Das Silicon-Valley-Startup 1X Technologies wagt den großen Sprung von Fabrikhallen in die Wohnzimmer von Familien.
Der humanoide Roboter Neo, das Flaggschiff des Unternehmens, soll im Laufe des Jahres 2026 an US-Haushalte ausgeliefert werden. Der 20.000 US-Dollar teure und 5 Fuß 6 Zoll große Roboter ist als hilfreiches, wenn auch robotisches, Mitglied des Haushalts konzipiert.
Anders als sein industrieller Vorgänger Eve, der auf Rädern unterwegs war, läuft Neo auf zwei Beinen. Laut Dar Sleeper, VP of Product and Design bei 1X, gehört das Auspacken zum Charme des Roboters. „Dann läuft er los und stellt sich vor, holt sich eine Menge Informationen und fragt dich nach deinem Namen und all dem“, sagte Sleeper Dezeen in einem exklusiven Interview.
Für „cool“ statt gruselig konzipiert
Eine der größten Hürden für Heimrobotik liegt nicht nur in der Mechanik, sondern auch im Faktor des unheimlichen Tals. Um dem entgegenzuwirken, konzentrierte sich das 1X-Team, zu dem Veteranen von Nike, Tesla und Yeezy gehören, intensiv auf Ästhetik und haptischen Komfort.
Der ehemalige Nike-Designer Danny Chambers ist davon besessen, wie sich der Roboter anfühlt. „Es gibt diesen wirklich interessanten Dialog darüber, ob es sich um Haut oder Kleidung handelt“, sagte Chambers zu Dezeens Ellen Eberhardt.
Der Roboter steckt in einem weichen, 3D-gestrickten Ganzkörperanzug und nicht in kaltem Metall oder hartem Kunststoff. „Wir versuchen wirklich, dafür zu sorgen, dass er sich in deinem Zuhause sicher anfühlt“, fügte Chambers hinzu und erklärte die Philosophie: „Zum Beispiel eher wie ein Sofa als wie ein Kühlschrank.“
Dieser Fokus auf das Design kam direkt von ganz oben. Als Gründer Bernt Børnich Sleeper einstellte, war der Auftrag einfach. „Seine Vorgabe lautete: Kannst du das cool machen?“, erzählte Sleeper Dezeen.
Das Team musste außerdem das heikle Gleichgewicht bei den Proportionen des Roboters finden. Es vermied bewusst, Neo zu maskulin oder feminin wirken zu lassen, und entschied sich für ein geschlechtsneutrales, beinahe „cartoonhaftes“ Erscheinungsbild, damit sich die Nutzer nicht unwohl fühlen.
„Eine Körperform wird sehr schnell entweder sexualisiert oder beängstigend“, erklärte Sleeper Dezeen. „Wenn die Schultern zu breit sind, fühlt man sich bedroht. Wenn die Bauchmuskeln zu stark tailliert sind, wirkt es ein wenig zu sexy.“
Training mit menschlicher Beteiligung
Neo soll letztlich vollständig autonom arbeiten, ist aber noch nicht so weit. Die erste Robotergeneration wird teilweise per Teleoperation gesteuert. Dieses Human-in-the-Loop-System ermöglicht es der KI, einer Mischung aus OpenAI-Modellen und der hauseigenen Technologie von 1X, aus einer vielfältigen Auswahl realer häuslicher Umgebungen zu lernen.
Ziel ist es, Menschen mit konkretem Unterstützungsbedarf zu helfen, etwa älteren Eltern oder Menschen mit Behinderungen. Das Unternehmen räumt jedoch ein, dass diese komplexen Einsatzmöglichkeiten noch ausgearbeitet werden.
Da die Auslieferung voraussichtlich 2026 beginnt, wird Neos Einführung als Praxistest für Heimrobotikdienen. Die ersten Nutzer werden nicht nur Kunden sein, sondern effektiv dabei helfen, die nächste Generation KI-gestützter Assistenten zu trainieren.
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