Auf seiner Partnerkonferenz 2026 erklärte der chinesische Robotik-Vorreiter AGIBOT, dass dieses Jahr den Beginn des „Deployment Year One“ markiert.
Über einfache Demonstrationen hinaus stellte das Unternehmen eine umfangreiche Palette aus fünf Roboterplattformen und acht KI-Modellen vor, die für den Umgang mit realen Aufgaben in Fabriken, Geschäften und Haushalten entwickelt wurden. Das Ziel? Roboter von einer „Laborneugier“ zu einem unverzichtbaren Teil der menschlichen Arbeitswelt zu machen.
„Verkörperte Intelligenz ist kein Konzept mehr, sondern entwickelt sich zu einer neuen Form produktiver Infrastruktur“, erklärte Peng Zhihui, Mitgründer, Präsident und CTO von AGIBOT, in der Mitteilung des Unternehmens.
Fünf Roboterplattformen für unterschiedliche Umgebungen
AGIBOT stellte eine Kombination aus Robotern für unterschiedliche Umgebungen vor – von kundenorientierten Aufgaben bis hin zu industriellen Einsätzen.
Der AGIBOT A3 ist das neue humanoide Aushängeschild des Unternehmens: 173 cm groß, 55 kg schwer und aus Magnesium und Titan gefertigt, um das Gewicht gering zu halten, ohne bei der Stabilität Abstriche zu machen. Der Akku hält 10 Stunden, der Austausch dauert 10 Sekunden. Mithilfe einer UWB-Ortung im Zentimeterbereich kann der Roboter gleichzeitig mit bis zu 100 weiteren Einheiten koordiniert werden.
Für beengtere Umgebungen, in denen eine engere Zusammenarbeit erforderlich ist, wurde der G2 Air als kompakter mobiler Manipulator mit einem einzigen Arm konzipiert, der direkt neben Menschen arbeiten kann. Er passt in Bereiche mit einer Breite von weniger als 800 mm und lässt sich auf kleinstem Raum wenden – praktisch für Verkaufsregale, Krankenhausflure und Montagelinien. Bemerkenswert ist, dass er während der Arbeit Trainingsdaten in Echtzeit sammelt. Dadurch wird jeder abgeschlossene Arbeitseinsatz zur Grundlage für einen intelligenteren nächsten.
Auf vier Beinen ist der D2 Max als weltweit erster autonomer Roboter der Autonomiestufe 3 für jedes Gelände positioniert. Anders als frühere vierbeinige Roboter, die von einem Menschen per Joystick gesteuert werden mussten, navigiert der D2 Max selbstständig. Damit eignet er sich für Sicherheitspatrouillen, industrielle Inspektionen und Rettungseinsätze in Umgebungen, die für herkömmliche Roboter mit Rädern zu gefährlich oder unberechenbar sind.
Für präzise manuelle Arbeiten bringt die OmniHand 3 Ultra-T 22+3 Freiheitsgrade, eine vollständige taktile 3D-Wahrnehmung und eine Reaktionszeit von unter 0,3 Sekunden in die Frage nach der Geschicklichkeit von Robotern ein. Ergänzt wird sie durch den industriellen Greifer OmniPicker 3, der für eine Kraft von 140 N und eine Million Zyklen ausgelegt ist, sowie die robuste OmniHand 3 Lite für Umgebungen mit hoher Stoßbelastung.
Den Abschluss der Hardwarepalette bildet MEgo, ein Datenerfassungssystem, das überhaupt keinen Roboterkörper benötigt. Bediener tragen es und gehen ihren Aufgaben ganz normal nach, während es synchronisierte Bild-, Bewegungs- und taktile Daten erfasst, die direkt in KI-Trainingspipelines einfließen. AGIBOT begegnet damit dem anhaltenden Engpass, ausreichende hochwertige reale Daten zum Training von Manipulationsmodellen zu gewinnen.
Das Gehirn aus „einem Körper und drei Intelligenzen“
Die Hardware wird von einer Architektur angetrieben, die AGIBOT „One Robotic Body, Three Intelligences“ nennt. Dieses System vereint acht verschiedene KI-Modelle, damit sich Roboter natürlicher bewegen, arbeiten und unterhalten können.
So ermöglicht das Modell WITA Omni Robotern beispielsweise, die Gefühle eines Menschen zu verstehen und mit synchronisierter Sprache und Gestik zu reagieren. Das Behavioral Foundation Model (BFM) wiederum versetzt einen Roboter in die Lage, eine neue Aufgabe zu erlernen, indem er einfach ein kurzes Video eines Menschen bei ihrer Ausführung betrachtet.
Um das Training zu beschleunigen, startete AGIBOT außerdem Genie Sim 3.0, eine Plattform, die „digitale Zwillinge“ realer Umgebungen erstellt. So können Roboter Fertigkeiten in einer virtuellen Welt üben, bevor sie sie in realen Umgebungen ausprobieren.
Der Praxistest in der Fabrik
AGIBOT bestätigte, im März seinen 10.000. Roboter ausgeliefert zu haben. Viele dieser Einheiten arbeiten bereits an laufenden Produktionslinien. In einem Werk von Longcheer Technology im chinesischen Nanchang testen und sortieren G2-Humanoide derzeit Tablets. Berichten zufolge bewältigen sie bis zu 310 Einheiten pro Stunde bei einer Erfolgsquote von über 99,9 %.
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