OpenArt möchte, dass sich die Erstellung von KI-Videos eher wie die Regie bei einem Film anfühlt als wie das Verfassen eines Prompts.
Das Unternehmen bezeichnet diesen Ansatz als „Vibe-Directing“ – einen Prozess, bei dem Kreative ihre Ideen beschreiben, Szenen im Dialog verfeinern und die KI einen Großteil der Produktionsarbeit übernimmt. OpenArt zufolge kann Director vollständige Videos mit Bildmaterial, Stimmen, Musik und Soundeffekten erstellen und dabei Charaktere, Stile und Szenen während der gesamten Produktion konsistent halten.
OpenArt zufolge nutzen monatlich 8 Millionen aktive Nutzer die Plattform. Das Unternehmen beschrieb Vibe-Directing als das Video-Pendant zu Vibe Coding, bei dem Menschen Software erstellen, indem sie beschreiben, was sie möchten, statt jede Codezeile manuell zu schreiben.
Coco Mao, CEO und Mitgründerin von OpenArt, beschrieb OpenArt als Möglichkeit für Menschen ohne spezielle Vorkenntnisse, hochwertige Videos zu erstellen, und zugleich als Hilfe für Profis, ihre Arbeit auf ein höheres Niveau zu heben.
„So wie Vibe Coding verändert hat, wer Software erstellen kann, machen wir Kreativität und Videoproduktion mit unserer Vision vom Vibe-Directing zugänglicher“, sagte Mao.
Von kurzen KI-Clips zu längeren Geschichten
Eine der größten Neuerungen von Director ist die Möglichkeit, bis zu fünf Minuten lange Videos zu erstellen.
Frühere KI-Video-Tools konzentrierten sich häufig auf die Erstellung kurzer Clips, was ihren Einsatz für Projekte mit Anfang, Mitte und Ende einschränkte. OpenArt zufolge eignet sich das längere Format für Projekte wie Produktwerbung, Musikvideos, Bildungsinhalte und Kurzfilme.
Das Tool ist außerdem darauf ausgelegt, die Konsistenz zu wahren – eine große Herausforderung bei KI-generierten Videos. OpenArt versichert, dass Director das Aussehen von Charakteren, Produktdetails, den visuellen Stil, Stimmen und die Audiokontinuität von der ersten Szene bis zum letzten Frame bewahren kann.
Nutzer können außerdem Änderungen im Dialog vornehmen, statt ein Projekt von Grund auf neu erstellen zu müssen. Dem Unternehmen zufolge können Kreative bestimmte Szenen anpassen, Aufnahmen verfeinern und Details über eine Zeitleistenoberfläche steuern.
OpenArt positioniert Director zudem mit seinen markenorientierten Funktionen als Tool für Unternehmen. Diese ermöglichen es Teams, Richtlinien hochzuladen, darunter Farben, Typografie, Tonalität, Produktvisualisierungen und weitere Elemente der Markenidentität. OpenArt ergänzte, dass die Plattform dabei helfen kann, die Konsistenz über generierte Videos hinweg zu wahren.
Der Wandel von der Inhaltserstellung zur Regie
Das übergeordnete Argument von OpenArt lautet, dass KI-Video-Tools über die einfache Generierung hinausgehen. Statt einen Prompt einzugeben und ein Ergebnis zu akzeptieren, übernehmen Nutzer beim Vibe-Directing eine aktivere kreative Rolle.
Das Unternehmen zufolge können Kreative mit groben Ideen beginnen und diese im Dialog weiterentwickeln, wobei die KI eher wie ein Produktionsteam agiert und technische Aufgaben übernimmt. Dieser Ansatz könnte die Hürden für unabhängige Kreative, Marketingfachleute und kleine Unternehmen senken, die bislang teure Ausrüstung, Schnittkenntnisse oder externe Produktionsteams benötigten.
Was das für die Videobranche bedeuten könnte
Der Aufstieg der dialogbasierten Videoproduktion kann verändern, wie Unternehmen Marketing, soziale Medien und die Content-Produktion angehen. Kleine Teams könnten mehr Video-Varianten erstellen, ohne die Kosten einer herkömmlichen Produktion zu tragen, während Kreative aufgrund von Zeit- oder Budgetbeschränkungen mit unfertigen Ideen experimentieren können.
Dennoch steht das KI-Filmemachen weiterhin vor Herausforderungen. Eine perfekte Konsistenz über komplexe Szenen hinweg zu gewährleisten, Originalität sicherzustellen und Fragen des Urheberrechts zu klären, bleiben wichtige Themen, während diese Systeme leistungsfähiger werden. OpenArt zufolge werden die Ergebnisse mithilfe verantwortungsvoll beschaffter Daten und Verfahren entwickelt, die die Rechte von Kreativen respektieren.
Für Profis ersetzen Tools wie Director möglicherweise nicht das traditionelle Filmemachen, könnten aber zu einem weiteren Produktionshilfsmittel werden, das Entwicklung und Experimentieren beschleunigt. Für Einsteiger könnte die Technologie die Videoproduktion zugänglicher machen, indem sie die schwierigsten technischen Schritte im Hintergrund ausführt.
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