Microsoft überträgt einige KI-Aufgaben in Office an eigene Modelle.
Das Unternehmen verwendet nun intern entwickelte MAI-Modelle, um einige Anfragen in Excel und Outlook zu bearbeiten, wie Bloomberg berichtet, und verringert damit seine Abhängigkeit von externen Systemen von OpenAI und Anthropic. Im Vergleich zu Microsofts umfassenderen KI-Arbeitslasten ist der Schritt noch klein, doch er verweist auf eine größere Priorität: Unternehmens-KI soll sich in großem Maßstab günstiger betreiben lassen.
Für Microsoft-Kunden dürfte die Änderung nahezu unsichtbar bleiben. Für die KI-Branche zeigt sie, dass selbst die größten Abnehmer von Modellen versuchen, mehr Teile des Technologie-Stacks selbst zu kontrollieren.
KI-Kosten senken, ohne Partner aufzugeben
Der Schritt erfolgt, da die Kosten für den Betrieb großer KI-Systeme weiter steigen – und zwar in der gesamten Technologiebranche.
Microsoft hat massiv in OpenAI investiert und profitiert dank der langjährigen Partnerschaft der beiden Unternehmen weiterhin vom vergünstigten Zugang zu dessen Modellen. Es wird jedoch nicht erwartet, dass diese Preisregelung unbegrenzt bestehen bleibt. Das schafft für Microsoft einen Anreiz, seine Abhängigkeit von externen KI-Anbietern zu verringern.
Auf der Build-Entwicklerkonferenz des Unternehmens im Juni stellte Microsoft sieben neue MAI-Modelle vor, die Bereiche wie Programmierung, Bildgenerierung, Schlussfolgern und Transkription abdecken. Während der Veranstaltung sagte Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman laut Bloomberg: „Wir zahlen eine Menge Geld an Anthropic – unser Ziel ist es also, diese Kosten zu senken und letztlich ganz zu beseitigen.“
Microsoft hat MAI bereits über die Office-Anwendungen hinaus ausgeweitet. Die Modelle des Unternehmens sind in GitHub Copilot verfügbar, während in den kommenden Monaten ein von Microsoft entwickeltes Transkriptionsmodell in Teams und anderen Produkten verfügbar werden soll.
Teil eines größeren Branchentrends
Microsoft gibt OpenAI oder Anthropic nicht auf. Stattdessen scheint das Unternehmen einen Ansatz mit mehreren Modellen zu verfolgen: Eigene Modelle kommen dort zum Einsatz, wo sie ein besseres Verhältnis von Kosten und Leistung bieten, während Microsoft bei anderen Arbeitslasten weiterhin auf externe Modelle setzt.
Der Schritt spiegelt außerdem einen Trend in der gesamten KI-Branche wider, da Unternehmen nach Möglichkeiten suchen, die rasant steigenden Inferenzkosten zu senken. TechCrunch berichtete, dass auch mehrere große Technologieunternehmen, darunter Amazon, Meta, Uber und Accenture, Schritte unternommen haben, um ihre KI-Ausgaben einzudämmen, da der Betrieb großer KI-Systeme immer teurer wird.
Gleichzeitig baut Microsoft seine Ambitionen im Bereich Unternehmens-KI weiter aus. In der vergangenen Woche stellte das Unternehmen Microsoft Frontier Company vor, unterstützt durch eine Investition von 2,5 Milliarden US-Dollar, die Unternehmen dabei helfen soll, KI-Systeme einzusetzen und echte Geschäftsergebnisse zu messen, statt einfach nur mit der Technologie zu experimentieren.
Was sich für Microsoft-Kunden ändert
Für Microsoft-Kunden dürfte die Änderung fast vollständig hinter den Kulissen erfolgen.
Excel, Outlook und andere Microsoft-365-Anwendungen werden weiterhin KI-Funktionen anbieten, selbst wenn sich das zugrunde liegende Modell ändert. Wenn das Unternehmen mehr Teile seines KI-Stacks selbst besitzt, könnte es flexibler bei Preisen, Leistung und Produktentwicklung agieren und zugleich seine Anfälligkeit für steigende Modellkosten verringern.
Für OpenAI und Anthropic verdeutlicht die Verschiebung eine neue Wettbewerbsphase, in der große Kunden zunehmend eigene KI-Modelle parallel zu externen Partnerschaften entwickeln, statt sich auf einen einzigen Anbieter zu verlassen.
KI-Kosten prägen die nächste Phase
Microsofts jüngster Schritt deutet darauf hin, dass es beim KI-Wettlauf ebenso sehr um Wirtschaftlichkeit wie um die reine Leistungsfähigkeit von Modellen geht.
Die Entwicklung hochmoderner KI bleibt teuer, doch auch der Einsatz von Drittanbietermodellen in massivem Umfang kostet viel. Indem Microsoft mehr alltägliche Office-Aufgaben an seine eigenen MAI-Modelle weiterleitet und externe Modelle dort verfügbar hält, wo sie benötigt werden, verfolgt das Unternehmen eine Strategie, die Kosten, Kontrolle und Leistung miteinander in Einklang bringt.
Ob dieser Ansatz weiter ausgebaut wird, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie gut Microsofts hauseigene Modelle im Vergleich zu den führenden KI-Systemen der Branche abschneiden – insbesondere, da Unternehmenskunden weiterhin hohe Genauigkeit, Zuverlässigkeit und messbare Renditen für ihre KI-Investitionen verlangen.
Sehen Sie sich diese kostenlosen KI-Schulungen von Microsoft, Google, AWS, IBM, DeepLearning.AI und Kaggle an, die Beschäftigten dabei helfen können, praktische KI-Fähigkeiten aufzubauen, ohne für teure Programme bezahlen zu müssen.

