Amazon hat in die neue KI-gestützte Unterhaltungsplattform Showrunner von Fable Studio investiert, die passive Zuschauer mithilfe kreativer Prompts und weniger Klicks zu den Machern ganzer animierter TV-Shows macht.
Fable-CEO und Mitgründer Edward Saatchi hat Showrunner entwickelt, auch bekannt als der „Netflix der KI“. Jeder kann die Plattform nutzen, um eigene Geschichten zu verfassen, bestehende Serien oder Szenen zu remixen, abgeleitete Folgen in einem ähnlichen Stil zu erstellen und sich sogar selbst in Folgen einzufügen. KI automatisiert das Schreiben, die Animation und die Vertonung.
„Streamingdienste aus Hollywood werden bald zu zweiseitiger Unterhaltung“, sagte Saatchi gegenüber Variety. „Zuschauer, die eine Staffel einer Serie schauen und sie lieben, werden nun mit ein paar Worten neue Folgen erstellen und sich mit einem Foto in Figuren verwandeln können.“
Zu den ersten Serien, die auf Showrunner starten, gehören „Exit Valley“, eine satirische Komödie, die Eliten aus dem Silicon Valley wie Elon Musk und Sam Altman aufs Korn nimmt, sowie „Everything Is Fine“, eine Beziehungs-Dramedy mit Science-Fiction-Wendungen.
Kreative können bis zu 40 % der kreditbasierten Einnahmen erhalten, wenn andere ihre Originalserien weiterentwickeln. Saatchi glaubt, dass dieses „Creator-first-Modell“ der Schlüssel zum Aufbau eines kollaborativen Ökosystems für generatives Storytelling sein könnte.
Amazons Investition und Hollywoods vorsichtiges Interesse
Amazons Beteiligung erfolgt über den Alexa Fund, der Start-ups unterstützt, die innovative Sprach- und KI-Technologien entwickeln. Obwohl die Höhe der Investition nicht bekannt gegeben wurde, unterstreicht Amazons Unterstützung das Engagement des Unternehmens, die Rolle von KI in der Unterhaltung zu erforschen.
Saatchi wirbt aktiv bei Studios dafür, ihre geistigen Eigentumsrechte (IP) für Showrunner zu lizenzieren, damit Nutzer rechtmäßig Spin-offs und neue Handlungsstränge auf Grundlage beliebter Franchises generieren können. Berichten zufolge laufen die Gespräche noch, und ein nicht namentlich genanntes Studio hat bereits zugesagt.
„Vielleicht will das niemand, und es wird nicht funktionieren“, räumte Saatchi gegenüber Variety ein und verwies auf die Lehren aus seinem früheren Vorhaben mit Oculus Story Studio.
Er räumte außerdem ein, dass KI-generiertes Storytelling noch immer mit langen Handlungsbögen zu kämpfen hat und sich daher vorerst besser für Sitcoms oder kurze episodische Inhalte eignet. Saatchi bleibt dennoch vorsichtig optimistisch.
Verfügbarkeit und Kosten der Showrunner-Plattform
Showrunner befindet sich in einer öffentlichen Alpha-Phase, und die Nutzung ist zunächst kostenlos. Der Dienst plant die Einführung eines kreditbasierten Abomodells mit monatlichen Kosten zwischen 10 und 40 US-Dollar.
Mit einer Warteliste, die Berichten zufolge mehr als 100.000 Nutzer umfasst, könnte Showrunner einen wichtigen Wendepunkt für interaktive Unterhaltung markieren.
Im Juni reichten Disney und Universal eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung gegen die KI-Bildgenerierungsplattform Midjourney ein. Die Einzelheiten finden Sie im Nachrichtenartikel von eWeek.

