OpenAI geht über den Verkauf des Zugangs zu KI-Modellen hinaus. Der nächste Schritt besteht darin, Unternehmen dabei zu helfen, die Arbeitsabläufe rund um diese Modelle neu zu gestalten.
Das Unternehmen hat die OpenAI Deployment Company, kurz DeployCo, gegründet, um Organisationen dabei zu helfen, Bereiche zu identifizieren, in denen KI Abläufe verbessern kann, und maßgeschneiderte Systeme für diese Arbeitsabläufe zu entwickeln. Dabei setzt das Unternehmen auf Forward Deployed Engineers, die innerhalb von Unternehmen arbeiten, um die Modelle von OpenAI mit internen Daten, Tools und Geschäftsprozessen zu verbinden.
Das Unternehmen startet mit einer Finanzierung von über 4 Milliarden US-Dollar durch eine Koalition privater Unternehmen und Investoren, darunter TPG, Bain Capital, Brookfield, Goldman Sachs, McKinsey & Company und Capgemini.
Was ist DeployCo?
Da KI-Tools allgegenwärtig sind, nutzen viele Organisationen sie in ihren täglichen Abläufen. Dennoch werden diese KI-Tools nicht optimal eingesetzt. Das Problem liegt in der Implementierung.
Zu wissen, in welche Geschäftsabläufe KI genau passt und wie sie in bestehende Systeme integriert werden kann, überfordert viele Unternehmen. OpenAI hat den Zugang zu KI bereits demokratisiert. Nun steigt das Unternehmen auf der Wertschöpfungsleiter nach oben und hilft Unternehmen, KI-Systeme rund um ihre Geschäftsabläufe aufzubauen.
Dafür hat das Unternehmen DeployCo gegründet, seine KI-Beratungssparte, die auf die individuellen Arbeitsabläufe der Kunden zugeschnittene KI-Lösungen bereitstellt. Man kann sich das wie einen medizinischen Berater vorstellen, der zunächst eine medizinische Untersuchung eines Patienten durchführt, bevor er konkrete, auf dessen Gesundheitszustand abgestimmte Lösungen empfiehlt.
Um Unternehmen zusätzlich dabei zu unterstützen, von der allgemeinen KI-Nutzung zu spezialisierten Systemen überzugehen, die die Leistung verbessern, setzt das Unternehmen spezialisierte Ingenieure ein, sogenannte Forward Deployed Engineers (FDEs), die direkt in Organisationen arbeiten. Diese FDEs beraten nicht nur von außen: Sie untersuchen, wie ein Unternehmen arbeitet, und entwickeln anschließend maßgeschneiderte KI-Systeme, die in bestehende Systeme integriert werden.
OpenAIs Ziel ist es, die Lücke zwischen dem bloßen Vorhandensein von KI-Tools und einer tatsächlich kontextbezogenen KI zu schließen, die in die Arbeitsabläufe eingebettet ist.
OpenAI erhält starke Unterstützung
OpenAI zufolge wird diese Initiative von 19 globalen Partnern und 4 Milliarden US-Dollar an Finanzierung unterstützt.
An der Spitze der 19 Partner steht TPG, dicht gefolgt von drei weiteren federführenden Partnern: Advent, Bain Capital und Brookfield. Zu den Gründungspartnern gehören B Capital, BBVA, Emergence Capital, Goanna, Goldman Sachs, SoftBank Corp., Warburg Pincus und WCAS.
Unterstützt wird das Vorhaben außerdem von Unternehmen, die bereits in diesem Markt tätig sind. Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen wie McKinsey & Company, Bain & Company und Capgemini gehören zu den Firmen, die neben OpenAIs Frontier-Alliance-Partnern finanzielle Unterstützung in DeployCo investieren.
Die Vorbereitungen enden nicht mit der Finanzierung.
Das Unternehmen, das bereits mit 10 Milliarden US-Dollar bewertet wird, hat kürzlich Tomoro gekauft und damit die 150 bestehenden FDEs von Tomoro effektiv zu seinem Team vom ersten Tag an gemacht. Dadurch kann es sofort damit beginnen, seine Geschäftskunden zu bedienen, da diese FDEs bereits Erfahrung mit KI-Beratung und -Engineering bei Tomoro haben.
Während erwartet wird, dass diese Investoren Hunderte Milliarden US-Dollar in das Unternehmen investieren, behält OpenAI die Mehrheitskontrolle; das Unternehmen unterstützt seine Beratungssparte mit 500 Millionen US-Dollar, laut Axios. Zudem erklärt das Unternehmen, eine fünfjährige Ausstiegsmöglichkeit mit einem garantierten Mindestgewinn von 17,5 % und einem noch nicht festgelegten Höchstgewinn anzubieten.
Fazit
DeployCo signalisiert einen Wandel in der Arbeitsweise von KI-Unternehmen. Axios berichtet ebenfalls , dass Anthropic möglicherweise dasselbe tut – ein klares Zeichen dafür, dass sich die KI-Landschaft für Unternehmenskunden allmählich verändert.
Statt beim Zugang stehen zu bleiben, bewegt sich das Unternehmen in eine andere Form der Implementierung und arbeitet direkt mit Organisationen daran, KI in bestehende Systeme und Arbeitsabläufe zu integrieren.
Mit starker finanzieller Unterstützung und einem einsatzbereiten FDE-Team ist OpenAI gut positioniert, den operativen Kern von Unternehmen weiter anzuführen, in dem die Einführung von KI nicht nur durch ihre Verfügbarkeit entschieden wird, sondern auch dadurch, wie gut sie sich in den täglichen Betrieb einfügt.
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