Microsoft hat den Vorhang für zwei proprietäre KI-Modelle gelüftet – zum ersten Mal hat Redmond direkte Konkurrenten zu seinem Partner OpenAI entwickelt. MAI-Voice 1 ist ein Modell zur Sprachgenerierung, das Nutzer jetzt in Copilot Daily, Podcasts und Copilot Labs ausprobieren können. MAI-1-preview, ein Basismodell, wird derzeit im Community-Modellbewertungsforum LMArena öffentlich getestet.
Was können MAI-Voice 1 und MAI-1-preview?
MAI-Voice 1 erzeugt eine natürlich klingende, hochwertige synthetische Stimme, erklärte Microsoft. Das Unternehmen hob auch die Effizienz des Modells hervor: Es kann mit nur einer einzigen GPU eine Minute Audiomaterial erzeugen. In Copilot Labs können Nutzer aus Eingaben Audio generieren. Microsoft empfiehlt beispielsweise, das Modell um eine Geschichte oder eine geführte Meditation zu bitten.
Copilot Daily erstellt eine 40-sekündige Zusammenfassung der wichtigsten Schlagzeilen, während Copilot Podcasts natürlich klingende Gespräche über Artikel oder Themen erzeugt. Nutzer können mit den KI-Podcastern interagieren, um das Gespräch zu lenken oder Anschlussfragen zu stellen.
MAI-1-preview wird in der Community getestet
MAI-1-preview ist eher ein Allrounder – ein Mixture-of-Experts-Modell, das alltägliche Eingaben beantworten kann. Microsoft will innerhalb weniger Wochen damit beginnen, Nutzerfeedback zu bestimmten Einsatzmöglichkeiten der Textgenerierung von MAI-1-preview in Copilot zu sammeln, teilte das Unternehmen mit.
Tester können sich bewerben für einen frühzeitigen API-Zugriff auf MAI-1-preview.
Beide Modelle sind in erster Linie auf den Einsatz durch Verbraucher ausgerichtet, nicht auf den Einsatz in Unternehmen.
Warum entwickelt Microsoft eigene generative KI-Modelle?
Historisch gesehen hat Microsoft einen Großteil der von OpenAI genutzten Cloud-Infrastruktur bereitgestellt, während sich das Unternehmen von Sam Altman auf die Entwicklung neuer KI-Modelle konzentriert. Die KI-Produkte von Microsoft profitieren von diesem Infrastrukturangebot.
MAI-1-preview wurde nach Angaben von Microsoft intern auf etwa 15.000 NVIDIA-H100-GPUs trainiert. Gleichzeitig wurde der Cluster der Nvidia-Chips der nächsten Generation, GB200, in Microsofts Bestand aufgenommen und ermöglicht zusätzliche Rechenkapazitäten für die KI-Bemühungen.
„Wir haben große Ambitionen für unsere weitere Entwicklung – Fortschritte bei den Modellen, eine spannende Roadmap für Rechenkapazitäten und die Möglichkeit, über Microsofts Produkte Milliarden von Menschen zu erreichen“, schrieb Microsoft-AI-Chef Mustafa Suleyman auf X am 28. Aug. „Wir entwickeln KI für alle.“
Die enge Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI könnte künftig auch Wettbewerb beinhalten. Mit hauseigenen Modellen tritt Microsoft mit OpenAI ebenso wie mit Anthropic, DeepSeek, Meta, xAI und anderen in Konkurrenz.
Nvidia und die US-Regierung haben sich auf eine Abgabe von 15 % auf den Verkauf von KI-Chips nach China geeinigt, doch Nvidia erklärt, dass die Regulierungsdokumente noch nicht fertiggestellt wurden.

