Dein Smartphone übernimmt bald das Tippen für dich. Google hat eine neue Gemini-Funktion vorgestellt, die mehrstufige Aufgaben innerhalb von Android-Apps ausführen kann – vom Buchen einer Fahrt bis zum erneuten Bestellen von Lebensmitteln und Essen.
In einer Mitteilung erklärte Google, dass die Beta es Nutzern ermöglichen wird, Gemini auszulösen, damit der Dienst unterstützte Aktionen im Hintergrund ausführt. Gleichzeitig erhalten sie Live-Benachrichtigungen, um den Fortschritt zu verfolgen oder jederzeit einzugreifen.
Ein Beta-Start mit engen Grenzen
Die Funktion startet als Beta innerhalb der Gemini-App, zunächst auf Pixel 10, Pixel 10 Pro und Pixel 10 Pro XL sowie auf Samsungs Galaxy-S26-Serie, wobei die Funktion zunächst in den USA und Südkorea verfügbar ist.
Nutzer aktivieren sie, indem sie die Einschalttaste lange drücken und Gemini bitten, eine unterstützte Aufgabe abzuschließen. Diese läuft anschließend im Hintergrund, während sie ihr Smartphone weiter verwenden.
Zum Start ist die Automatisierung auf ausgewählte Apps aus den Kategorien Essenslieferung, Lebensmitteleinkauf und Fahrdienste beschränkt – ein Zeichen für die kontrollierte Anfangsphase. Kompatibilität und Verfügbarkeit können variieren; die Funktion ist auf bestimmte Apps beschränkt und richtet sich zum Beginn der Testphase an Nutzer ab 18 Jahren.
Der Beginn des Zeitalters der On-Device-Agenten
Digitale Assistenten sind seit Langem auf die Beratung beschränkt – sie beantworten Fragen, machen Vorschläge und erinnern an Dinge. Mit diesem Update wird Gemini zur Ausführung gedrängt: Die KI erledigt Aufgaben innerhalb von Apps, anstatt dem Nutzer lediglich Anweisungen zu geben.
Diese Veränderung ist in einem umkämpften Feld von Bedeutung, in dem Technologieunternehmen darum wetteifern, Assistenten zu entwickeln, die tatsächlich Arbeit erledigen können. Indem Google die Funktion auf dem Gerät belässt und auf überwachte, vom Nutzer ausgelöste Befehle beschränkt, testet das Unternehmen, wie weit es Software reale Aktionen auf einem Smartphone ausführen lassen kann, ohne die vollständige Kontrolle abzugeben.
Jeder Schritt live im Blick
Google betont die Aufsicht mit Nachdruck. Gemini wird nicht als Software eingeführt, die im Hintergrund die Kontrolle übernimmt. Stattdessen sollen Nutzer jeden Schritt während seiner Ausführung sehen und weiterhin eingreifen können, bevor etwas endgültig abgeschlossen wird.
Diese Betonung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Software zur Aufgabenausführung aus Demos in den Alltag Einzug hält. Wenn ein System in Apps von Drittanbietern Bestellungen aufgeben oder Dienstleistungen buchen kann, haben Fehler reale Folgen. Eine direkte Aufforderung zum Start und die Anzeige des Fortschritts in Echtzeit begrenzen von Anfang an, wie viel Handlungsspielraum die Funktion besitzt.
Auch der Zugriff ist stark eingeschränkt. Gemini läuft in einer abgeschotteten Umgebung auf dem Gerät und nur innerhalb unterstützter Apps – ohne weitreichende Systemberechtigungen. Dadurch ähnelt die Funktion eher einer überwachten Verknüpfung als einem eigenständigen Operator.
Während Unternehmen darum konkurrieren, Software innerhalb von Geräten für Verbraucher aktiver zu machen, setzt Google bei der Einführung auf Vorsicht. Eine Ausweitung könnte folgen, doch in der Anfangsphase stehen Aufsicht und Kontrolle durch die Nutzer im Mittelpunkt.
Google baut auch die kreative Seite von Gemini aus und teilt Hinweise für bessere Ergebnisse mit seinem Musikgenerator Lyria 3.

