Das 500-Millionen-US-Dollar-KI-Startup, das im Stillen für Microsoft Kunden interviewt

Man in a gray shirt on a video call with a woman wearing headphones.

Image: Freepik

Jan 14, 2026
3 minute read
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Im Silicon Valley herrscht kein Mangel an KI-Hype, doch ein schnell wachsendes Startup tut etwas erfrischend Altmodisches: mit Kunden sprechen. 

Nur geschieht das inzwischen in riesigem Maßstab – im Auftrag von Unternehmen wie Microsoft.

Listen Labs, ein in San Francisco ansässiges KI-Unternehmen, ist zu einem unwahrscheinlichen Vermittler zwischen einigen der größten Marken der Welt und ihren Nutzern geworden. Das Startup setzt automatisierte KI-„Interviewer“ ein, um Kundenforschung durchzuführen und Unternehmen dabei zu helfen, zu verstehen, was Menschen tatsächlich über ihre Produkte denken.

Laut Forbes hat Listen Labs bereits mehr als 1 Million KI-gestützte Interviews für Kunden wie Microsoft, Sweetgreen und Perplexity durchgeführt. Das Unternehmen hat kürzlich 69 Millionen US-Dollar in einer Series-B-Finanzierungsrunde eingesammelt und damit seine Bewertung auf über 500 Millionen US-Dollar gesteigert, berichtete Forbes

Angeführt wurde die Runde von Ribbit Capital; beteiligt waren außerdem Evantic, Sequoia Capital, Conviction und Pear VC. Damit beläuft sich die Gesamtfinanzierung des im April 2025 gestarteten Startups auf mehr als 96 Millionen US-Dollar.

Vom Frust der Investoren zur Überzeugung vom Produkt

Die Idee erhielt starke Unterstützung von dem Risikokapitalgeber Micky Malka, dem Gründer von Ribbit Capital. Malka nutzt seit Langem Umfragen, um Investmentideen zu testen, ist aber zunehmend von traditionellen Methoden frustriert, die langsam und kostspielig sind und oft unvollständige Daten liefern.

Nachdem Ribbit Listen Labs ausprobiert hatte, begann das Unternehmen, die Plattform regelmäßig in seinem Portfolio einzusetzen. Malka sagte gegenüber Forbes: „Listen ist das beste Tool, um den Kunden zu verstehen.“ Er fügte hinzu: „Statt eine gelangweilte Person die Fragen stellen zu lassen, kann diese KI-Engine mit dir interagieren und die Fragen anpassen, um tiefer zu gehen.“

Diese Erfahrung führte letztlich dazu, dass Ribbit laut Forbes die Finanzierungsrunde anführte.

Microsoft braucht Geschwindigkeit

Für einen Technologieriesen wie Microsoft war es früher ein langsamer und teurer Kraftakt, seine riesige globale Zielgruppe zu verstehen. Traditionell dauerte es mehr als einen Monat, tiefgehende Erkenntnisse von Kunden zu gewinnen.

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Romani Patel, Senior Research Manager bei Microsoft, sagt, dass die alte Vorgehensweise oft bedeutete, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Laut einer Fallstudie von Listen Labs merkte Patel an: „Es dauert 4 bis 6 Wochen, bis wir zu Erkenntnissen gelangen“, und fügte hinzu: „Wenn wir so weit sind, ist entweder die Entscheidung bereits gefallen oder wir verpassen die Gelegenheit, sie tatsächlich zu beeinflussen.“

Durch den Einsatz von Listen Labs verkürzte Microsoft diese Wartezeit von Wochen auf wenige Stunden oder Tage. Patel hob auch die Kosteneffizienz des Tools hervor: „Wenn ich 100 Interviews mit Kunden führen möchte, kann ich das in großem Maßstab tun“, und: „Ich kann Hunderte von Nutzern zu einem Drittel der Kosten erreichen.“

Zu den prominentesten Einsätzen der Technologie gehörte Microsofts 50. Jubiläum. Das Team nutzte KI, um Videogeschichten von Nutzern über deren Verwendung von Copilot zu sammeln. Was früher ein zweimonatiges Projekt gewesen wäre, wurde in kurzer Zeit abgeschlossen.

Dem „KI-Müll“ den Kampf ansagen

Während der Markt für Kundenforschung mit etablierten Anbietern wie NielsenIQ und SurveyMonkey umkämpft ist, glaubt Listen-Labs-CEO Alfred Wahlforss, dass der Fokus seines Unternehmens auf Gesprächen mit „echten Menschen“ es von anderen abhebt.

Wahlforss sagte gegenüber Forbes, dass in einer Ära, in der KI Inhalte generieren kann, es wertvoller denn je ist zu wissen, was Menschen tatsächlich wollen. 

„Es gibt so viel KI-Müll da draußen – und jetzt, da man mit Claude Code und anderen Tools so schnell entwickeln kann, ist es wirklich wichtig geworden zu verstehen, was Menschen wollen“, sagte Wahlforss. „Wir helfen euch, mit echten Menschen zu sprechen.“

Auf der Plattform können Nutzer in ihrer eigenen Sprache per Video, Text oder Sprache antworten, wodurch der Prozess natürlicher und inklusiver wirkt als ein standardmäßiges digitales Formular.

Auch lesenswert: KI-Jobinterviewer werden immer verbreiteter. Die Tools können Bewerbern in Echtzeit Folgefragen stellen.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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