EU startet öffentliche Finanzierungsoffensive über 10 Mrd. Euro für sieben KI-Gigafabriken

Flag of the European Union

Image: Christian Lue/Unsplash

Jul 31, 2026
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Die Europäische Union macht den Weg für sieben neue KI-Gigafabriken frei, die mit bis zu 10 Mrd. Euro (11,5 Mrd. US-Dollar) an öffentlichen Mitteln finanziert werden sollen. Damit startet sie ihre bislang größte Infrastrukturinitiative und versucht zugleich, im globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz zu den USA und China aufzuschließen.

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag eine Ausschreibung für die Projekte gestartet. Die Finanzierung werde durch mindestens 20 Mrd. Euro private Investitionen ergänzt, wodurch sich die erwartete Gesamtinvestition auf mehr als 30 Mrd. Euro belaufe. 

Die Initiative erweitert einen früheren Plan für bis zu fünf Gigafabriken nach starkem Interesse aus EU-Staaten und der Industrie.

Die Anlagen werden das bestehende europäische Netz aus 19 KI-Fabriken ergänzen und sollen Start-ups, Forschern, Unternehmen, Universitäten und öffentlichen Einrichtungen Zugang zu der für das Training, die Feinabstimmung und den Betrieb fortschrittlicher KI-Modelle erforderlichen Rechenleistung im großen Maßstab verschaffen, teilte die Europäische Kommission mit. 

Die geplanten Gigafabriken werden fortschrittliche KI-Prozessoren, Cloud-Infrastruktur, Software-Stacks, Hochgeschwindigkeitsnetzwerke und energieeffiziente Rechenzentren kombinieren.

Die Projekte werden gemeinsam vom Gemeinsamen Unternehmen für Hochleistungsrechnen der Europäischen Union (EuroHPC JU) und den teilnehmenden Mitgliedstaaten finanziert. Achtzehn EU-Staaten haben bereits eine gemeinsame Beschaffungsvereinbarung zur Unterstützung der Initiative unterzeichnet.

Im Rahmen des Programms könnten bis zu vier Projekte in zwei Entwicklungsphasen jeweils bis zu 500 Mio. Euro an EU-Mitteln erhalten, während drei größere Projekte jeweils bis zu 1 Mrd. Euro bekommen könnten. An den größten Standorten sollen letztlich um ein Vielfaches mehr fortschrittliche KI-Prozessoren eingesetzt werden als in Europas derzeit leistungsfähigster KI-Fabrik.

Bewerben können sich Konsortien, denen Technologieunternehmen, Cloud-Anbieter, Investoren und öffentliche Organisationen angehören. Die Ausschreibung endet am 12. November, die Gewinner sollen Anfang 2027 feststehen. Der Bau soll im kommenden Jahr beginnen, und die ausgewählten Anlagen sollen innerhalb von 18 Monaten nach Vertragsunterzeichnung den Betrieb aufnehmen.

US-Chiphersteller unterstützen die Initiative

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Um den Zugang zu KI-Hardware sicherzustellen, hat die Kommission Absichtserklärungen mit AMD, Nvidia und Qualcomm unterzeichnet. Dadurch können die Projektkonsortien fortschrittliche Chips beziehen, während zugleich europäischen Zulieferern und Start-ups die Teilnahme an der Lieferkette offensteht.

Die Kommission erklärte, dass die in den Anlagen entwickelten KI-Systeme den EU-Vorschriften zu Datenschutz, Sicherheit, Schutz und Ethik folgen werden.

EU-Technikchefin Henna Virkkunen sagte, "Der Zugang zur schieren Rechenleistung in KI-Gigafabriken ist für Europa eine strategische Notwendigkeit, da sich die Entwicklung von KI beschleunigt." 

Europa steht weiterhin vor einem steinigen Weg

Die Investition spiegelt Europas wachsende Besorgnis darüber wider, dass es stark abhängig bleibt von US-Cloud-Anbietern und KI-Infrastruktur, während China seine eigene Rechenkapazität weiter ausbaut.

Die Kommission hofft, dass die neuen Anlagen Europas technologische Souveränität stärken werden, indem sie es ermöglichen, fortschrittliche KI-Modelle zu entwickeln auf einer innerhalb des Staatenverbunds angesiedelten Infrastruktur, statt auf Anbieter aus dem Ausland angewiesen zu sein.

Europa steht jedoch weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Die Region importiert die meisten fortschrittlichen KI-Chips, die Stromkosten sind im Allgemeinen höher als in den USA und China, und große Rechenzentrumsprojekte stoßen häufig wegen ihres Strom- und Wasserverbrauchs

Auch die langfristige kommerzielle Nachfrage wird ein entscheidender Prüfstein sein, da die Bieter nachweisen müssen, dass ihre vorgeschlagenen Geschäftsmodelle finanziell tragfähig sind.

Lesen Sie auch: Meta und BlackRock haben eine Partnerschaft über 14 Mrd. US-Dollar geschlossen , um in Texas einen KI-Rechenzentrumscampus mit einer Leistung von 1 Gigawatt zu errichten, dessen Kapazität ab 2028 verfügbar sein soll.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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