Auf der diesjährigen Google-I/O-Entwicklerkonferenz stellte CEO Sundar Pichai die von ihm so bezeichnete „agentische Gemini-Ära“ des Unternehmens vor und präsentierte eine Reihe von KI-Produkten, Verbesserungen und Infrastrukturplänen, die Gemini in Search, Android, Workspace und im Web aktiver machen sollen.
Pichai sagte, Google konzentriere sich nun darauf, den Menschen „den Wert der Produkte zu zeigen, die sie jeden Tag nutzen“, nach Jahren rasanter Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz.
- Gemini-Nutzung steigt in Google-Produkten rasant
- inzwischen mehr als 50 Milliarden Bilder erstellt haben.
- Gemini Spark wird zu Googles persönlichem KI-Agenten
- Gemini 3.5 Flash setzt auf Geschwindigkeit und niedrigere Kosten
- Neue KI-Tools für Workspace und Kreative
- Google baut Bemühungen um KI-Transparenz aus
- Massive Infrastrukturinvestitionen treiben Googles KI-Offensive voran
Gemini-Nutzung steigt in Google-Produkten rasant
Google nutzte die Keynote, um hervorzuheben, wie schnell sein KI-Ökosystem im vergangenen Jahr gewachsen ist. Nach Angaben des Unternehmens ist die monatliche Token-Verarbeitung in seinen Produkten auf mehr als 3,2 Billiarden pro Monat gestiegen – eine Versiebenfachung im Jahresvergleich.
Google teilte außerdem mit, dass inzwischen jeden Monat mehr als 8,5 Millionen Entwickler mit Gemini-Modellen arbeiten, während seine APIs rund 19 Milliarden Tokens pro Minute verarbeiten.
Pichai verwies auf die zunehmende Nutzung in Googles Produkten für Endverbraucher als Beleg dafür, dass KI-Tools den Massenmarkt erreichen.
„AI Overviews hat inzwischen mehr als 2,5 Milliarden monatlich aktive Nutzer“, sagte er. Außerdem bezeichnete er AI Mode in Search als das „größte Upgrade für Search aller Zeiten“.
Google teilte mit, dass die Google-Gemini-App inzwischen mehr als 900 Millionen monatlich aktive Nutzer hat – mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, als die Zahl bei 400 Millionen lag. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass Nutzer mit seinen Nano-Banana-Modellen zur Bildgenerierung.
inzwischen mehr als 50 Milliarden Bilder erstellt haben.
Ein zentrales Thema von Pichais Keynote war Googles Versuch, Search von einer herkömmlichen Suchmaschine in einen stärker interaktiven KI-Assistenten zu verwandeln. Pichai sagte, Search fühle sich inzwischen „mehr wie ein fortlaufendes Gespräch“ an, da Nutzer längere und komplexere Fragen stellten.
Google kündigte mehrere neue KI-gestützte Funktionen an, die an diese Vision anknüpfen. Eine davon, Ask YouTube, soll Nutzern helfen, effizienter durch Videos zu navigieren, indem relevante Clips angezeigt und direkt die nützlichsten Abschnitte aufgerufen werden. Google zufolge wird die Funktion derzeit getestet und diesen Sommer zunächst in den USA breiter eingeführt.
Das Unternehmen stellte außerdem Informationsagenten in Search vor – KI-Systeme, die Nutzer so einrichten können, dass sie Themen kontinuierlich überwachen und im Hintergrund nützliche Updates oder Aktionen liefern.
„Das sind personalisierte KI-Agenten, die man so einrichten kann, dass sie rund um die Uhr im Hintergrund arbeiten, genau im richtigen Moment finden, was man braucht, und dabei helfen, aktiv zu werden“, sagte Pichai. Google ergänzte, dass Search schon bald dynamische Layouts, interaktive Visualisierungen und dauerhaft verfügbare Dashboards für länger laufende Aufgaben erstellen wird.
Gemini Spark wird zu Googles persönlichem KI-Agenten
Zu den Ankündigungen gehörte Gemini Spark, ein neuer dauerhaft verfügbarer KI-Agent in der Gemini-App.
Google beschrieb Spark als ein System, das kontinuierlich auf dedizierten virtuellen Maschinen innerhalb der Google-Cloud-Infrastruktur laufen kann. Der Agent soll länger laufende Aufgaben erledigen, sich mit Tools integrieren und künftig direkt im Chrome-Browser arbeiten.
„Er läuft rund um die Uhr, sodass man den Laptop nicht geöffnet lassen muss“, sagte Pichai. Google zufolge wird Spark zunächst für ausgewählte vertrauenswürdige Tester eingeführt, bevor er auf Google-AI-Ultra-Abonnenten in den USA ausgeweitet wird. Das Unternehmen kündigte außerdem Android Halo an, eine neue Android-Oberfläche, die Live-Updates von im Hintergrund laufenden KI-Agenten anzeigen wird.
Gemini 3.5 Flash setzt auf Geschwindigkeit und niedrigere Kosten
Auf der Modellseite stellte Google Gemini 3.5 Flash vor, das Unternehmen zufolge ein schnelleres und kostengünstigeres Frontier-KI-Modell ist, dessen Schwerpunkt auf Programmierung und agentischen Workflows liegt.
Pichai sagte, das Modell schneide bei den meisten Benchmarks besser ab als Gemini 3.1 Pro und bleibe gleichzeitig deutlich schneller als konkurrierende Frontier-Systeme.
„Bei der Betrachtung der Output-Tokens pro Sekunde ist es viermal schneller als andere Frontier-Modelle“, sagte er. Google betonte außerdem den Preis und argumentierte, dass Unternehmen mit Gemini 3.5 Flash ihre KI-Infrastrukturkosten deutlich senken könnten.
„Das Erstaunliche an Flash ist, dass es Fähigkeiten auf Frontier-Niveau für weniger als die Hälfte des Preises vergleichbarer Frontier-Modelle bietet“, sagte Pichai. Das Modell ist jetzt in Google-Produkten und APIs verfügbar, während Gemini 3.5 Pro im kommenden Monat erwartet wird.
Neue KI-Tools für Workspace und Kreative
Google nutzte die Veranstaltung, um eine Reihe neuer KI-gestützter Produktivitäts- und Kreativtools vorzustellen. Docs Live ermöglicht die sprachbasierte Erstellung von Dokumenten in Google Docs, sodass Nutzer Ideen mündlich „aus dem Kopf zu Papier bringen“ können, statt detaillierte Prompts einzugeben. Die Funktion soll später in diesem Sommer für Abonnenten verfügbar werden.
Das Unternehmen stellte außerdem Google Pics vor, eine neue Plattform zur KI-gestützten Bilderstellung und -bearbeitung auf Basis seiner Nano-Banana-Modelle. Google zufolge behandelt das System einzelne Bildelemente als bearbeitbare Objekte und nicht als statische, flache Bilder.
Unterdessen erhält Google Flow neue agentische Funktionen für Brainstorming, Bearbeitung und KI-gestützte kreative Workflows.
Google baut Bemühungen um KI-Transparenz aus
Google legte außerdem großen Wert auf KI-Sicherheit und die Authentizität von Inhalten. Das Unternehmen teilte mit, dass sein Wasserzeichensystem SynthID inzwischen mehr als 100 Milliarden KI-generierte Bilder und Videos sowie Audiomaterial im Umfang von mehreren zehntausend Jahren markiert hat.
Pichai kündigte an, dass OpenAI, Kakao und ElevenLabs neben dem bestehenden Partner Nvidia die SynthID-Technologie übernehmen. Google ergänzte, dass Tools zur Überprüfung von Content Credentials auf Search und Chrome ausgeweitet werden, damit Nutzer KI-generierte oder KI-bearbeitete Medien erkennen können.
Massive Infrastrukturinvestitionen treiben Googles KI-Offensive voran
Hinter den Kulissen deutete Google an, dass seine KI-Ambitionen mit einem enormen finanziellen Engagement einhergehen.
Pichai sagte, das Unternehmen erwarte in diesem Jahr jährliche Investitionsausgaben zwischen 180 Milliarden und 190 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 31 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022. Das Unternehmen stellte außerdem seine TPU-Chips der achten Generation vor, darunter TPU 8t für das Training und TPU 8i für Inferenzaufgaben.
Google zufolge können seine Trainingssysteme inzwischen weltweit über mehr als eine Million TPUs skaliert werden.
Ebenfalls lesenswert: Google fügt Android Gemini Intelligence hinzu, wodurch KI-Funktionen für Bildschirminhalte, Chrome, Autofill, Gboard und Widgets verfügbar werden.

