Im Rahmen eines KI-Lizenzabkommens, das in seiner Art einzigartig ist, erhält Amazon laut The Wall Street Journal für jährlich 20 bis 25 Millionen US-Dollar Zugriff auf Inhalte der The New York Times. Dies ist ein Meilenstein, da es sich um den ersten KI-bezogenen Lizenzvertrag der Times und Amazons erste Vereinbarung dieser Art mit einem Verlag handelt.
Der Amazon-NYT-Deal wurde im Mai bekannt gegeben, doch die finanziellen Details waren zuvor nicht veröffentlicht worden. Amazon erhält die Rechte an einer breiten Auswahl von Inhalten der Times, darunter Nachrichten, Koch- und Sportinhalte, die das Unternehmen zur Entwicklung von KI-Anwendungen wie seinem Sprachassistenten Alexa und anderen Diensten nutzen kann, wie das Journal berichtete.
KI-Unternehmen greifen für Trainingsdaten zunehmend auf Nachrichteninhalte zurück
Technologieunternehmen haben zunehmend Inhalte von Nachrichtenorganisationen zum Trainieren ihrer KI-Modelle verwendet. Dadurch können sie in Echtzeit auf Nutzerfragen zu aktuellen Ereignissen antworten.
Im vergangenen Jahr unterzeichnete OpenAI eine Vereinbarung mit News Corp. – der Muttergesellschaft des Journal – im Wert von mehr als 250 Millionen US-Dollar über fünf Jahre sowie Vereinbarungen mit Business Insider und Axel Springer, dem Eigentümer von Politico. Laut Berichten des Journal sind diese Deals schätzungsweise 25 bis 30 Millionen US-Dollar wert.
Der Wert von Nachrichten für KI-Modelle
Da die Nutzung von Journalismus zum Trainieren von KI-Modellen zunimmt, sind auch die Bedenken über Urheberrechtsverletzungen gewachsen. Tatsächlich hat die Times Klage gegen OpenAI und Microsoft eingereicht, während zwei Tochtergesellschaften von News Corp. separat gegen die KI-Suchmaschine Perplexity klagen. Weitere Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen wurden von The Intercept, Raw Story, Getty und AlterNet gegen OpenAI, Microsoft, Stability AI und andere eingereicht.
In einem Bericht von Nieman Reports aus dem Jahr 2024, stellte die Journalistin und Forscherin Courtney Radsch fest, dass viele Verlage argumentieren, OpenAI und ähnliche Unternehmen hätten ihre Artikel ohne Zustimmung oder Vergütung genutzt.
„Während wir den Streit zwischen Nachrichtenorganisationen und Big Tech sowie die Entwicklung der Regeln rund um KI beobachten, sollten wir von den politischen Entscheidungsträgern erwarten, dass sie die Regeln festlegen und gleiche Wettbewerbsbedingungen sicherstellen, damit der Journalismus in der Übergangsphase zur KI überlebt und floriert“, schrieb Radsch. „Dies ist nicht nur für die angeschlagene Nachrichtenbranche von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Demokratie insgesamt.“

