Wir leben im Zeitalter der KI-Agenten – und arbeiten trotzdem noch mit PDFs? Was soll das?Nun, Adobe hat letzte Woche Acrobat Studio entfesselt, und es wurde höchste Zeit, dass jemand PDFs weniger … PDF-mäßig macht.
Die neue Plattform vereint Adobe Acrobat, Adobe Express und KI-Agenten in einem Arbeitsbereich, in dem du mit deinen Dokumenten chatten, Erkenntnisse gewinnen und Inhalte erstellen kannst, ohne zwischen 47 verschiedenen Apps hin- und herzuspringen.
Was ist das herausragende Feature?
Das Star-Feature heißt PDF Spaces. Stell dir vor, du verwandelst deine Dokumentensammlungen in intelligente Assistenten. Lade PDFs, Dokumente, Webseiten oder was auch immer hoch – anschließend helfen dir KI-Agenten dabei, Erkenntnisse zu finden, Fragen zu beantworten und ihre Quellen anzugeben. Du kannst diese KI-Assistenten sogar für bestimmte Rollen anpassen oder deine eigenen erstellen.
Was du damit tatsächlich machen kannst
- Geschäftsleute können Kundenunterlagen in einen Space kippen, die KI bitten, die wichtigsten Erkenntnisse zusammenzufassen, und daraus anschließend ausgefeilte Berichte oder Infografiken machen.
- Studierende können Recherche-Notizen organisieren, Lernhilfen erstellen und korrekte Quellenangaben erhalten – ganz ohne die übliche akademische Panik.
- Ganz normale Menschen können Hypothekenverträge hochladen, die KI bitten, die verwirrenden Passagen in einfacher Sprache zu erklären, und anschließend alles an einem Ort elektronisch unterschreiben.
Praxisbeispiele aus verschiedenen Abteilungen
- Vertriebsteams erstellen maßgeschneiderte Angebote und optimieren Antworten auf Ausschreibungen.
- Rechtsabteilungen können Verträge vergleichen, Richtlinien zusammenfassen und Fallakten sicher organisieren.
- Marketingteams können Kundenfeedback zusammenführen und Materialien für Produktstarts erstellen.
- Finanzabteilungen können Berichte zusammenfassen und präsentationsfertige Unterlagen für die Compliance erstellen.
- Personalabteilungen können Lebensläufe in großem Maßstab prüfen und Onboarding-Prozesse vereinfachen.
Der Bereich der Inhaltserstellung wird besonders interessant. Sobald du Erkenntnisse extrahiert hast, kannst du sie mithilfe der Adobe-Express-Tools sofort in Infografiken, Präsentationen oder Social-Media-Posts verwandeln … alles unterstützt von Adobe Firefly für die Bild- und Videogenerierung.
Die Perspektive für Unternehmen
Adobe setzt hier stark auf Sicherheit. Alles läuft in isolierten Umgebungen mit Verschlüsselung auf Enterprise-Niveau, und Adobe trainiert keine KI-Modelle mit Kundendaten.
Die KI-Assistenten können außerdem unterschiedliche Rollen übernehmen – etwa „Lehrkraft“, „Analyst“ oder „Unterhalter“ (wie wäre es mit „Lies meine Dokumente im Stil von The Neuron vor“) – je nachdem, wie du Informationen präsentiert haben möchtest. Außerdem kannst du ganze PDF Spaces mit Kollegen teilen, sodass alle im selben intelligenten Dokumenten-Hub arbeiten. Das ist doch nett.
Preise
Der Preis beginnt bei 24,99 US-Dollar pro Monat für Einzelpersonen (29,99 US-Dollar für Teams). Das ist nicht gerade günstig, umfasst aber Adobe Express Premium und alle klassischen Acrobat-Pro-Tools.
Unsere Einschätzung
Wie Axios angemerkt hat, glauben manche – etwa der Wedbush-Analyst Dan Ives –, dass Adobe hier nur aufholt. Ives hat Adobe kürzlich von seiner AI 30-Liste gestrichen. Derweil bietet Google NotebookLM eine Version davon bereits kostenlos an, und die Projekte von Claude und ChatGPT bieten ähnliche Funktionen für den Dokumenten-Chat. Und wie wir bereits gesagt haben (und SemiAnalysis bestätigt hat), glauben wir, dass OpenAI auf eine Super-App hinarbeitet, die irgendwann all deine Dokumente beherbergt.
Die Perspektive für Unternehmen ist der Bereich, in dem Adobe einen Vorteil haben könnte. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass 69 % der Organisationen durch KI verursachte Datenlecks als größte Sorge nennen, und Unternehmen blockieren 59,9 % der KI-Transaktionen aus Sicherheitsbedenken. Adobes Argumentation rund um Sicherheit auf Enterprise-Niveau und das Versprechen, keine Kundendaten zum Training zu verwenden, könnte Anklang finden.
Wie dem auch sei – ganz gleich, wie cool das alles ist oder nicht: Das viralste neue Adobe-Feature ist tatsächlich dieses hier aus Illustrator, mit dem du deine Bilder endlich drehen kannst.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Inhalt erschien ursprünglich in unserer Schwesterpublikation The Neuron. Mehr von The Neuron kannst du lesen, wenn du dich hier für den Newsletter anmeldest.

