Weitere australische Bundesstaaten und Territorien haben nun die in China entwickelten DeepSeek-Produkte, -Anwendungen und Webdienste auf Regierungsgeräten verboten. Sie berufen sich dabei auf schwerwiegende Sicherheitslücken, durch die vertrauliche Daten offengelegt werden könnten. Die Entscheidung folgt einer Richtlinie des australischen Innenministeriums vom 4. Februar, der zufolge DeepSeek aufgrund seiner Anfälligkeit für Jailbreak-Angriffe und Bedenken hinsichtlich der Datenübertragung „ein inakzeptables Sicherheitsrisiko darstellt“.
Gemäß der Richtlinie, müssen australische Regierungsbehörden die Installation oder Nutzung von DeepSeek-Software und -Diensten untersagen und bereits vorhandene Instanzen unverzüglich von Regierungsgeräten und -systemen entfernen.
Wo ist DeepSeek verboten?
Die umfassenden Verbote – verhängt von Queensland, Western Australia, dem Australian Capital Territory, South Australia, New South Wales und dem Northern Territory – unterstreichen die wachsenden Ängste vor KI-gestützten Cyberbedrohungen. Victoria und Tasmania sind zwar die einzigen australischen Bundesstaaten, die noch kein Verbot verhängt haben, doch der Druck nimmt zu da Experten kritische Schwachstellen in der App entdeckt haben.
DeepSeek ist auch in Italien und Taiwan verboten, und einige US-Abgeordnete setzen sich dafür ein, die Nutzung auf Geräten der US-Regierung zu untersagen.
Wie wird in Australien auf die DeepSeek-Verbote reagiert?
Der vorsichtige Ansatz der australischen Regierung wurde von Federal Industry and Science Minister Ed Husic geteilt. Statt auf rasche Innovationen zu drängen, um mit China zu konkurrieren, äußerte er Bedenken, dass die bemerkenswerten Fähigkeiten der App möglicherweise auf Kosten eines angemessenen „Daten- und Datenschutzmanagements“ erzielt wurden.
Das chinesische Außenministerium hat Australiens Verbot kritisiert und als „Politisierung wirtschaftlicher, handelsbezogener und technologischer Fragen“ bezeichnet. Es betonte, China habe Unternehmen oder Einzelpersonen niemals dazu verpflichtet und werde dies auch künftig nicht tun, Daten illegal zu sammeln oder zu speichern.
Was ist DeepSeeks-R1?
Das Reasoning-Modell DeepSeek-R1, das im Januar 2025 veröffentlicht wurde und in seiner Leistungsfähigkeit mit OpenAIs o1 vergleichbar, aber deutlich günstiger ist, stieg im Apple App Store schnell an die Spitze und sorgte bei US-amerikanischen KI-Unternehmen für Aufsehen. Seine Veröffentlichung erschütterte die Finanzmärkte – insbesondere die Aktien von NVIDIA und Microsoft gerieten unter Druck, da das Vertrauen der Anleger in die US-amerikanischen KI-Hersteller sank.

