1X, das norwegische Robotikunternehmen, das kürzlich begonnen hat, Vorbestellungen für seinen 20.000 US-Dollar teuren Haushaltsroboter entgegenzunehmen, hat eine Zusage erhalten, weltweit bis zu 10.000 seiner humanoiden Neo-Roboter bei großen Unternehmen einzusetzen.
Dieser beispiellose Rollout ist das Ergebnis einer neuen Partnerschaft mit seinem wichtigsten Investor, dem schwedischen Private-Equity-Giganten EQT.
Die am vergangenen Donnerstag bekannt gegebene Vereinbarung umfasst den Einsatz der zweibeinigen, vielseitig einsetzbaren Neo-Modelle zwischen 2026 und 2030 in EQTs umfangreichem Portfolio von mehr als 300 Unternehmen. Dieser Schritt markiert eine deutliche Neuausrichtung für den Neo-Roboter, der ursprünglich für den Einsatz durch Verbraucher vermarktet wurde und bei Hausarbeiten helfen sollte etwa beim Zusammenlegen von Wäsche.
Nun liegt sein Fokus eindeutig auf dem Industriesektor, mit gezielten Anwendungen in der Fertigung, Logistik, Lagerhaltung, im Gebäudebetrieb und im Gesundheitswesen. EQT, das Vermögenswerte im Wert von 267 Milliarden Euro verwaltet, wird die Auslieferung koordinieren; die endgültige Entscheidung über Kauf oder Leasing trifft jedoch jedes Portfoliounternehmen selbst.
„Ihnen Superkräfte verleihen“
Beide Unternehmen beschreiben die Partnerschaft als proaktive Lösung für den zunehmenden Arbeitskräftemangel und als Schritt hin zu einer effizienteren und sichereren globalen Arbeitswelt.
“Hier geht es nicht darum, Menschen zu ersetzen, sondern ihnen Superkräfte zu verleihen“, sagte Ted Persson, leitender Partner bei EQT Ventures, das seit 2023 in 1X investiert. Persson betonte, dass EQTs Unternehmen durch den frühzeitigen Zugang zu 1Xs Produktionskapazitäten und Integrations-Know-how „Arbeitskräftemangel bewältigen, die Sicherheit verbessern und neue Produktivitätsniveaus in den Branchen erschließen können, die die Welt am Laufen halten“.
Der CEO und Gründer von 1X, Bernt Øivind Børnich, griff diese Einschätzung auf und erklärte, „Diese Partnerschaft bringt humanoide Robotik in die Realwirtschaft.“ Er fügte hinzu: „Gemeinsam wollen wir zeigen, wie humanoide Roboter die Produktivität steigern, die Sicherheit verbessern und weltweit nachhaltigere Arbeitsmodelle schaffen können.“
Der Wettlauf um den Einsatz in großem Maßstab
Die Vereinbarung ist ein starkes Signal im weltweiten Wettlauf um die Kommerzialisierung humanoider Roboter – eine Branche, in der derzeit namhafte Wettbewerber vertreten sind wie Tesla, Figure AI und Boston Dynamics.
1X, das von Investoren wie dem OpenAI Startup Fund mehr als 130 Millionen US-Dollar eingesammelt hat, wird 2026 mit Pilotprojekten in den Vereinigten Staaten beginnen; anschließend soll die Expansion nach Europa und Asien folgen.
Zwar wurden die genauen finanziellen Bedingungen der Vereinbarung nicht bekannt gegeben, doch die Sicherung einer Pipeline von bis zu 10.000 Einheiten liefert dem Unternehmen einen überzeugenden Beleg für seine Skalierbarkeit. Marktkenner weisen darauf hin, dass industrielle Umgebungen der Technologie einen unmittelbaren, klaren Mehrwert bieten und damit einen praktischeren ersten Schritt zur breiten Einführung darstellen als der komplexe und kostenintensive Verbrauchermarkt.
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