OpenAI ist längst nicht mehr nur ein Forschungslabor mit einem cleveren Chatbot.
Das Unternehmen ist offiziell in seine „Infrastrukturära“ eingetreten – befeuert von einem massiven Umsatzsprung auf 20 Milliarden US-Dollar und genügend Rechenleistung, um ein kleines Land mit Strom zu versorgen.
In einem am Wochenende veröffentlichten Update gab Sarah Friar, Chief Financial Officer von OpenAI, bekannt, dass der annualisierte Umsatz des Unternehmens 2025 auf über 20 Milliarden US-Dollar hochgeschnellt ist. Zur Einordnung: Noch vor gerade einmal zwei Jahren erzielte das Unternehmen 2 Milliarden US-Dollar.
Doch dieses Wachstum findet nicht im luftleeren Raum statt. Friar erklärte in einer Ankündigung, dass die Rechenkapazität im Jahresvergleich ungefähr verdreifacht wurde und von 2023 bis 2025 um etwa das 9,5-Fache stieg – von 0,2 GW im Jahr 2023 auf 0,6 GW im Jahr 2024 und etwa 1,9 GW im Jahr 2025.
Der Umsatz folgte einer ähnlichen Entwicklung: Er verdreifachte sich im Jahresvergleich ungefähr und verzehnfachte sich von 2023 bis 2025 in etwa – von 2 Milliarden US-Dollar ARR im Jahr 2023 auf 6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 und mehr als 20 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.
Von einem Anbieter zu einem diversifizierten Infrastruktur-Stack
Lange Zeit war OpenAI fast vollständig von Microsoft abhängig, wenn es um die „Gehirnleistung“ für den Betrieb seiner Modelle ging. Das ändert sich rasant.
Um mit den angeblich jährlich 17 Milliarden US-Dollar Betriebskosten Schritt zu halten, hat das Unternehmen seine Abhängigkeiten diversifiziert. Es arbeitet inzwischen mit einer großen Bandbreite an Partnern zusammen, darunter Nvidia, AMD, Oracle und AWS, um sicherzustellen, dass ihm nie die Rechenleistung ausgeht.
Dieser Wandel ermöglicht OpenAI ein taktischeres Vorgehen. Beim Training eines brandneuen „Frontier“-Modells kommen die teuersten High-End-Chips zum Einsatz, für die Millionen Menschen, die ChatGPT lediglich um Hilfe bei Hausaufgaben oder einer beruflichen E-Mail bitten, wechselt das Unternehmen hingegen zu günstigeren und effizienteren Setups.
Friar beschrieb die aktuelle Dynamik als einen sich selbst tragenden Kreislauf: „Nutzung treibt den Umsatz, und der Umsatz finanziert die nächste Welle aus Rechenkapazität und Innovation. Der Kreislauf verstärkt sich.“
Warum dein ChatGPT schon bald Werbung anzeigen könnte
Selbst wenn 20 Milliarden US-Dollar hereinkommen, ist der Betrieb von KI unglaublich teuer. Um diese Lücke zu schließen, nimmt OpenAI erhebliche Änderungen an seinem Umsatzmodell vor.
Das Unternehmen hat kürzlich bestätigt, dass es Werbung testweise einführen wird – für Nutzer der kostenlosen ChatGPT-Version und des neuen, günstigen Tarifs ChatGPT Go (8 US-Dollar pro Monat). Ziel ist es, den Dienst für alle zugänglich zu halten, ohne dabei pleitezugehen. Wenn du jedoch „Plus“- oder „Pro“-Abonnent bist, musst du dir keine Sorgen machen – diese Tarife bleiben vorerst werbefrei.
OpenAI lotet außerdem neue Abrechnungsmöglichkeiten für Großunternehmen aus und bewegt sich hin zu einer „ergebnisbasierten Preisgestaltung“, bei der Unternehmen möglicherweise auf Grundlage des konkreten Werts zahlen, den die KI für sie schafft, statt einfach eine pauschale Monatsgebühr zu entrichten.
Die Vision für 2026: Von der Neuheit zur Gewohnheit
Je weiter wir ins Jahr 2026 voranschreiten, desto mehr verfolgt OpenAI das Ziel, KI zu einem „vorhersehbaren“ Bestandteil des Lebens zu machen. Das Unternehmen will sich vom Wow-Faktor eines sprechenden Bots lösen und sich agentenbasierten Systemen zuwenden.
Friar fasste die Entwicklung des Unternehmens und seine Rolle in der Zukunft der Wirtschaft im OpenAI-Bericht zusammen:
„Infrastruktur erweitert das, was wir liefern können. Innovation erweitert das, was Intelligenz leisten kann. Nutzung erweitert den Kreis derer, die sie einsetzen können. Umsatz finanziert den nächsten Sprung. So skaliert Intelligenz und wird zu einem Fundament der globalen Wirtschaft.“
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