Meta will Tastenanschläge und Mausbewegungen von Mitarbeitenden für das KI-Training erfassen

Meta signage on top of glass building.

Image: Askar/Adobe Stock

Apr 22, 2026
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Meta hat damit begonnen, spezielle Überwachungssoftware auf den Computern seiner in den USA tätigen Mitarbeitenden zu installieren, um genau zu erfassen, wie sie mit ihren Bildschirmen interagieren. 

Das intern als Model Capability Initiative (MCI) bekannte Projekt erfasst Mausbewegungen, Klicks und Tastenanschläge und erstellt regelmäßig Schnappschüsse der Bildschirme von Mitarbeitenden, wie aus internen Memos hervorgeht, über die Reuters zuerst berichtet hat.

Es geht nicht nur ums Beobachten, sondern ums Lernen. Metas aktuelle KI-Modelle sind zwar hervorragend darin, Texte zu generieren, scheitern aber oft, wenn sie einen Computer wie ein Mensch bedienen sollen – etwa daran, Dropdown-Menüs anzuklicken oder komplexe Tastenkürzel zu verwenden.

Laut einem Memo eines wissenschaftlichen Mitarbeiters bei Meta SuperIntelligence Labs sagte dieser: „Hier können alle Meta-Mitarbeitenden unseren Modellen helfen, besser zu werden, indem sie einfach ihrer täglichen Arbeit nachgehen“, wie Reuters berichtet.

Wie Meta seine Mitarbeitenden zum Training der KI einsetzen will

Diese Initiative bezeichnet Meta-CTO Andrew Bosworth als „Agent Transformation Accelerator (ATA)“. Das Unternehmen will KI-Agenten entwickeln, die nicht nur Fragen beantworten, sondern auch berufliche Aufgaben autonom erledigen.

„Die Vision, auf die wir hinarbeiten, sieht vor, dass unsere Agenten die Arbeit größtenteils erledigen und wir sie anleiten, überprüfen und dabei unterstützen, besser zu werden“, erklärte Bosworth, wie Reuters berichtet..

Meta-Sprecher Andy Stone erklärte gegenüber Reuters, dass diese Beispiele aus der Praxis für den Fortschritt unerlässlich seien. „Wenn wir Agenten entwickeln, die Menschen beim Erledigen alltäglicher Aufgaben am Computer helfen, brauchen unsere Modelle echte Beispiele dafür, wie Menschen sie tatsächlich nutzen – etwa Mausbewegungen, das Anklicken von Schaltflächen und die Navigation in Dropdown-Menüs“, sagte Stone.

Stone wies außerdem darauf hin, dass Schutzvorkehrungen zum Schutz sensibler Informationen getroffen wurden, und betonte, dass diese Daten nicht zur Beurteilung der Leistung von Mitarbeitenden verwendet würden. Meta vollzieht derzeit außerdem einen tiefgreifenden Wandel seiner Belegschaft, und bereitet einen Personalabbau von 10 % bis 20 % vor, der im Mai 2026 beginnen soll.

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Das Unternehmen entfernt sich außerdem von traditionellen Stellenbeschreibungen und ermutigt seine Mitarbeitenden, den Titel „AI Builder“ anzunehmen. Während Technologieunternehmen wie Amazon und Block ebenfalls erheblichen Stellenabbau unter Büroangestellten erlebt haben scheint Metas Strategie in letzter Zeit einzigartig darauf ausgerichtet zu sein, die verbleibenden Menschen dazu einzusetzen, ihre späteren KI-Assistenten zu trainieren.

Die Frage der Überwachung

Während es in den USA nur wenige bundesweite Einschränkungen für die Überwachung am Arbeitsplatz gibt, hat dieser Schritt bei Rechtsexperten für Aufsehen gesorgt. Ifeoma Ajunwa, Rechtsprofessorin an der Yale University, sagte gegenüber Reuters, dass eine derart umfassende Protokollierung Büroangestellte einer Art von Echtzeitüberwachung unterwerfe, die normalerweise Lieferfahrern oder Plattformarbeitern vorbehalten sei.

Auf der anderen Seite des Atlantiks sieht die Lage anders aus. Europas strenge Datenschutzvorschriften der DSGVO würden eine derart invasive Überwachung wahrscheinlich verhindern. In Ländern wie Italien und Deutschland ist der Einsatz elektronischer Überwachung zur Kontrolle der Tätigkeit von Mitarbeitenden entweder ausdrücklich illegal oder auf extreme Fälle von Kriminalität beschränkt.

Abgesehen von den rechtlichen Fragen argumentieren Kritiker, dass eine verstärkte Überwachung die Dynamik am Arbeitsplatz verändern könnte, weil sie Arbeitgebern einen größeren Einblick und mehr Kontrolle darüber verschafft, wie Mitarbeitende ihre Aufgaben erledigen.

Auch lesenswert: Metas Vorstoß, KI-zentrierte Arbeitsabläufe zu entwickeln, verändert auch, wie das Unternehmen die Leistung seiner Mitarbeitenden misst.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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