Anthropic lehnt Werbung in Claude ab und setzt stattdessen auf Abonnements

a person in the office typing in a computer

Image: Generated with Google Gemini.

Written By
Liz Ticong
Liz Ticong
Feb 5, 2026
3 minute read
eWeek content and product recommendations are editorially independent. We may make money when you click on links to our partners. Learn More

Anthropic zieht eine klare Grenze, wenn es darum geht, wie das Unternehmen mit KI Geld verdienen will.

In einer neuen Ankündigung erklärte das Unternehmen, Claude werde werbefrei bleiben. Damit lehnt es Werbung innerhalb von Gesprächen ab und setzt noch stärker auf Abonnements und Einnahmen aus dem Unternehmensgeschäft.

Die Entscheidung soll die KI als vertrauenswürdiges Werkzeug erhalten. Das Unternehmen argumentiert, dass dialogbasierte Systeme kein geeigneter Ort für Werbung seien und sich weiterhin darauf konzentrieren sollten, Nutzer ohne kommerzielle Einflussnahme beim Denken und Arbeiten zu unterstützen.

Von Grund auf offen

Anthropic betonte, dass Gespräche mit Claude sich strukturell von anderen digitalen Produkten unterscheiden, weil sie nicht auf kurze Anfragen oder vordefinierte Eingaben beschränkt sind. Nutzer liefern häufig ausführlichen Kontext, denken laut nach und greifen Ideen über mehrere Gesprächsrunden hinweg wieder auf, wodurch sich die Interaktionen weiterentwickeln.

Das Unternehmen ergänzte, dass dieses offene Format dazu führt, dass Menschen Informationen teilen, die sie in Such- oder sozialen Umgebungen normalerweise nicht preisgeben würden – darunter sensible, persönliche oder besonders folgenreiche Details. Diese Tiefe macht dialogbasierte KI für komplexe Arbeit und Reflexion nützlich. Zugleich merkte das Unternehmen an, dass dieses Medium dadurch anfälliger für subtile Einflussnahme ist als Feeds oder Ergebnisseiten, die auf das Herausfiltern von Unwichtigem ausgerichtet sind.

Interaktion ist nicht dasselbe wie Nutzen

Zu den von Anthropic genannten Risiken gehört eine Veränderung dessen, wofür das System belohnt wird. Werbung erzeugt den Druck, die Verweildauer, wiederholte Besuche und ausgedehnte Hin-und-her-Gespräche zu optimieren – Signale, die wie Erfolg aussehen können, aber kaum Aufschluss darüber geben, ob ein Nutzer tatsächlich ein Problem gelöst oder Fortschritte gemacht hat.

Eine weitere Sorge ist weniger sichtbar, dafür aber persönlicher. Sobald kommerzielle Anreize bestehen, so Anthropic, wird es für Nutzer schwieriger zu erkennen, warum ein Vorschlag überhaupt angezeigt wird: weil er zum Gespräch passt oder weil er auf einen Kauf hindeutet. Diese Unklarheit ist besonders in Gesprächen von Bedeutung, die beratend wirken – dort erwarten Nutzer Orientierung und kein verborgenes Motiv, das die Antwort beeinflusst.

Advertisement

Erfolg neu definieren

Anthropic erklärte, dass der Verzicht auf den Druck durch Werbung Claude ermöglicht, Ergebnisse über Interaktion zu stellen – einschließlich Gesprächen, die schnell enden, sobald eine Aufgabe erledigt ist. Das Unternehmen merkte an, dass der effektivste Austausch oft der kürzeste ist: Der Nutzer erhält, was er braucht, ohne dazu gedrängt zu werden, das Gespräch fortzusetzen.

Die Ankündigung legte außerdem dar, wie dieser Ansatz beeinflusst, wobei Claude unterstützen kann. Kommerzielle Aktivitäten sind auf vom Nutzer initiierte Anfragen beschränkt; der Chatbot wird nur auf Aufforderung tätig, anstatt auf einen Kauf hinzulenken.

Anthropic nannte Integrationen mit Tools von Drittanbietern, anhaltende Investitionen in kleinere Modelle sowie vergünstigten Zugang für Lehrkräfte und gemeinnützige Organisationen als Beispiele dafür, wie Ressourcen auf Produktivität und Zugang statt auf Mechanismen zur Nutzerbindung oder für Zusatzverkäufe ausgerichtet werden.

Die Geschichte zweier Chatbots

Im vergangenen Monat erklärte OpenAI, es werde in den kostenlosen und Go-Tarifen von ChatGPT in den USA mit Werbung zu experimentieren beginnen. Die Werbung soll klar gekennzeichnet und getrennt von den Antworten angezeigt werden. Der Rollout soll innerhalb weniger Wochen beginnen, während das Unternehmen daran arbeitet, Werbung in sein meistgenutztes Produkt zu integrieren.

Diese Strategie steht nun Anthropic Entscheidung zu Claude gegenüber. Während OpenAI die Tür für Werbung in seinem KI-Tool öffnet, schließt Anthropic sie ausdrücklich, sodass die beiden Chatbots gleichzeitig unterschiedliche Wege bei der Umsatzgenerierung einschlagen.

Anthropics jüngste Veröffentlichung im Bereich juristischer KI sorgt bereits für Unruhe bei europäischen Datenunternehmen und lässt Milliarden von ihren Marktbewertungen verschwinden.

Liz Ticong

Liz Ticong is a staff writer for eWeek and TechRepublic focused on AI, cybersecurity, enterprise software, and data. She has more than 10 years of editorial experience as a technology industry writer, combining reporting, product research, and hands-on software testing in her coverage. Her work has been published on Datamation, Enterprise Networking Planet, and TechnologyAdvice.com. She writes technology news, software reviews, product comparisons, and buyer’s guides for business and IT readers.

eWeek Logo

eWeek has the latest technology news and analysis, buying guides, and product reviews for IT professionals and technology buyers. The site's focus is on innovative solutions and covering in-depth technical content. eWeek stays on the cutting edge of technology news and IT trends through interviews and expert analysis. Gain insight from top innovators and thought leaders in the fields of IT, business, enterprise software, startups, and more.

Property of TechnologyAdvice. © 2026 TechnologyAdvice. All Rights Reserved

Advertiser Disclosure: Some of the products that appear on this site are from companies from which TechnologyAdvice receives compensation. This compensation may impact how and where products appear on this site including, for example, the order in which they appear. TechnologyAdvice does not include all companies or all types of products available in the marketplace.