Das chinesische Robotikunternehmen Unitree Robotics hat nach eigenen Angaben den weltweit ersten serienreifen bemannten Mecha vorgestellt.
Der GD01 getaufte Roboter wurde am Dienstag in Videos vorgestellt, die zeigen, wie Unitree-Gründer und CEO Wang Xingxing in das Cockpit steigt und die Maschine steuert. Der rund 2,7 Meter hohe Roboter kann zwischen zwei- und vierbeinigen Fortbewegungsmodi wechseln und kostet in der Basisversion 3,9 Millionen Yuan beziehungsweise rund 650.000 US-Dollar.
Von dem Unternehmen veröffentlichtes Demonstrationsmaterial zeigt, wie die 500 Kilogramm schwere Maschine aufrecht läuft, bevor sie mit ihren mechanischen Armen eine Ziegelmauer zum Einsturz bringt. Augenblicke später faltet sich der Roboter zu einer für unwegsameres Gelände ausgelegten vierbeinigen Konfiguration zusammen.
Chinas Robotik-Offensive nimmt Fahrt auf
Die Vorstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem chinesische Robotikunternehmen ihre Aktivitäten im Bereich humanoider Roboter und verkörperter KI-Systeme weiter aggressiv ausbauen.
Das Marktforschungsunternehmen Omdia schätzt, dass chinesische Unternehmen 2025 für nahezu 90 % der weltweiten Verkäufe humanoider Roboter verantwortlich waren. Berichten zufolge lieferte Unitree im vergangenen Jahr mehr als 5.500 humanoide Roboter aus und expandierte damit über sein Geschäft mit Roboterhunden hinaus in den Bereich humanoider Systeme und nun auch bemannter Mobilitätsplattformen.
Das Debüt des Mechas erfolgt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem China die Unterstützung für verkörperte Intelligenz ausbaut. Anfang dieses Jahres führte Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie ein Standardsystem für humanoide Roboter und verkörperte KI ein, während Städte wie Peking, Shanghai und Shenzhen Maßnahmen zur Beschleunigung der Robotikentwicklung auflegten.
Experten sehen Chancen, aber auch zahlreiche Herausforderungen
Huang Jiawei, ein Mitarbeiter des Marketings bei Unitree, sagte der Global Times , dass der angegebene Preis von 3,9 Millionen Yuan noch vorläufig sei. „Die endgültige Produktionsversion könnte je nach Optimierung der Leistungsfähigkeit noch angepasst werden“, sagte Huang.
Huang sagte außerdem, das Unternehmen sehe Roboter künftig in größeren Rollen in gefährlichen Arbeitsumgebungen und bei Inspektionsaufgaben, und fügte hinzu: „Das Produkt befindet sich derzeit noch in der ersten Generation, und es gibt tatsächlich viel Raum für Vorstellungen.“
Chen Jing, Vizepräsident des Instituts für Technologie- und Strategieforschung, sagte der Global Times, die Maschine stelle einen bedeutenden technischen Fortschritt für verkörperte KI dar, da sie nicht mehr auf Labordemonstrationen beschränkt sei.
Dennoch wies Chen darauf hin, dass mehrere praktische Hürden bestehen bleiben, darunter Akkulaufzeit, Komfort, Wartungskomplexität und die Alltagstauglichkeit. Der erfahrene Telekommunikationsanalyst Ma Jihua sagte der Publikation, die Roboter könnten irgendwann in Freizeitparks, beim Filmemachen, bei Rettungseinsätzen und in gefährlichen Umgebungen eingesetzt werden, auch wenn eine breite Einführung noch in weiter Ferne liege.
Unterdessen arbeitet das Unternehmen auch auf einen Börsengang hin. Im März reichte Unitree einen Antrag auf einen Börsengang am STAR Market in Shanghai ein. Das Unternehmen will dabei rund 4,2 Milliarden Yuan beziehungsweise etwa 608 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung im Bereich Robotik sowie intelligente Fertigung einnehmen.

