Microsoft hat weitere Mittel für den Ausbau der digitalen Infrastruktur Australiens zugesagt und wird in den kommenden drei Jahren zusätzlich 18 Milliarden US-Dollar in das Land investieren.
Die neuen Investitionen sollen die Nutzung der Azure-Cloud-Computing-Plattform ausweiten und eine breitere Verwendung des KI-Modells des Unternehmens, Copilot, ermöglichen. Neben neuen Partnerschaften mit staatlichen Stellen plant Microsoft, mit bestehenden Partnern wie der Australian Signals Directorate und dem Department of Home Affairs zusammenzuarbeiten.
Der Softwarekonzern investierte 2023 mehr als 3 Milliarden US-Dollar in das Land, wobei der Schwerpunkt ebenfalls auf gemeinsamen staatlichen Implementierungen und der Ausbildung von Australiern in den Bereichen Cloud Computing und KI lag.
„Wir wollen sicherstellen, dass alle Australier von KI profitieren“, sagte Australian Prime Minister Anthony Albanese, der gemeinsam mit Microsoft CEO Satya Nadella auf einer Pressekonferenz sprach. „Unser National AI Plan zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Chancen dieser transformativen Technologie zu nutzen und gleichzeitig die Australier vor den Risiken zu schützen.“
Der National AI Plan des Landes sieht Investitionen globaler Hyperscaler wie Microsoft, Amazon und Google vor. Australien ist einer der wettbewerbsintensivsten Märkte für diese KI-Einsätze: Westliche KI-Modelle wie GPT und Claude konkurrieren dort mit chinesischen Open-Source-Modellen von DeepSeek und Alibaba.
Es ist einigermaßen überraschend, dass Microsoft seine Ausgaben in der Region so bereitwillig erhöht, da die Australian Competition and Consumer Commission (ACCC) den Technologiekonzern wegen irreführender Kosten für 365-Abonnements vor Gericht brachte. Das Gerichtsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, doch Microsoft hat angekündigt, den Betroffenen Rückerstattungen zu gewähren und seine Richtlinien zu ändern.
Microsoft auf großer Infrastruktur-Ausgabentour
Abgesehen von den enormen Investitionen in Sachanlagen in den Vereinigten Staaten setzt Microsoft auch verstärkt auf Länder, die beim Ausbau der Infrastruktur mit dem Unternehmen zusammenarbeiten. Anfang dieses Jahres kündigte das Unternehmen eine ähnliche Investition von 10 Milliarden US-Dollar an, um seine KI-, Cloud- und Cybersicherheitsaktivitäten in Japan auszubauen – eine vergleichbare Aufstockung einer früheren Investition.
Das Unternehmen arbeitet außerdem mit SpaceX an der Ausweitung des Internetzugangs in mehreren afrikanischen Ländern, wobei die Partnerschaft darauf abzielt, in Ländern wie Kenia Hunderte von Community-Zentren aufzubauen.
Insgesamt dürfte Microsoft seine Investitionen in Sachanlagen 2026 um mehr als 50 % erhöhen, wobei fast alle Mittel in den Ausbau der KI- und Cloud-Infrastruktur fließen. In seinem Heimatland hat das Unternehmen aufgegebene Standorte von OpenAI und Oracle übernommen, um zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten zu erschließen, und außerdem Partnerschaften mit den auf KI spezialisierten Infrastrukturdiensten Nebius, CoreWeave und Nscale geschlossen, um Entwicklern von KI-Modellen noch mehr Kapazität bereitzustellen.
Die aktuellen Investitionen in Australien und Japan ermöglichen es dem Unternehmen, seine Infrastruktur auszubauen und zugleich seine eigenen KI-Dienste bei Institutionen des öffentlichen Sektors zu vermarkten. Microsoft hat sich erneut dazu verpflichtet, bis Ende nächsten Jahres Unternehmen modernste KI-Modelle bereitzustellen.
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