Intel bestätigte am Dienstag, dass das Unternehmen Elon Musks Terafab-Projekt beitritt, einem gewaltigen Halbleiterproduktionskomplex in Austin, Texas. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Intel und Musks Kernunternehmen Tesla, SpaceX und dem kürzlich fusionierten xAI.
Die Ankündigung erfolgte in einem Beitrag auf X, in dem das Unternehmen seine Rolle bei der Neugestaltung der Chipfertigung darlegte.
„Unsere Fähigkeit, hochleistungsfähige Chips in großem Maßstab zu entwerfen, zu fertigen und zu verpacken, wird dazu beitragen, Terafabs Ziel zu beschleunigen, 1 TW/Jahr an Rechenleistung zu produzieren, um künftige Fortschritte in KI und Robotik voranzutreiben“, teilte Intel in seinem Beitrag auf X mit.
Das im März enthüllte Projekt soll Chips für eine breite Palette von Anwendungen produzieren, von autonomen Fahrzeugen und humanoiden Robotern bis hin zu KI-Rechenzentren, darunter möglicherweise auch solche im Weltraum.
Der Bau einer Chipfabrik – oder „Fab“ – ist notorisch schwierig, kostet häufig mehr als 20 Milliarden US-Dollar und nimmt Jahre in Anspruch. Indem Musk Intel an Bord holt, greift er auf jahrzehntelange Fertigungserfahrung zurück, die seinen eigenen Unternehmen derzeit fehlt.
Ziel ist die Errichtung zweier eigenständiger Anlagen in Austin. Eine soll sich auf Chips für autonome Tesla-Fahrzeuge und humanoide Roboter konzentrieren, während die andere für spezialisierte KI-Rechenzentren im Weltraum.
konzipiert wird. Intels CEO Lip-Bu Tan äußerte große Hoffnungen in Bezug auf den unkonventionellen Fertigungsansatz. In einem Beitrag auf X erklärte Tan: „Elon kann eine nachweisliche Erfolgsbilanz bei der Neugestaltung ganzer Branchen vorweisen. Genau das ist heute in der Halbleiterfertigung nötig. Terafab steht für einen tiefgreifenden Wandel darin, wie Siliziumlogik, Speicher und Packaging künftig hergestellt werden.“
Ein Schub für Intels Comeback
Für Intel ist diese Vereinbarung während einer Phase intensiver Umstrukturierung ein großer Erfolg. Zwar hatte das Unternehmen Mühe, im KI-Wettlauf mit Konkurrenten wie Nvidia Schritt zu halten, doch die Partnerschaft signalisierte für Anleger einen Wendepunkt. Intels Aktie reagierte positiv auf die Nachricht und stieg im Dienstagshandel um bis zu 4,2 % auf 52,91 US-Dollar, wie Bloomberg berichtete.
Die Partnerschaft verschafft Intel Foundry, der Fertigungssparte des Unternehmens, außerdem einen wichtigen Ankerkunden. Das ist entscheidend, da die Sparte im Jahr 2025 einen gewaltigen operativen Verlust von 10,32 Milliarden US-Dollar meldete, wie Reuters berichtete. Da die US-Regierung inzwischen Intels größter Aktionär ist, steigt der Druck auf das Unternehmen, zu beweisen, dass seine neue 18A-Fertigungstechnologie im globalen Maßstab konkurrenzfähig ist.
Trotz der Begeisterung steht dem Terafab-Projekt ein steiniger Weg bevor. Intel hat bereits mit Verzögerungen beim eigenen Bau zu kämpfen; beispielsweise wurde auf dem Campus in Ohio der Start der ersten Fabrik auf 2031 verschoben. Zudem ist Musk dafür bekannt, ambitionierte Zeitpläne mit Mondzielcharakter zu setzen, die sich häufig ändern.
Da SpaceX kürzlich einen vertraulichen Börsengang beantragt hat und Tesla seine gesamte Identität auf Robotik ausrichtet, war der Bedarf an einer stabilen heimischen Versorgung mit hochwertigem Silizium noch nie so dringend.

