Google WeatherNext sagt Zyklone mehr als einen Tag früher voraus

Weather radar map showing a tropical storm or hurricane

Image: Brian McGowan/Unsplash

Aug 10, 2026
3 minute read
eWeek content and product recommendations are editorially independent. We may make money when you click on links to our partners. Learn More

Google DeepMind sagt, dass das Unternehmen ein KI-Wettermodell entwickelt hat, das die Zugbahn und Stärke eines Zyklons genau genug vorhersagen kann, um Meteorologen etwa einen zusätzlichen Tag Vorwarnzeit zu geben.

Das Unternehmen gab bekannt, dass sein WeatherNext-Modell laut einer in Nature veröffentlichten Studie eine Genauigkeit nach dem Stand der Technik bei der Vorhersage von Zugbahn, Intensität und Windstruktur eines Zyklons erreicht hat. 

Google DeepMind sagte, dass die Dreitagesprognosen des Modells ungefähr so genau sind wie die zweitägigen Prognosen älterer Systeme. Damit haben Meteorologen etwa 24 zusätzliche Stunden, um sich auf gefährliche Stürme vorzubereiten.

Die Studie wurde gemeinsam mit Google Research und Wetterexperten von Organisationen wie dem US National Hurricane Center (NHC), dem Cooperative Institute for Research in the Atmosphere und dem UK Met Office entwickelt. Google zufolge wurde das Modell mit fast 20 Terabyte an Atmosphärendaten und historischen Aufzeichnungen zu fast 5.000 Stürmen trainiert.

Daten mit geringerer Auflösung, bessere Prognosen

Eine der überraschendsten Erkenntnisse ist, dass WeatherNext gute Ergebnisse liefert, obwohl es Wetterdaten mit einer deutlich geringeren Auflösung als herkömmliche Modelle zur Vorhersage der Hurrikanintensität nutzt. Die Hauptversion arbeitet mit Daten in einer Auflösung von etwa 28 × 28 Kilometern, die laut Google ungefähr 100-mal gröber ist als die spezialisierten hochauflösenden Modelle, die normalerweise für Intensitätsprognosen verwendet werden.

Die Forschenden sagten, sie verstünden noch nicht vollständig, warum das Modell so gute Ergebnisse liefert bei Eingaben mit geringerer Auflösung. Das System kann außerdem 1.000 mögliche Sturmszenarien erzeugen und hilft Meteorologen so, eine Reihe möglicher Entwicklungen zu bewerten, darunter Ereignisse mit rascher Intensivierung.

Hurrikan Melissa half bei der Validierung des Modells

Google sagte , dass das Modell eine 15-Tage-Prognose auf einem TPU, in weniger als einer Minute erstellen kann, sodass Meteorologen schnell zahlreiche mögliche Szenarien bewerten können.

Der größte Praxistest des Modells erfolgte im Oktober 2025 mit Hurrikan Melissa. 

Als Melissa erstmals als schwache tropische Depression identifiziert wurde, sagte WeatherNext mit 80 % Wahrscheinlichkeit voraus, dass sie sich zu einem Hurrikan der Kategorie 5 entwickeln und fünf Tage vor dem Landfall Jamaika treffen würde. 

Der Sturm traf Jamaika als einer der stärksten jemals verzeichneten Hurrikane im Atlantik.

Advertisement

Wo die Grenzen liegen

Das Modell ist keine Kristallkugel. Seine Fähigkeit, eine rasche Intensivierung vorherzusagen, bleibt selbst nach Googles eigenen Maßstäben begrenzt: Ein standardisiertes Genauigkeitsmaß verbesserte sich von unter 0,3 auf 0,5. 

Der ehemalige Leiter einer NHC-Abteilung, James Franklin, merkte laut Straight Arrow News, an, dass man selbst dann, wenn WeatherNext in Konsensprognosemodelle integriert werde, „nicht erleben wird, dass der NHC sagt: ‚Wir sind sehr zuversichtlich, was DeepMind betrifft, und verlegen die Prognose nach Miami.‘“

Weiterhin ein Werkzeug, kein Ersatz

Offizielle Stellen stellen WeatherNext vorsichtig als eine von vielen Eingaben dar. „Hier gibt es einen Menschen, einen sehr erfahrenen Meteorologen …, der sein Fachwissen nutzt, um unabhängig von den einfließenden Daten die konsistenteste und effektivste Prognose zu erstellen“, sagte Michael Brennan, Direktor des NHC, gegenüber Straight Arrow News. 

Der eigentliche Wert des Modells liegt vorerst darin, Zeit zu gewinnen – das Einzige, was Meteorologen nicht selbst erzeugen können.

Parallel zur Forschungsarbeit veröffentlichte Google DeepMind die Modelle WeatherNext 2, WeatherNext Cyclones und WeatherNext 2-mini als Open-Source-Software und machte den Code sowie die Modellgewichte für Forschende, Wetterbehörden und gemeinnützige Organisationen zugänglich.

Auch lesenswert: Googles Gemini AI kann jetzt humanoide Roboter von Kopf bis Fuß steuern, obwohl die von Google gemeldeten Erfolgsquoten bei den Aufgaben weiterhin zwischen 32 % und 92 % lagen.


Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

eWeek Logo

eWeek has the latest technology news and analysis, buying guides, and product reviews for IT professionals and technology buyers. The site's focus is on innovative solutions and covering in-depth technical content. eWeek stays on the cutting edge of technology news and IT trends through interviews and expert analysis. Gain insight from top innovators and thought leaders in the fields of IT, business, enterprise software, startups, and more.

Property of TechnologyAdvice. © 2026 TechnologyAdvice. All Rights Reserved

Advertiser Disclosure: Some of the products that appear on this site are from companies from which TechnologyAdvice receives compensation. This compensation may impact how and where products appear on this site including, for example, the order in which they appear. TechnologyAdvice does not include all companies or all types of products available in the marketplace.