Jeff Bezos steht kurz vor dem Abschluss einer umfangreichen Finanzierungsrunde für sein KI-Startup. Berichten zufolge könnte das Unternehmen bald mit 38 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Das unter dem Codenamen Project Prometheus operierende Labor steht laut der Financial Times kurz vor einer Finanzierungsrunde über 10 Milliarden US-Dollar.
Die Runde ist noch nicht endgültig abgeschlossen, doch mit der Angelegenheit vertraute Personen sagen, dass dies bald erwartet wird. Sollte sie zustande kommen, würde das Startup damit zu den weltweit am höchsten bewerteten KI-Unternehmen in der Frühphase gehören.
Warum Jeff Bezos’ KI-Startup so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht
Im Gegensatz zu vielen KI-Unternehmen, die sich auf Chatbots und textbasierte Systeme konzentrieren, setzt Prometheus auf eine andere Grenze: „physische KI“. Dabei geht es um die Entwicklung von Modellen, die reale physikalische Zusammenhänge, Materialien und technische Prozesse verstehen können.
Das Unternehmen entwickelt Systeme für Branchen wie die Fertigung, die Luft- und Raumfahrt, die Automobilindustrie, die Robotik und die Wirkstoffforschung. Ziel ist es, mithilfe von KI komplexe manuelle Arbeitsabläufe zu vereinfachen und die Effizienz zu steigern.
Laut der Financial Times, arbeitet das Labor „an KI-Systemen, die die Gesetze der Physik verstehen und in verschiedenen Branchen mit physischen Produkten eingesetzt werden können“. Große institutionelle Investoren sind bereits eingestiegen. Berichten zufolge beteiligen sich Unternehmen wie JPMorgan und BlackRock an der neuen Finanzierungsrunde.
Das Volumen des Deals verdeutlicht, dass der Appetit der Investoren auf KI – insbesondere über klassische Software hinaus – weiter wächst. Prometheus hatte bereits 6,2 Milliarden US-Dollar zum Start im November 2025, und diese neue Runde könnte die Gesamtfinanzierung auf mehr als 16 Milliarden US-Dollar steigen lassen.
Dieses Vorhaben markiert für Bezos einen bemerkenswerten Wandel. Es ist seine erste operative Rolle in einem Technologieunternehmen, seit er 2021 als CEO von Amazon zurückgetreten ist. Gemeinsam mit Vikram Bajaj, einem ehemaligen Wissenschaftler von Google X, leitet er das Unternehmen. Beide sind zudem maßgeblich an den Fundraising-Bemühungen beteiligt.
Talente, Größe und frühe Dynamik
Prometheus hat rasch ein Team von mehr als 120 Spezialisten aufgebaut, darunter Forschende aus führenden KI-Laboren wie OpenAI, DeepMind, Meta und xAI. Das Unternehmen hat außerdem wichtige Neueinstellungen vorgenommen, darunter Infrastruktur-Experten, die an groß angelegten Computersystemen beteiligt waren.
Der Hauptsitz befindet sich in San Francisco, weitere Büros gibt es in London und Zürich – ein Zeichen für die frühen globalen Ambitionen des Unternehmens.
Trotz seiner enormen Bewertung und der Unterstützung durch Investoren befindet sich das Unternehmen noch in einer frühen Phase; öffentliche Produktvorführungen gab es bislang nicht.
Die Wette auf physische KI ist bedeutsam. Im Gegensatz zu Large Language Models, die auf weithin verfügbaren Daten beruhen, ist physische KI auf knappe reale Industriedaten angewiesen. Das macht sie schwieriger, könnte ihr bei einem Erfolg aber auch einen besser geschützten Wettbewerbsvorteil verschaffen.
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