Ghost Robotics, ein in Philadelphia ansässiger Entwickler robuster vierbeiniger Roboter, hat einen neuen Manipulatorarm für sein Vision 60 Quadruped Unmanned Ground Vehicle (Q-UGV) vorgestellt.
Diese Erweiterung verleiht dem allwettertauglichen „Roboterhund“ die Fähigkeit, mit seiner Umgebung zu interagieren und sich an sie anzupassen, wodurch sich seine Einsatzmöglichkeiten bei gefährlichen Missionen für das Militär, Rettungskräfte und die Industrie erheblich erweitern.
Der Vision 60 wird seit Langem für seine Geländegängigkeit gelobt: Er bewältigt Regen, Schnee und schwieriges Terrain und verfügt dabei über eine Ausdauer, die Berichten zufolge dreimal so hoch ist wie die konkurrierender Laufplattformen. Seine Einsätze beschränkten sich jedoch häufig auf die Erfassung von Daten und Überwachung. Der neue, modulare Manipulatorarm, der oben auf dem Q-UGV montiert ist, ändert das.
Der Arm verfügt über sechs Freiheitsgrade (DoF), kann sich also in viele Richtungen bewegen, und seine Konstruktion ermöglicht eine geschmeidige, kraftsensitive Steuerung. Dabei ist er so ausgelegt, dass er die Robustheit der Roboterbeine widerspiegelt. Dadurch kann der Vision 60 neue, komplexe Aufgaben ausführen, etwa Türen öffnen, Gegenstände bergen und Ausrüstung handhaben, beispielsweise bei der Kampfmittelbeseitigung (Explosive Ordnance Disposal, EOD), sowie als „Periskop“ dienen, um um Ecken oder über Hindernisse hinwegzuschauen.
Der Arm selbst ist überraschend robust – eine notwendige Eigenschaft, nachdem das Unternehmen Berichten zufolge festgestellt hatte, dass handelsübliche Arme versagten, als der 50 kg schwere Roboter unweigerlich umkippte. Ghost Robotics betrachtet den Arm inzwischen morphologisch als ein „fünftes Bein“, das in das gesamte Steuerungssystem des Roboters integriert ist.
Sicherheit bei gefährlichen Einsätzen an erster Stelle
Die Erweiterung um einen Arm geht direkt auf den Kernauftrag des Unternehmens und die Bedürfnisse seiner anspruchsvollsten Kunden ein, darunter das US Marine Corps, die US Army und die US Air Force. Durch die zusätzlichen Manipulationsfähigkeiten kann der Roboter nun Aufgaben innerhalb und außerhalb von Gebäuden übernehmen und wird damit zu einem unschätzbar wertvollen Werkzeug, um unbekannte oder feindliche Umgebungen sicher zu betreten.
„Bei Ghost Robotics besteht unser Auftrag darin, Menschen aus der Gefahrenzone herauszuhalten“, sagte Gavin Kenneally, Mitgründer und CEO von Ghost Robotics. „Wir entwickeln bereits Laufroboter für einige der anspruchsvollsten Kunden der Welt, die in den schwierigsten Umgebungen arbeiten. Nun können diese Roboter auch ihre Umgebung manipulieren – und Einsatzkräften, Soldaten und Inspektoren eine sicherere und leistungsfähigere Plattform für gefährliche oder schwer zugängliche Einsätze bieten.“
Kenneally wies zudem auf den besonderen Wert des Arms in taktischen Situationen hin: „Der Vision 60 wurde für das härteste Gelände im Außenbereich entwickelt, aber jeder im Bereich der öffentlichen Sicherheit oder Verteidigung weiß, dass die größten Herausforderungen oft innerhalb eines Gebäudes liegen. Da unser neuer Arm den Zugang durch Türen ermöglicht, ist der Roboter für beide Welten gerüstet.“
Militärvertreter haben den Wunsch nach Robotern signalisiert, die bei Kampfeinsätzen den ersten Kontakt herstellen, um das Risiko für Menschen zu verringern. Mit dem neuen Arm kann der Vision 60 nun Räume gewaltsam öffnen und sichern, sodass eine Maschine und nicht ein Mensch als Erste auf eine potenzielle Bedrohung trifft.
Wie Kenneally gegenüber Janes sagte, „Die erste Person, die durch die Tür geht, erleidet den ganz überwiegenden Teil der Verluste … Man würde sich wünschen, dass ein Roboter … als Erstes durch die Tür geht, sich beschießen lässt und einem ein Lagebild davon vermittelt, was vor sich geht.“
Ghost Robotics positioniert den Vision 60 als mehr als nur eine mobile Sensorplattform. Mit dem neuen Arm kann der Roboter mit der Welt interagieren, statt sie nur zu beobachten. Dies folgt dem wachsenden Interesse an vielseitig einsetzbaren Vierbeinern, insbesondere da der Wettbewerb durch kostengünstigere chinesische Robotikhersteller zunimmt.
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