Der Mai 2026 war für Google einer der geschäftigsten KI-Monate seit Jahren – geprägt von Google I/O 2026, der Android Show sowie neuen Ankündigungen aus den Bereichen Gesundheit und Wissenschaft.
Laut Google stand der Mai im Zeichen einer KI, die „proaktiver, hilfreicher und stärker in den Alltag integriert“ ist. Das Unternehmen nutzte den Monat, um die sogenannte agentische Gemini-Ära vorzustellen – eine Abkehr von einer KI, die Fragen beantwortet, hin zu einer KI, die Aufgaben selbstständig erledigt, Informationen überwacht und erahnt, was man braucht, bevor man danach fragt.
Zwei neue Flaggschiffmodelle bildeten den Kern der Ankündigungen: Gemini 3.5, entwickelt für Agenten und komplexe mehrstufige Programmier-Workflows, sowie Gemini Omni, ein multimodales Erstellungsmodell, das aus einer Kombination von Bild-, Audio-, Text- und Videoeingaben hochwertige Videos generieren kann.
Neue Modelle, neue Regeln
Gemini 3.5 ist als Rückgrat des agentischen Vorstoßes von Google positioniert. Die Modellfamilie ist darauf ausgelegt, lange Aktionsketten appübergreifend auszuführen, statt lediglich auf Eingaben zu reagieren.
Gemini Omni verfolgt einen anderen Ansatz. Während 3.5 für Aktionen entwickelt wurde, ist Omni für die Erstellung konzipiert. Laut Google kann das Modell hochwertige Videos erstellen, die auf Wissen aus der realen Welt gestützt sind, und nahezu jede Kombination von Eingaben in ein ausgereiftes Ergebnis verwandeln.
Die Suche erhält ihr größtes Upgrade seit 25 Jahren
Google überarbeitet auch die Suche auf eine Weise, die laut Unternehmen die bedeutendste Weiterentwicklung der Plattform seit mehr als zwei Jahrzehnten darstellt. Die neue Suche führt sogenannte Informationsagenten ein – Hintergrundprozesse, die Themen im Auftrag der Nutzer überwachen und detaillierte Updates mit Links und Aktionsoptionen bereitstellen.
Neben der Überwachung erhält die Suche die Fähigkeit, generative Benutzeroberflächen und interaktive Visualisierungen passend zu bestimmten Suchanfragen zu erstellen. Außerdem kann sie nun individuelle Dashboards oder Mini-Apps für laufende Aufgaben erzeugen.
Dein Smartphone – intelligenter und proaktiver
Auch die Gemini-App selbst wird neu gestaltet und erhält personalisierte tägliche Briefings, eine neue Benutzeroberfläche sowie eine Funktion namens Gemini Spark. Ziel ist ein Assistent, der nicht erst auf eine Aufforderung wartet, sondern Kalender verwaltet, E-Mails bearbeitet und auf Dinge hinweist, bevor Nutzer überhaupt daran denken, danach zu suchen.
Damit Nutzer im Blick behalten können, was ihre KI-Agenten tatsächlich tun, hat Google Android Halo vorgestellt – einen eigenen Bereich innerhalb von Android, in dem Aktivitäten der Agenten kontextbezogen angezeigt werden, ohne dass Nutzer ihre aktuelle Tätigkeit unterbrechen müssen.
Auch das Shopping erhält ein KI-Upgrade durch Universal Cart, ein neues System, das im gesamten Google-Ökosystem funktioniert und es Nutzern ermöglicht, beim Durchsuchen der Suche, bei der Nutzung von Gemini, beim Ansehen von YouTube oder beim Prüfen von Gmail Käufe zu speichern.
Neue Hardware für das KI-Zeitalter
Die Android Show stellte das Googlebook vor, einen von Grund auf rund um Gemini Intelligence neu entwickelten Laptop. Das Gerät verfügt über einen Magic Pointer für kontextbezogene Vorschläge sowie benutzerdefinierte Widgets zur Organisation von Aufgaben. Zu den Hardwarepartnern, die die Geräte herstellen werden, gehören Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo.
Gemini Intelligence kommt auch auf Android-Smartphones. Laut Google wird die Technologie den Geräten dabei helfen, den Kontext der Nutzer besser zu verstehen und proaktive Empfehlungen zu geben. Das Unternehmen gewährte außerdem einen ersten Blick auf neue intelligente Brillen, die Navigation, Nachrichten und Fotografie ermöglichen, ohne dass Nutzer ihr Smartphone hervorholen müssen.
In Fahrzeugen integriert Google Gemini in die nächste Generation Android-basierter Fahrerlebnisse und ergänzt diese um dialogbasierte Sprachsteuerung und eine intelligentere Routenplanung.
Gesundheit erhält ein KI-Upgrade
Google baute auch seine Präsenz im Gesundheits- und Wellnessbereich aus. Das Unternehmen startete eine neu gestaltete Google-Health-App, die Gesundheits- und Wellnessinformationen auf einer einzigen Plattform bündeln soll.
Dazu kam Fitbit Air, ein kompakter Gesundheitstracker mit Sensoren zur Überwachung von Herzfrequenz, Herzrhythmus, Blutsauerstoffgehalt, Schlafmustern und anderen Wellness-Indikatoren.
Wissenschaft, Quantencomputing und Auswirkungen auf die reale Welt
Über Anwendungen für Verbraucher hinaus hob Google auch die Rolle der KI in der wissenschaftlichen Forschung und bei globalen Herausforderungen hervor.
Das Unternehmen startete Gemini for Science, eine Reihe von Tools zur Ausweitung der wissenschaftlichen Forschung. Zugleich zeigte es, wie AlphaEvolve bereits in der Logistik, beim Chipdesign und in Energiesystemen eingesetzt wird.
Eine neue Initiative namens REPLIQA bringt Quantencomputing und KI-Forschung zusammen. Mit einer Zusage von 10 Millionen US-Dollar für Universitäten sollen Anwendungen in den Biowissenschaften erforscht werden. Außerdem baute Google sein auf Klimathemen ausgerichtetes DeepMind-Beschleunigungsprogramm im asiatisch-pazifischen Raum aus und unterstützt Start-ups, die KI für Umweltlösungen einsetzen.
Zusammengenommen zeigen Googles Ankündigungen im Mai, dass sich das Unternehmen über KI-Assistenten hinausbewegt, die lediglich Fragen beantworten. Der Schwerpunkt verlagert sich zunehmend auf Systeme, die Inhalte erstellen, Aufgaben selbstständig erledigen und kontinuierlich im Hintergrund arbeiten.
Ebenfalls lesenswert: Googles personalisierte KI-Storys-Experiment verwandelt Eingaben und Fotos von Familien in individuell gestaltete Kindergeschichten.

