YouTube hat kürzlich Restyle vorgestellt, ein KI-gestütztes Tool, mit dem Content-Creator ihre Videos bearbeiten und an verschiedene Themen, Stimmungen oder Vorlieben des Publikums anpassen können. Restyle ist die jüngste Ergänzung von Dream Track, YouTubes experimentellem Hub für KI-Funktionen.
Um Musik neu zu gestalten, wählen Sie die „Restyle a Track“-Aufforderung, wählen einen geeigneten Song aus, legen fest, wie Sie ihn neu interpretieren möchten – etwa indem Sie sein Genre oder seine Stimmung verändern – und lassen die KI eine neue 30 Sekunden lange Version des Stücks erstellen. YouTube hat zwar noch nicht alle Songs oder Labels bekannt gegeben, die Teil dieses Tests sind, doch zu den Künstlern, die sich zur Teilnahme an dem Projekt bereit erklärt haben, gehören unter anderem Charlie Puth, Charli XCX, Demi Lovato und John Legend.
Was dieses Experiment auszeichnet, ist der Einsatz von KI-generierten Stimmen der beteiligten Künstler, wodurch die Musikproduktion um eine dynamische neue Dimension erweitert wird. Creator können diese neu gestalteten Tracks in ihre YouTube Shorts integrieren, wobei die ursprüngliche Musik korrekt angegeben und die Nutzung von YouTube-KI ausdrücklich gekennzeichnet wird. YouTube zufolge erfasst diese neue KI-gestützte Interpretation den Kern des Originalsongs einschließlich Stimmen und Liedtext, bietet aber zugleich eine neue Perspektive, die der Absicht des Creators entspricht. So könnte beispielsweise aus einem beschwingten Popsong eine gefühlvolle Ballade oder ein energiegeladener elektronischer Remix werden.
„KI ist jetzt jedermanns Aufgabe“, sagte YouTubes chief business officer Mary Ellen Coe bei einer Made on YouTube Conference-Roundtable-Diskussion im September und fügte hinzu, dass KI „alles durchdringt“.
Angesichts dieses starken Fokus auf die aufkommende Technologie achtet das Unternehmen darauf, seine KI-Tools so ethisch wie möglich zu gestalten. Viele Künstler haben vor dem unethischen Einsatz von KI in der Musikbranche gewarnt. Mehr als 200 A-List-Künstler – darunter Nicki Minaj, Stevie Wonder, Billie Eilish und Beyonce – unterzeichneten Anfang dieses Jahres einen offenen Brief der Interessenvertretung Artists Right Alliance.
Die Einführung von KI-Neugestaltung könnte YouTube den Versuch darstellen, die Grenzen des kreativen Ausdrucks in seiner App auszuloten, die sich dem branchenweiten Trend verschreibt, KI in die Kunst zu integrieren. Mittlerweile gibt es mehrere KI-Kunstgeneratoren für bildende Künstler zum Ausprobieren.
Obwohl YouTube an einer Haltung zum verantwortungsvollen Einsatz von KI festhält und verspricht, die Rechte und Tantiemen von Künstlern zu gewährleisten, bleibt abzuwarten, wie sich dieses neue Experiment entwickelt.

