Microsoft testet eine neue Windows-11-Funktion, mit der Copilot Fragen zur Hardware, zum Speicher und zu anderen Systeminformationen des Computers beantworten kann. Dabei greift die Funktion auf Daten des Geräts selbst zurück, statt sich ausschließlich auf allgemeines Wissen zu stützen.
Die Funktion namens PC Insights wird schrittweise als optional aktivierbare Funktion in der Copilot-App für Windows eingeführt.
Laut Microsoft-Dokumentation können Nutzer Fragen in Alltagssprache stellen und Erklärungen erhalten, die auf dem aktuellen Zustand ihres PCs basieren, anstatt die Windows-Einstellungen oder den Task-Manager zu durchsuchen.
Zum Start kann PC Insights unter anderem Details zur Grafikhardware, zum verfügbaren Speicherplatz, zum Prozessor, zum Akkuzustand, zum Virenschutzstatus und zu angeschlossener Hardware wie Druckern und USB-Zubehör anzeigen. Nutzer können auch praktische Fragen stellen, etwa ob genügend freier Speicherplatz für die Installation eines großen Spiels vorhanden ist oder ob ein Drucker online ist.
Zugriffsberechtigung zuerst
Microsoft erklärte, Copilot werde vor dem Zugriff auf die zur Beantwortung einer Frage benötigten Systeminformationen um Erlaubnis bitten. Nutzer können den Zugriff einmalig erlauben oder eine dauerhafte Berechtigung für künftige Anfragen erteilen.
Das Unternehmen fügte hinzu, dass die Funktion dazu gedacht ist, Systeminformationen zu erklären, statt sie zu ändern. Vorerst kann PC Insights weder Windows-Einstellungen anpassen noch Probleme automatisch beheben. Microsoft erklärte, man wolle die Funktion im Laufe der Zeit weiter verbessern.
Die experimentelle Funktion wird derzeit schrittweise veröffentlicht. Berichten zufolge ist ihre Verfügbarkeit während der anfänglichen Testphase eingeschränkt.
Windows einfacher verstehen
PC Insights soll technische Informationen leichter verständlich machen, insbesondere für Menschen, die mit den integrierten Diagnosewerkzeugen von Windows nicht vertraut sind.
Statt mehrere Menüs zu öffnen, können Nutzer Fragen stellen, etwa wie viel RAM installiert ist, wie viel Speicherplatz noch zur Verfügung steht oder ob der Virenschutz aktiv ist. Copilot ruft die relevanten Informationen über Windows-APIs ab und stellt sie in verständlicher Sprache dar.
Microsoft zufolge können Nutzer mit der Funktion „im Dialog Fragen zu ihrem Windows-PC an Copilot stellen und klare Antworten auf Grundlage des Gerätezustands erhalten, ohne sich durch die Systemeinstellungen arbeiten zu müssen“.
Die Einführung wirft jedoch auch Fragen zur Zuverlässigkeit und zum Vertrauen auf.
Microsoft weist darauf hin, dass Copilot „möglicherweise nicht immer vollständige oder korrekte Informationen liefert“, insbesondere solange sich die Funktion noch in der Testphase befindet. Daher müssen Nutzer wichtige Systeminformationen möglicherweise weiterhin über herkömmliche Windows-Dienstprogramme überprüfen.
Die Ironie entgeht Kritikern nicht
Eine aus ersten Berichten hervorgehende Kritik lautet, dass die Copilot-App selbst im Leerlauf auffällig viel Arbeitsspeicher verbraucht. Dadurch entsteht eine etwas unglückliche Situation für ein Werkzeug, das Nutzern eigentlich bei der Diagnose von Leistungsproblemen helfen soll.
Windows Latest stellte fest, dass die App in einigen Szenarien fast 1 GB RAM verwendet. Auf leistungsstarken PCs mag das kaum ins Gewicht fallen, auf Systemen mit begrenztem Arbeitsspeicher könnte es jedoch stärker auffallen. Vorerst positioniert Microsoft PC Insights als Informationstool und nicht als Reparaturprogramm, sodass die Nutzer empfohlene Maßnahmen selbst umsetzen müssen.
Ein Blick nach vorn
PC Insights ist ein Zeichen für Microsofts umfassenderen Vorstoß, Windows dialogorientierter zu machen und technische Menüs durch Interaktionen in natürlicher Sprache zu ersetzen. Sollte das Unternehmen Copilot künftig auch Korrekturmaßnahmen ausführen lassen, könnte sich die Funktion zu einem leistungsfähigeren Assistenten bei der Fehlersuche entwickeln.
Dieser Wandel wird jedoch davon abhängen, dass Microsoft nachweist, dass der Assistent präzise ist, ressourcenschonend arbeitet und vertrauenswürdig genug ist, um umfassenderen Zugriff auf die PCs der Nutzer zu erhalten. Für viele Verbraucher könnte die Erklärung komplexer Systeminformationen in verständlicher Sprache äußerst nützlich sein – allerdings nur, wenn die KI verlässliche Antworten liefert, ohne selbst Teil des Leistungsproblems zu werden.
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