Claude wird in Microsoft Foundry und Microsoft 365 Copilot verfügbar

Claude and Microsoft

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eWEEK Staff
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Nov 19, 2025
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Wie zwei vom Schicksal füreinander bestimmte Liebende verflechten sich Microsoft und Anthropic immer stärker.

Keine Sorge, das ist keine romantische Fiktion, sondern Geschäftswelt. Die beiden Unternehmen haben eine deutliche Ausweitung ihrer Partnerschaft angekündigt: Mehrere Claude-Modelle der Versionen 4,5 und 4,1 sind nun in Microsoft Foundry öffentlich als Preview verfügbar, zugleich werden die Integrationen in Microsoft 365 Copilot vertieft.

Dieser Schritt erweitert die Verfügbarkeit der KI-Modelle von Anthropic für Entwickler in Unternehmen und signalisiert Microsofts anhaltendes Bestreben, sein KI-Angebot über den bestehenden, auf OpenAI basierenden Stack hinaus zu diversifizieren.

Claude-Modelle kommen in Microsoft Foundry

Im Rahmen der erweiterten Partnerschaft sind Claude Sonnet 4,5, Haiku 4,5 und Opus 4,1 nun für Azure-Kunden über Microsoft Foundry zugänglich, die Plattform des Unternehmens zum Aufbau produktionsreifer KI-Systeme und agentischer Workflows.

Laut der Ankündigungkönnen Unternehmen damit „mit Claude, den weltweit besten Modellen für Programmierung, Agenten und Büroaufgaben“ arbeiten und dabei innerhalb ihrer bestehenden Microsoft-Infrastruktur bleiben. Da die Modelle serverlos über Foundry angeboten werden, verwaltet Anthropic die Infrastruktur und Skalierung. Das ermöglicht eine schnellere Bereitstellung für Unternehmen, die experimentieren oder direkt in die Produktion gehen möchten.

Entscheidend ist, dass die Modelle für das Microsoft Azure Consumption Commitment (MACC) von Unternehmen infrage kommen. Das bedeutet: Kunden, die mit Microsoft bereits Ausgabenverpflichtungen ausgehandelt haben, können die Modelle von Anthropic nutzen, ohne einen separaten Vertrag mit einem weiteren Anbieter abzuschließen. Für große Unternehmen entfallen dadurch Beschaffungsverzögerungen, die sich häufig über Monate hinziehen.

Tiefere Integration in Microsoft 365 Copilot

Die Partnerschaft stärkt außerdem Claudes Präsenz in Microsofts Produktivitätssuite. Claude treibt bereits den Researcher-Agenten in Microsoft 365 Copilot an, übernimmt komplexe, mehrstufige Rechercheaufgaben und unterstützt die Entwicklung benutzerdefinierter Agenten in Copilot Studio.

Nun kommt Excel hinzu. Der neue Agent Mode von Microsoft in Excel bietet die Möglichkeit, Claude zum „direkten Erstellen und Bearbeiten von Tabellen“ zu verwenden – einschließlich des Generierens von Formeln, der Datenanalyse, der Identifizierung von Fehlern und der schrittweisen Verbesserung von Lösungen. Diese Integration positioniert Claude als direkten Assistenten innerhalb eines der weltweit meistgenutzten Softwaretools für Unternehmen.

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Die Auswirkungen sind erheblich: Unternehmen, die zuvor zögerten, eigenständige KI-Lösungen einzuführen, können nun direkt in ihren zentralen Produktivitäts-Workflows auf fortschrittliche generative Modelle zugreifen – ohne zusätzlichen Beschaffungsaufwand oder Belastungen für die IT.

Das richtige Claude-Modell auswählen

Microsoft-Kunden können nun je nach Anforderungen ihrer Anwendungen an Komplexität, Geschwindigkeit und Kosten zwischen mehreren Claude-Modellen wählen:

Sonnet 4,5 ist für mehrstufiges logisches Schlussfolgern, agentische Workflows und autonome Programmieraufgaben optimiert. Durch seine Verfügbarkeit in Foundry wird es zu einem Konkurrenten für die o-Serie von OpenAI bei der Automatisierung der Programmierung in Unternehmen.

Haiku 4,5 bietet eine Leistung nahe dem Stand der Spitzenmodelle zum ungefähr ein Drittel des Preises von Sonnet und eignet sich damit ideal für Anwendungen mit hohem Volumen. Zu den Einsatzbereichen gehören Kundensupport, Inhaltsmoderation, Programmierhilfe in Echtzeit und die Orchestrierung von Subagenten. Für Unternehmen, die Automatisierungssysteme im großen Maßstab entwickeln, könnten die geringeren Kosten von Haiku die Betriebsausgaben spürbar senken.

Opus 4,1 ist als spezialisiertes Modell für logisches Schlussfolgern positioniert und bewältigt langwierige, komplexe Problemlösungen sowie ausführliche Analysen. Seine Aufnahme stärkt das Portfolio von Anthropic für Unternehmen, die präzises technisches Schlussfolgern benötigen – wie es etwa in den Bereichen Finanzen, juristische Recherche und wissenschaftliche Analyse üblich ist.

Alle Modelle in Foundry unterstützen fortschrittliche Funktionen der Claude Developer Platform: Tool-Nutzung, Bildverarbeitung, Websuche und -abruf, Quellenangaben, Codeausführung und Prompt-Caching. Damit können Entwickler Full-Stack-Agenten erstellen, die Daten abrufen, Probleme durchdenken und innerhalb von Unternehmensumgebungen autonom handeln.

Auswirkungen für Unternehmen

Für Unternehmen, die bereits in Microsoft Foundry oder Microsoft 365 Copilot investiert haben, beseitigt diese Partnerschaft eines der größten historischen Hindernisse für die Einführung neuer KI-Tools: die Komplexität der Anbieterlandschaft. Früher erforderte das Hinzufügen eines neuen Modells oder Anbieters separate Vertragsverhandlungen, die Genehmigung durch den Einkauf und die Abstimmung neuer Abrechnungszyklen.

Indem Anthropic direkt in Microsofts Preis- und Abrechnungsökosystem integriert wird, macht die Partnerschaft Claude effektiv zu einem „Add-on“ innerhalb von Azure – und senkt damit die Hürde für Experimente und Einführung. Dies könnte Multi-Modell-Strategien in Unternehmen beschleunigen: Dabei verlassen sich Unternehmen auf verschiedene KI-Systeme, die jeweils für unterschiedliche Aufgaben optimiert sind, statt auf ein einziges Allzweckmodell.

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