OpenAI hatte gerade eine dieser Wochen, in denen man blinzelt und schon hat man den Plattformwandel verpasst.
Erstens: ein neues Coding-Modell: OpenAI hat GPT-5.2-Codex veröffentlicht, ein neues Coding-Modell für seinen Coding-Agenten Codex. Im Großen und Ganzen:
- Es ist auf lang laufende Arbeit über mehrere Dateien hinweg ausgelegt (Kontextkomprimierung, Refactorings/Migrationen, bessere Windows-Unterstützung)…
- …mit einem GROSSEN Schwerpunkt auf defensiver Cybersicherheit (Codex-Systemkarte).
Wir haben widersprüchliche Berichte darüber gehört, wie nützlich Benchmarks sind, daher sagen wir einfach, dass dieser hier fürs Erste einen guten Eindruck macht.
Apropos Benchmarks: OpenAI hat kürzlich FrontierScience, einen anspruchsvolleren Benchmark für Schlussfolgerungen auf Expertenniveau, veröffentlicht. GPT-5.2 ist das leistungsstärkste Modell des Unternehmens bei diesen Aufgaben: Es erreicht 77 % bei Schlussfolgerungen im Stil von Olympiaden und 25 % im Bereich Forschung – die vollständigen Belege gibt es im Paper.
Und weil „vertrau mir, Bro“ keine solide Sicherheitsstrategie ist, hat OpenAI außerdem eine Überwachbarkeit der Gedankenkette veröffentlicht, mit der gemessen werden soll, wie gut sich schlechte Absichten innerhalb der Schlussfolgerungen eines Modells erkennen lassen. Ein sehr, sehr cooles Projekt, in das wir bei mehr Zeit unbedingt tiefer einsteigen wollen.
Blickt man über den Tellerrand: Auch die US-Regierung versucht, die Wissenschaft im Schnelldurchlauf voranzutreiben.
- Das DOE hat 24 neue Partner der Genesis Mission bekannt gegeben – von Nvidia und Microsoft bis hin zu OpenAI, Anthropic, AWS, CoreWeave, AMD, Intel und weiteren Unternehmen. Ziel ist es, KI-Modelle, Cloud und nationale Labore zu einer einzigen Entdeckungsmaschine zu vernetzen.
- Nvidia hat dargelegt, was es beitragen wird, DeepMind erklärte, warum das Unternehmen dabei ist, und CoreWeave sagt, es werde KI-Cloud-Power beisteuern.
- Aufseiten der Privatwirtschaft hat Edison Scientific gerade 70 Millionen US-Dollar eingeworben, um „KI-Wissenschaftler“ zu entwickeln – was entweder das Coolste überhaupt oder die Handlung einer Senatsanhörung im Jahr 2030 ist (oder beides).
Unterdessen ChatGPT entwickelt sich still und leise zu einem Betriebssystem. OpenAI hat die Einreichung von Apps und das ChatGPT-App-Verzeichnis geöffnet, und das ist eine ziemlich große Sache. Man kann Apps nicht nur innerhalb von ChatGPT nutzen, sondern auch selbst welche erstellen.
Was kommt als Nächstes: In einem kürzlich veröffentlichten Interview mit Alex Kantrowitz argumentierte OpenAI-CEO Sam Altman im Grunde, dass der nächste Sprung bei KI-Modellen nicht in „mehr IQ“ bestehen werde, sondern in KI-zentrierten Neugestaltungen bestehender Nutzungserfahrungen, bei denen nicht einfach ein Chatbot an alte Arbeitsabläufe angeklebt wird.
Außerdem deutet er ein großes Upgrade im 1. Quartal 2026 an… also ja, wärmt schon mal eure „Wir sind wieder da“- und „Wann kommt GPT-6?“-Memes auf. Und er hat noch viel mehr verraten…
Anmerkung der Redaktion: Dieser Inhalt erschien ursprünglich im Newsletter unserer Schwesterpublikation, The Neuron. Mehr von The Neuron lesen Sie, indem Sie sich für den Newsletter hier anmelden.

