ein Bett machen –, ohne dass eine einzige Zeile gemeinsam genutzten Codes ihnen vorgibt, wie sie sich koordinieren sollen.
In einem von dem Unternehmen veröffentlichten Video ist ein Paar Humanoiden zu sehen, die mit dem Helix-02 Vision-Language-Action-(VLA-)System ausgestattet sind und einen „Schlafzimmer-Reset“ durchführen. Die Sequenz umfasst eine Vielzahl häuslicher Aufgaben, die eine Kombination aus Gleichgewicht und feinmotorischen Fähigkeiten erfordern. Die Roboter öffnen Türen, indem sie Hebelgriffe herunterdrücken, hängen Kleidungsstücke an eine Garderobe und benutzen sogar ein Fußpedal, um einen Mülleimer zu öffnen, während sie auf einem Bein balancieren.
Die Demonstration hebt außerdem die Fähigkeit der Roboter hervor, kleinere und empfindlichere Gegenstände zu handhaben. Ein Roboter hebt einen Kopfhörer auf, dreht ihn mitten in der Luft richtig herum und stellt ihn auf einen schmalen Ständer, während ein anderer ein offenes Buch schließt und dabei das sich verlagernde Gewicht der Seiten berücksichtigt, wenn sich der Einband schließt.
Denken statt reden
Die bedeutendste technische Errungenschaft sind nicht nur die Aufgaben selbst, sondern die Art und Weise, wie die Roboter kommunizieren – oder besser gesagt, wie sie es nicht tun. Traditionelle Robotik stützt sich häufig auf ein zentrales Gehirn oder explizite Nachrichten, um zu verhindern, dass zwei Maschinen zusammenstoßen. Figure AI zufolge arbeiten diese Roboter unabhängig voneinander und lesen die Körpersprache des jeweils anderen, anstatt Daten auszutauschen.
Laut dem Figure-AI-Blog gibt es „keinen gemeinsamen Planer zwischen ihnen, keinen Nachrichtenaustausch und keinen zentralen Koordinator“. Stattdessen nutzt jeder Roboter seine eigenen Kameras, um abzuleiten, was sein Partner tut.
Die Herausforderung beim Bettenmachen
Das Herzstück der Demo ist das gemeinsame Bettenmachen – eine Aufgabe, die Robotikexperten aufgrund der unberechenbaren Beschaffenheit von Decken seit Langem vor Herausforderungen stellt. Da eine Bettdecke „verformbar“ ist, also keine feste Form besitzt, müssen die Roboter ihren Griff und die Spannung ständig anpassen.
Während die Roboter die Bettdecke anheben und glattziehen, treffen sie Tausende aufeinanderfolgende Entscheidungen, die auf der Bewegung des Stoffes und der Position ihres Partners basieren. Diese Form der „kollaborativen Lokomanipulation durch mehrere Humanoide“ markiert eine Entwicklung hin zu Robotern, die in gemeinsam genutzten menschlichen Räumen arbeiten können, etwa in Wohnungen und Lagerhäusern.
Das Unternehmen scheint vom präzisen Arbeiten der Roboter überzeugt zu sein. In einem Social-Media-Post von Figure-AI-CEO Brett Adcock hieß es, „Ehrlich gesagt sind sie darin besser als die meisten Menschen.“
Autonomie skalieren
Dieses Aufräumen im Schlafzimmer ist kein eigenständiger, programmierter Trick.
Es wird von Helix-02 gesteuert, demselben zugrunde liegenden neuronalen Netzwerk, mit dem Figure AI seinen Robotern zuvor beigebracht hat, Wäsche zu falten, Küchen zu reinigen und Spielzeug zu sortieren. Das System ist darauf ausgelegt, mit zunehmender Datenmenge zu skalieren. Der grundlegende Algorithmus ändert sich also nicht, selbst wenn die Aufgaben schwieriger werden.
Weiterführende Lektüre: China testet bereits Roboter außerhalb des Hauses, darunter eine in Hangzhou eingesetzte „Roboterpolizei“-Einheit zur Regelung des Feiertagsverkehrs.

