Bandcamp hat gerade der gesamten KI-generierten Musik den Riegel vorgeschoben und damit eindeutig Stellung für menschliche Kreativität bezogen.
In einem Reddit-Post vom 13. Jan. formalisierte das Unternehmen das Verbot und verwies auf sein Bekenntnis zu von Menschen geschaffener Kunst. Die Ankündigung löste unter Künstlern und Fans gemischte Reaktionen aus, obwohl viele die Entscheidung als längst überfälligen Schritt unterstützten.
Mit dem Verbot ist Bandcamp das erste große Musikvertriebsunternehmen, das KI-Inhalte untersagt – ein Schritt, der die Plattform klar von Konkurrenten wie Spotify und YouTube Music abgrenzt, die bislang nur geringfügige Regelungen für KI-Inhalte eingeführt haben.
Menschen gegen KI: Der Kampf gegen KI-generierte Inhalte
Seit dem Start von OpenAIs ChatGPT im November 2022 sind die Möglichkeiten der KI exponentiell gewachsen. Nutzer können Texte, Bilder und Musik erzeugen und neuerdings auch realistische hochauflösende Videos. Der Einsatz von KI entwickelte sich sofort zu einer polarisierten Debatte, die die Struktur des Internets grundlegend veränderte. Kritiker argumentieren, dass ihr Einsatz bei der Inhaltserstellung das Internet mit KI-Müll überschwemmt und zugleich die Einkommensquellen von Millionen Menschen bedroht.
Das Verbot positioniert Bandcamp als Verteidiger menschlicher Kreativität und bekräftigt, dass KI lediglich ein Werkzeug ist, das menschliche Künstler niemals in kreativen Bereichen wie der Musik.
Auf Reddit präzisierte Bandcamp die Regel: „Musik und Audio, die ganz oder zu einem wesentlichen Teil von KI erzeugt wurden, sind auf Bandcamp nicht zulässig.“
Bandcamp bekräftigte außerdem seine Richtlinie zu Deepfakes und erklärte: „Jegliche Nutzung von KI-Tools, um andere Künstler oder Stile zu imitieren, ist gemäß unseren bestehenden Richtlinien zum Verbot von Identitätsvortäuschung und Verletzungen geistigen Eigentums strengstens untersagt.“
Wie geht es weiter?
Obwohl KI-generierte Musik bereits zuvor auf Bandcamp existierte, verpflichtet das neue Verbot jeden Uploader, alle betroffenen Inhalte unverzüglich zu entfernen. Die Plattform wartet nicht auf eine automatisierte Erkennung, sondern fordert ihre Nutzer in dem Beitrag proaktiv auf, mutmaßliche KI-Musik zur manuellen Prüfung durch Menschen zu melden. Dieser strenge Ansatz unterstreicht das Engagement für eine sofortige Umsetzung und vollständige Einhaltung der Regeln im gesamten Dienst.
Das neue Verbot ergänzt die bisherigen Richtlinien von Bandcamp, darunter das Verbot des Crawlens von Musik, die auf seiner Website hochgeladen wurde, zum Training von KI-Modellen und für maschinelles Lernen. Aufgrund dieser Maßnahmen wird erwartet, dass Bandcamps künftige KI-Richtlinien ebenfalls in eine ähnlich restriktive Richtung gehen.
Wie stehen andere zu diesem Thema?
Spotify und YouTube Music verfügen über die größten Nutzerbasen im Musikvertriebsmarkt, wodurch Bandcamp als kleinere, wenn auch äußerst wichtige Plattform erscheint. Aufgrund seiner bereits etablierten Nische und seines Rufs, unabhängige Künstler zu unterstützen, vermuten einige Analysten inzwischen, dass das Verbot ein strategischer Schritt ist, mit dem sich Bandcamp weiter als erste Adresse für ausschließlich von Menschen geschaffene Musik positionieren will.
Obwohl beide den Einsatz von KI zur Imitation von Künstlern untersagen, ist es bei Spotify und YouTube weniger wahrscheinlich, dass sie KI-Musik verbieten. Bei Spotify rangieren bereits KI-Künstler weit oben in den Musikcharts, wobei Sienna Rose ein prominentes Beispiel ist. YouTube hingegen hat KI-Inhalte sowohl auf seiner Hauptplattform als auch auf YouTube Music vollständig angenommen.
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