Erste KI-unterstützte Schwangerschaft gibt Hoffnung bei schwerer männlicher Unfruchtbarkeit

Ultrasound scan of an unborn baby of fifth week with a pregnancy test on the blue-pink background.

Image: elsavva99/Envato

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Liz Ticong
Liz Ticong
Jul 7, 2025
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Ein Paar erwartet nach fast 19 Jahren erfolgloser Kinderwunschbehandlungen dank KI sein erstes Kind.

Ärzte am Columbia University Fertility Center haben die erste bekannte KI-unterstützte Schwangerschaft erreicht. Zum Einsatz kam ein System, das aufspüren kann, was herkömmliche Methoden nicht erkennen konnten. Dieser Durchbruch gibt Paaren mit schwerer männlicher Unfruchtbarkeit neue Hoffnung – ein Ereignis, das Forscher als „Gamechanger“ für die Reproduktionsmedizin bezeichnen.

15 IVF-Runden – und nichts blieb mehr zu versuchen

Bevor sie nach Columbia kamen, hatte das anonym bleiben wollende Paar fast zwei Jahrzehnte in Kinderwunschkliniken verbracht. Beim Ehemann war eine Azoospermie diagnostiziert worden – in seinen Samenproben waren also keine Spermien nachweisbar.

Eine Azoospermie betrifft rund 10 % der unfruchtbaren Männer und bleibt oft unbemerkt, bis sie sich einer Untersuchung unterziehen. Trotz unauffälligen Spermas zeigt die mikroskopische Analyse keine Spermien, sondern nur Zelltrümmer; die Diagnose kommt unerwartet und ist schwer zu akzeptieren. In diesen Fällen sind Spermien so selten und klein, dass selbst erfahrene Embryologen oft keine finden – trotz stundenlanger Suche.

Das Paar durchlief in mehreren Ländern 15 IVF-Zyklen – alle erfolglos. Chirurgische Eingriffe und manuelle Suchen durch Spezialisten konnten keine lebensfähigen Spermien finden.

Anfang 2025 waren ihre Chancen auf null gesunken, bis sie an Dr. Zev Williams überwiesen wurden. Er bot ihnen eine letzte, noch nicht erprobte Möglichkeit an, die auf künstlicher Intelligenz.

Ärzte fanden keine Spermien – bis die KI genauer hinsah

Beim letzten Versuch kam STAR zum Einsatz, kurz für Sperm Tracking and Recovery. Dabei handelt es sich um ein von Dr. Williams und seinem Team an der Columbia entwickeltes KI-System, das Spermien bei Männern mit Azoospermie aufspüren soll. STAR wurde über fünf Jahre entwickelt und kombiniert einen eigens entwickelten Mikroskop-Chip, Hochgeschwindigkeitsaufnahmen und ein KI-Modell , das darauf trainiert wurde, Spermienzellen zu erkennen.

Wird eine Probe auf dem Chip platziert, nimmt STAR in weniger als einer Stunde mehr als acht Millionen Bilder auf. Das KI-Tool scannt jedes Bild, markiert mögliche Zellen und isoliert sie zur Bergung in einem Flüssigkeitstropfen.

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In diesem Fall hatten Embryologen zwei Tage lang die Probe des Ehemanns untersucht, ohne auch nur eine Spermie zu finden; STAR entdeckte in weniger als 60 Minuten 44. Dadurch konnte das Team die Eizellen der Ehefrau mit den geborgenen Spermien befruchten – und so die erste KI-unterstützte Schwangerschaft dieser Art ermöglichen.

Die STAR-Methode ist derzeit nur am Columbia University Fertility Center verfügbar. Das Team hofft jedoch, dass dieser Durchbruch den Zugang bald erweitert und die Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit weltweit verändert.

Von Unglauben zu Hoffnung

Die Ehefrau ist inzwischen im vierten Monat schwanger und kann das Ergebnis noch immer kaum glauben. „Ich brauchte zwei Tage, um zu glauben, dass ich tatsächlich schwanger war“, sagte sie. „Ich glaube es immer noch nicht, bis ich die Ultraschallbilder sehe.“

Dr. Aimee Eyvazzadeh, Reproduktionsendokrinologin und Moderatorin von The Egg Whisperer Show, nannte das STAR-System einen „Gamechanger“. Laut CNN, sagte sie, dass KI Ärzten dabei hilft, Dinge zu erkennen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Die Technologie, erklärte sie, erzeugt keine Spermien, macht es aber möglich, die wenigen lebensfähigen Zellen zu finden, die bereits vorhanden, jedoch nahezu unmöglich zu erkennen sind. Ihre Stärke liege zudem darin, klinische Expertise zu unterstützen und nicht zu ersetzen – eine Eigenschaft, die sie als prägend für die Zukunft der Kinderwunschmedizin betrachtet.

KI erschafft vielleicht kein Leben, doch in diesem Fall half sie dabei, zu zeigen, dass Hoffnung auf eine Schwangerschaft bestand.

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Liz Ticong

Liz Ticong is a staff writer for eWeek and TechRepublic focused on AI, cybersecurity, enterprise software, and data. She has more than 10 years of editorial experience as a technology industry writer, combining reporting, product research, and hands-on software testing in her coverage. Her work has been published on Datamation, Enterprise Networking Planet, and TechnologyAdvice.com. She writes technology news, software reviews, product comparisons, and buyer’s guides for business and IT readers.

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