Google verpasst seiner KI-gestützten Suche ein besseres Gedächtnis. Das Unternehmen erklärt, dass sein KI-Modus jetzt auf Gmail und Google Fotos der Nutzer zugreifen kann, um Antworten zu liefern, die deutlich persönlicher wirken.
In einem am Donnerstag veröffentlichten Blogbeitrag kündigte Google an, die Funktion Personal Intelligence auf den KI-Modus in der Google-Suche auszuweiten. Das Update ermöglicht es dem KI-Modus, sich sicher mit Gmail und Google Fotos zu verbinden, wodurch das System mehr Kontext zu den Plänen, Gewohnheiten und Vorlieben eines Nutzers erhält.
„Personal Intelligence verwandelt die Suche in ein Erlebnis, das sich ganz nach Ihnen anfühlt, indem sie die Zusammenhänge zwischen Ihren Google-Apps herstellt“, schrieb Robby Stein, VP of Product, Google Search, im Google-Blog.
So funktioniert Personal Intelligence
Sobald die Funktion aktiviert ist, kann der KI-Modus bereits in den Google-Apps eines Nutzers gespeicherte Informationen heranziehen, um seine Antworten zu gestalten. Dazu könnten in Gmail gefundene Reisebuchungen oder frühere Erlebnisse gehören, die in Google Fotos festgehalten wurden.
Google zufolge besteht das Ziel darin, die Notwendigkeit zu verringern, dass Nutzer beim Suchen immer wieder den Kontext erklären müssen. Anstatt allgemeine Ergebnisse zu liefern, will der KI-Modus einen stärker zugeschnittenen Ausgangspunkt bieten.„Mit Personal Intelligence, passen Empfehlungen nicht nur zu Ihren Interessen – sie fügen sich nahtlos in Ihr Leben ein“, sagte Stein im Blogbeitrag.

Bild: Screenshot via Google/YouTube
Google nannte mehrere Beispiele dafür, wie die Funktion eingesetzt werden könnte. Beim Einkaufen kann der KI-Modus die Marken berücksichtigen, die ein Nutzer bevorzugt, sowie bevorstehende Reisen, die in Gmail gefunden wurden, um Artikel vorzuschlagen, die sowohl zum Stil als auch zum Reiseziel passen.
Stein schilderte im Blog ein persönliches Beispiel: „Ich war auf der Suche nach einem neuen Paar Sneakern, und der KI-Modus bemerkte eine Marke, die ich gerade gekauft hatte, und schlug ein neues Modell vor, das ich noch nicht gesehen hatte. Die Empfehlung war genau richtig – ich habe sie sofort gekauft!“
Bei der Reiseplanung kann der KI-Modus Hotelbuchungen und Fotos früherer Reisen betrachten, um Aktivitäten und Restaurants vorzuschlagen, die der ganzen Familie gefallen. Google zufolge könnte das bedeuten, auf Grundlage der Fotohistorie kinderfreundliche Museen oder vertraute Lokale zu empfehlen, statt eine Liste gewöhnlicher Touristenattraktionen zu erstellen.
Nutzerkontrolle und Datenschutz
Google betonte, dass Personal Intelligence ausschließlich optional aktiviert werden kann. Nutzer können selbst entscheiden, ob sie Gmail und Fotos verbinden möchten, und die Funktion jederzeit deaktivieren.
Das Unternehmen erklärte außerdem, dass der KI-Modus seine Modelle nicht direkt mit den E-Mails oder Fotobibliotheken der Nutzer trainiert. Stattdessen kann er begrenzte Daten wie Eingaben und Antworten verwenden, um die Leistung der Funktion im Laufe der Zeit zu verbessern.
Dennoch räumte Google ein, dass das System nicht perfekt ist. Stein wies im Blog darauf hin, dass der KI-Modus den Kontext mitunter missverstehen kann. Nutzer werden daher ermutigt, Antworten zu korrigieren oder über eine „Daumen-nach-unten“-Option Feedback zu geben.
Wer erhält zuerst Zugriff?
Personal Intelligence im KI-Modus wird in den nächsten Tagen schrittweise eingeführt. Berechtigte Google-AI-Pro- und -Ultra-Abonnenten in den USA, die Englisch verwenden, erhalten automatisch Einladungen oder können die Funktion manuell in den Sucheinstellungen aktivieren.
Wenn Sie dazu berechtigt sind, können Sie die Funktion aktivieren, indem Sie Ihr Suchprofil öffnen, „Suchpersonalisierung“ und anschließend „Verbundene Inhalts-Apps“ auswählen und die Verbindungen einschalten.
Google zufolge ist die Funktion für Workspace-, Unternehmens- oder Bildungskonten nicht verfügbar.
Um zu erfahren, wie sich dies in Googles umfassendere KI-Offensive einfügt, lesen Sie eWeeks Analyse zur jüngsten Talent-Abwerbung des Unternehmens im Zusammenhang mit dem Startup Hume für emotionale Sprach-KI.

