„ChatGPT für Ärzte“: Das Start-up OpenEvidence sichert sich eine Bewertung von 12 Milliarden US-Dollar

Nurse typing on a laptop with medical AI software for differential diagnosis.

Image: Generated via Google’s Nano Banana

Jan 22, 2026
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OpenEvidence, die in Miami ansässige KI-Plattform, die sich schnell zur digitalen rechten Hand von fast der Hälfte der US-amerikanischen Ärzte entwickelt hat, gab am Mittwoch bekannt, eine gewaltige Finanzierungsrunde der Serie D über 250 Millionen US-Dollar abgeschlossen zu haben. 

Diese jüngste Finanzspritze, die von Thrive Capital und DST Global gemeinsam angeführt wurde, hat die Bewertung des Unternehmens innerhalb von nur drei Monaten von 6 Milliarden auf 12 Milliarden US-Dollar verdoppelt.

Der Aufstieg des Start-ups war geradezu kometenhaft. Seit der ersten externen Kapitalaufnahme vor weniger als einem Jahr hat OpenEvidence rund 700 Millionen US-Dollar von einem „Who’s who“ des Silicon Valley und des Gesundheitswesens eingesammelt, darunter Nvidia, Google Ventures, Sequoia Capital und die Mayo Clinic.

Warum Ärzte Google den Rücken kehren

Während allgemeine KI-Tools manchmal halluzinieren oder „Fakten“ aus fragwürdigen Winkeln des Internets heranziehen, hat sich OpenEvidence den Ruf als „Gehirnverlängerung“ erarbeitet, die ausschließlich die guten Inhalte liest.

Die Plattform wird ausschließlich anhand von Fachzeitschriften mit Peer-Review und hochwertigen klinischen Daten trainiert – durch Partnerschaften mit Schwergewichten wie dem New England Journal of Medicine und der American Medical Association.

Der Gründer und CEO Daniel Nadler, ein 42-jähriger Milliardär, Dichter und Tech-Veteran, erklärte gegenüber CNBC, dass der gängige Spitzname für sein Unternehmen nicht die ganze Geschichte erzählt:

„‚ChatGPT für Ärzte‘ ist eine nützliche Kurzform, aber tatsächlich helfen wir Ärzten dabei, am Ort der Behandlung klinische Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen zu treffen“, sagte Nadler. „Es wird nicht anhand des offenen Internets oder sozialer Medien trainiert, die minderwertige medizinische Informationen enthalten können.“

Die Zahlen legen nahe, dass das Tool nicht nur eine Spielerei ist, sondern zunehmend unverzichtbar wird. Heute nutzen mehr als 40 % der US-Ärzte die Plattform in über 10.000 Krankenhäusern. Allein im Dezember unterstützte die KI 18 Millionen klinische Konsultationen.

Das Problem, das sie löst, ist simpel: Zeit.

„Wenn ein Arzt auf dem Laufenden bleiben wollte, indem er ausschließlich die neuen Erkenntnisse in den 10 wichtigsten medizinischen Fachzeitschriften und nur die aktuellsten Änderungen der Leitlinien für sein Fachgebiet liest, würde das jeden Tag neun Stunden seines Tages beanspruchen. Ohne eine Technologie wie OpenEvidence entgehen Ärzten möglicherweise wichtige neue Erkenntnisse oder Leitlinien – einfach, weil ihnen die Zeit fehlt, sie zu finden“, sagte Nadler in einer Mitteilung.

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Der Vorteil des werbefinanzierten Modells

Im Gegensatz zu vielen KI-Unternehmen, die teure Abonnements verlangen, ist OpenEvidence für Ärzte kostenlos.

Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr mithilfe eines Werbemodells einen Jahresumsatz von 100 Millionen US-Dollar. Pharma- und Medizintechnikunternehmen zahlen für kurze Videoanzeigen, die abhängig davon eingeblendet werden, wonach Ärzte suchen.

Nadler, der seine vorherige KI-Firma Kensho Technologies 2018 für 700 Millionen US-Dollar verkaufte, ist nach dieser jüngsten Finanzierungsrunde schätzungsweise 7,6 Milliarden US-Dollar wert. Trotz der hohen Einsätze hat er es mit einem Börsengang vorerst nicht eilig. Er erklärte gegenüber CNBC, dass größere Fische wie OpenAI und SpaceX zuerst den Weg an die Börse weisen sollten.

„Die Natur folgt einer Reihenfolge“, sagte Nadler gegenüber CNBC. „Unternehmen für Basismodelle gehen zuerst an die Börse. Dann folgt die Anwendungsebene. So hat sich das Internet entwickelt, und so wird sich auch dieser Zyklus entwickeln.“

Während Tech-Giganten wie OpenAI und Anthropic kürzlich ihre eigenen Erweiterungen auf medizinischem Niveau auf den Markt gebracht haben – ChatGPT Health und Claude for Healthcare – behauptet OpenEvidence, dass seine gewaltige „Feedbackschleife“ aus Hunderten Millionen realer Konsultationen ihm einen „Burggraben“ verschafft, der sich nahezu unmöglich kopieren lässt.

Außerdem lesenswert: Die Debatten über ethische KI im Gesundheitswesen verschärfen sich, während sich Tools wie OpenEvidence in den täglichen klinischen Arbeitsabläufen verbreiten.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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