Humanoide Roboter gehen an die Börse: Chinas Unitree beantragt Börsengang über 610 Millionen US-Dollar angesichts stark steigender Nachfrage

Humanoid Robot

Image: Unitree

Apr 1, 2026
3 minute read
eWeek content and product recommendations are editorially independent. We may make money when you click on links to our partners. Learn More

Unitree Robotics, das in Hangzhou ansässige Start-up, das derzeit weltweit die meisten humanoiden Roboter verkauft, hat offiziell einen Antrag auf einen Börsengang (IPO) am STAR Market der Shanghai Stock Exchange eingereicht. 

Das Unternehmen will rund 4,2 Milliarden Yuan (610 Millionen US-Dollar) einnehmen – ein Schritt, der zeigen wird, ob Anleger glauben, dass diese zweibeinigen Maschinen bereit für die reale Welt sind oder noch immer lediglich Hightech-Spielzeug darstellen.

Während viele Robotikunternehmen dafür bekannt sind, ohne absehbares Ende das Geld ihrer Investoren zu verbrennen, stemmt sich Unitree gegen diesen Trend. Das Unternehmen meldete für 2025 einen gewaltigen finanziellen Sprung: Der Umsatz erreichte 1,71 Milliarden Yuan (250 Millionen US-Dollar), 335 % mehr als im Vorjahr.

Noch wichtiger ist, dass das Unternehmen tatsächlich Geld verdient. Unitree verbuchte 2025 einen bereinigten Nettogewinn von 600 Millionen Yuan (90 Millionen US-Dollar). Das steht in starkem Gegensatz zu Wettbewerbern wie UBTech Robotics, das Berichten zufolge seit Jahren Verluste macht.

Eine der beeindruckendsten Erkenntnisse in dem 364-seitigen Prospekt ist, wie schnell Unitree die Kosten senkt. 2023 hätte einer ihrer humanoiden Roboter noch rund 85.000 US-Dollar (593.400 Yuan) gekostet. Im vergangenen Jahr war dieser Durchschnittspreis auf 25.000 US-Dollar (167.600 Yuan) abgestürzt.

Normalerweise verschwinden Gewinne, wenn Preise so schnell sinken. Die Gewinnmargen von Unitree verbesserten sich jedoch tatsächlich auf knapp 60 %. Das Unternehmen führt dies auf seinen „vollständig intern entwickelten Full-Stack-Ansatz“ zurück – das heißt, es baut seine zentralen Komponenten selbst, statt sie von teuren Drittanbietern zu kaufen.

Wer kauft diese Geräte eigentlich?

Während wir häufig Videos dieser Roboter beim Rückwärtssalto oder Tanzen sehen, haben sie den Fabrikboden noch nicht ganz erobert. Dem Antrag zufolge stammen 73,6 % des Umsatzes von Unitrees humanoiden Robotern aus Forschung und Bildung.

Derzeit entfallen nur etwa 9 % des Umsatzes auf industrielle Anwendungen. Die meisten einsatzfähigen Humanoiden werden derzeit als Hightech-Fremdenführer oder für Markendemonstrationen eingesetzt. Trotzdem hat das Unternehmen große Wachstumspläne: In den kommenden fünf Jahren sollen jährlich 75.000 humanoide Roboter und 115.000 vierbeinige Quadruped-Roboter produziert werden.

Advertisement

Der Antrag weist auch auf Risiken hin. Unitree erklärte, man sei angesichts der „Unsicherheiten im Zusammenhang mit Handelspolitik und Geopolitik“ bei importierten Rohstoffen besorgt, die derzeit rund 20 % der Lieferkette ausmachen. Humanoide Roboter sind für ihre Rechenleistung stark auf Chips und Systeme von Nvidia angewiesen.

Die jüngste Finanzierungsrunde des Unternehmens im Juni 2025 bewertete es mit 12,7 Milliarden Yuan. Analysten und Marktbeobachter erwarten laut the South China Morning Post.

Die Börsennotierung von Unitree erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Wettbewerb in der humanoiden Robotik verschärft. Der Milliardär Elon Musk sagte, sein Unternehmen Tesla werde den Einzelverkauf seiner Optimus-Roboter bis Ende 2027 aufnehmen.

Doch vorerst treibt China die Unterstützung seiner Technologie-Champions zügig voran. Sollte der Antrag genehmigt werden, wäre Unitrees Börsengang einer der größten chinesischen Tech-Börsengänge im Inland seit Jahren – und ein Test dafür, ob Anleger bereit sind, auf eine Zukunft zu setzen, die sich zumindest für ein Unternehmen bereits im Geschäftsergebnis abzeichnet.

Weiterführende Lektüre: Roboter haben gerade 100 MW Solarstrom bei einem riesigen Projekt in Kalifornien installiert – ein Zeichen dafür, dass KI-gesteuerte Maschinen offiziell den Schritt von Pilotversuchen hin zu realer Energieinfrastruktur vollziehen.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

eWeek Logo

eWeek has the latest technology news and analysis, buying guides, and product reviews for IT professionals and technology buyers. The site's focus is on innovative solutions and covering in-depth technical content. eWeek stays on the cutting edge of technology news and IT trends through interviews and expert analysis. Gain insight from top innovators and thought leaders in the fields of IT, business, enterprise software, startups, and more.

Property of TechnologyAdvice. © 2026 TechnologyAdvice. All Rights Reserved

Advertiser Disclosure: Some of the products that appear on this site are from companies from which TechnologyAdvice receives compensation. This compensation may impact how and where products appear on this site including, for example, the order in which they appear. TechnologyAdvice does not include all companies or all types of products available in the marketplace.