London ist gerade zur Bühne für OpenAIs nächste große Einstellungswelle geworden.
Nach monatelanger Arbeit in provisorischen Räumlichkeiten hat der US-amerikanische KI-Konzern OpenAI einen Mietvertrag für seine erste dauerhafte britische Zentrale unterzeichnet. Das Unternehmen übernimmt eine riesige Fläche von 88.500 Quadratfuß im Regent Quarter in King’s Cross.
Das neue Büro, zu dem Jahn Court und das Brassworks Building gehören, wird 544 Teammitglieder beherbergen. Während OpenAI derzeit etwa 200 Menschen in der Hauptstadt beschäftigt, signalisiert dies eine massive Einstellungsoffensive in den Bereichen Forschung, Engineering und Vertrieb. Die Eröffnung des Standorts ist für 2027 geplant.
Die Ankündigung kommt zu einem etwas widersprüchlichen Zeitpunkt für die Beziehung des Unternehmens zu Großbritannien. Erst vergangene Woche hatte OpenAI bestätigt, dass es sein Stargate-UK-Projekt pausiert, einen Plan für ein riesiges Rechenzentrum, das auf Standorte wie Newcastle und Northumberland verteilt werden sollte.
Das Unternehmen nannte hohe Energiekosten und ein schwieriges regulatorisches Umfeld als Gründe dafür, diese Infrastrukturpläne auf Eis zu legen. Der neue Bürodeal scheint jedoch ein Friedensangebot an die britische Regierung zu sein und zeigt, dass OpenAI zwar bei der Hardware zögern mag, beim britischen Talent aber umso entschlossener vorgeht.
Warum London?
OpenAI hat klargemacht, dass London außerhalb seiner Zentrale in San Francisco sein wichtigster Forschungsstandort werden soll. Berichten zufolge soll der Umzug den Zugang zum großen Pool an Experten für maschinelles Lernen und Forschern an Universitäten der Stadt ermöglichen.
Phoebe Thacker, OpenAIs globale Leiterin für Datenforschungsprogramme und Standortleiterin in London, betonte laut The Independent.
in einer Stellungnahme die Bedeutung der Region: „Großbritannien verfügt über eine beeindruckende Talentdichte und eine starke Erfolgsbilanz im Bereich KI.“ Thacker verwies auch auf die bestehende Dynamik in der Hauptstadt: „London ist bereits ein wichtiger Knotenpunkt für unsere Forschung und unsere Teams, und dieses neue Büro gibt uns den Raum, hier weiter aufzubauen.“
Sie fügte hinzu, dass es bei dem Umzug um mehr als nur Bürofläche gehe: „Diese Investition spiegelt unser langfristiges Engagement für Großbritannien und die Rolle wider, die das Land dabei spielen kann, wie KI sicher entwickelt wird und zum Nutzen von Menschen auf der ganzen Welt eingesetzt wird.“
Anschluss an das KI-Viertel
Mit dem Umzug nach King’s Cross positioniert sich OpenAI in einem Viertel, das sich zu einem globalen KI-Zentrum entwickelt. Das neue Büro liegt nur einen Steinwurf von Googles Europa-Zentrale und der DeepMind-Sparte entfernt.
Obwohl Großbritannien bei der Gesamtfinanzierung noch hinter den USA und China zurückliegt, kommt die lokale Szene zunehmend in Fahrt. In diesem Jahr haben britische KI-Start-ups bislang 6,7 Milliarden US-Dollar eingesammelt, wie aus Daten von Dealroom hervorgeht, die von CNBC zitiert wurden.
Die neue Zentrale signalisiert Hunderte neue Jobs in den Bereichen Forschung, Engineering und Vertrieb. Während Großbritannien bestrebt ist, seine KI-Kompetenz zu festigen, könnte OpenAIs Wette auf lokale Talente dazu beitragen, London nicht nur in ein Zentrum für Ideen, sondern auch in eine Fabrik für die nächste Generation von KI-Innovationen zu verwandeln.
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