Elon Musks xAI hat Grok Imagine 1.0 auf den Markt gebracht, ein umfassendes Upgrade seines KI-Videogenerators. Es handelt sich um einen deutlichen Fähigkeitssprung, der jedoch von einer Kontroverse überschattet wird.
Das Unternehmen kündigte das Update auf X an und bezeichnete es als seinen „bisher größten Sprung“. Die technischen Daten sind ein klarer Angriff auf Konkurrenten wie OpenAI’s Sora und Google’s Veo.
„Grok 1.0 ermöglicht 10-Sekunden-Videos, eine Auflösung von 720p und deutlich besseren Ton“, erklärte xAI in seinem Ankündigungsbeitrag. Das Modell verspricht nun flüssigere Bewegungen, schärfere Details und Audio, bei dem „Figuren mit emotionalen und ausdrucksstarken Stimmen sprechen“. Außerdem wartet es mit einem „gewaltigen Sprung bei der Befolgung von Prompts“ auf und versteht sogar nachträgliche Anweisungen zur Anpassung einer Szene.
Es ist nicht nur für spektakuläre Clips gedacht. Nach Angaben des Unternehmens eignet es sich auch für „alltäglichen Spaß“, etwa um alte Familienfotos oder Haustiere zu animieren.
Zusammen mit dem Modell-Update hat xAI auch die Grok Imagine API eingeführt, die sich an Entwickler und Kreativteams richtet. Die API unterstützt die Generierung von Text zu Video und von Bild zu Video sowie Videobearbeitungsfunktionen wie den Austausch von Objekten, die Umgestaltung von Szenen und Stiländerungen.
Marktstart inmitten anhaltender Kontroverse
Die Einführung erfolgt, während Grok wegen seiner Rolle bei der Erstellung sexuell expliziter und missbräuchlicher Inhalte weiter unter Beobachtung steht. Die Bildtools von Grok wurden Anfang dieses Jahres genutzt, um Millionen nicht einvernehmlicher sexueller Bilder zu erstellen, was öffentliche Empörung und die Aufmerksamkeit von Aufsichtsbehörden auslöste.
xAI hat zwar einige Funktionen hinter einer Bezahlschranke platziert und im Januar erklärt, die „Schutzvorkehrungen“ verbessert zu haben, doch die Einführung eines noch leistungsfähigeren Videotools wirft neue Fragen zur Moderation von Inhalten auf.
Trotz der Kontroverse um die Plattform wird Grok Imagine weiterhin massiv genutzt. xAI zufolge hat das Tool allein in den vergangenen 30 Tagen 1,245 Milliarden Videos erzeugt.
Pariser Staatsanwaltschaft bestellt Elon Musk in Deepfake-Ermittlungen ein
Unabhängig davon haben französische Behörden Elon Musk und die ehemalige X-CEO Linda Yaccarino nach einer heutigen Durchsuchung der Pariser Büros der Plattform zur Befragung vorgeladen.
Die Cybercrime-Einheit der Staatsanwaltschaft untersucht gemeinsam mit Europol mögliche Straftaten, darunter die Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch, sexuellen Deepfakes und Inhalten, die den Holocaust leugnen, auf X.
In einer Stellungnahme erklärte die Staatsanwaltschaft, die Befragungen sollten es den Führungskräften ermöglichen, „ihre Position zu den Sachverhalten und gegebenenfalls zu den vorgesehenen Compliance-Maßnahmen darzulegen“, berichtete NBC News.
Die Ermittlungen ergänzen die bereits bestehende Prüfung, darunter eine formelle EU-Untersuchung zu sexuellen Deepfakes, die von Xs KI Grok erstellt wurden, sowie eine am Dienstag angekündigte neue Untersuchung des britischen Information Commissioner’s Office zum Missbrauch personenbezogener Daten zur Erstellung von Deepfakes.
Wie es mit Grok Imagine weitergeht
Mit Imagine 1.0 positioniert xAI Grok eindeutig als ernstzunehmenden Wettbewerber im schnell wachsenden Rennen um KI-Videos und bietet längere Clips, besseren Ton sowie Tools für Kreative und Entwickler gleichermaßen.
Gleichzeitig erfolgt die Einführung unter intensiver Beobachtung, da Aufsichtsbehörden und Bürgerrechtsgruppen weiterhin hinterfragen, wie Plattformen für generative Medien mit Missbrauch und schädlichen Inhalten umgehen.
Vorerst ruft xAI die Nutzer dazu auf, das Upgrade direkt unter grok.com/imagine zu testen.
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