Microsoft prüft Berichten zufolge, OpenClaw-ähnliche Bots in 365 Copilot zu integrieren, die rund um die Uhr KI-Unterstützung bei einer Vielzahl von Aufgaben bieten könnten.
Das Interesse am Open-Source-Projekt OpenClaw unter KI-Enthusiasten und Unternehmen hat viele der führenden Anbieter dazu veranlasst, die Entwicklung eigener KI-Agentendienste zu prüfen. Microsoft setzt darauf, dass die Kombination aus OpenClaws umfassenden Agentenfähigkeiten und den eigenen Sicherheits- und Schutzmechanismen zu einem besser für den Unternehmenseinsatz geeigneten Produkt führen könnte.
Microsoft bestätigte gegenüber The Information, dass das Unternehmen Technologien wie OpenClaw im Unternehmensumfeld prüft. Mehrere Sicherheitslücken wurden bereits demonstriert, darunter Prompt-Injection-Angriffe und verwandte Exploits. Das treibt die Branche hin zu sichereren, proprietären Agentensystemen. Neben der Verbesserung der Sicherheit ist Microsoft außerdem überzeugt, die Berechtigungen begrenzen zu können, die ein KI-Agent zur Ausführung einer Aufgabe benötigt. Dadurch soll das Risiko verringert werden, dass unerlaubte Aktionen ein Unternehmen beeinträchtigen.
Eine Version von OpenClaw für Unternehmen könnte Aufgaben wie die Überwachung von Outlook, Calendar und OneDrive sowie die Verarbeitung eingehender Daten übernehmen. Statt beispielsweise eine standardisierte Abwesenheitsnotiz zu senden, könnte sie Antworten darauf abstimmen, ob der Absender ein Kollege, ein Freund oder unbekannt ist.
Könnten KI-Agenten das „nächste ChatGPT“ werden?
Nvidia-CEO Jensen Huang scheint jedenfalls davon überzeugt zu sein, dass diese KI-Agenten eine wichtige Rolle in der KI-Revolution spielen werden. In einem kürzlich geführten Interview beschrieb er OpenClaw als „größtes, beliebtestes und erfolgreichstes Open-Source-Projekt in der Geschichte der Menschheit“ und fügte hinzu, dass es das nächste ChatGPT werden könnte.
Auch wenn das Open-Source-Projekt nicht die gleiche Nutzungsintensität wie ChatGPT erreicht, wurde es bereits millionenfach installiert. Außerdem hat es mehrere Chatbot-Anbieter dazu bewegt, sich stärker auf Assistenten auszurichten. Perplexity hat sich beispielsweise von der Suche hin zu KI-Agenten entwickelt – mit jüngsten Produkten wie Perplexity Computer, das 19 Modelle anbietet und Aufgaben dem jeweils am besten dafür geeigneten Modell zuweist. Außerdem hat das Unternehmen Personal Computer vorgestellt, mit dem Nutzer einen Mac Mini in einen ständig verfügbaren KI-Assistenten verwandeln können.
Microsoft sieht eindeutig eine Zukunft, in der KI-Agenten Aufgaben im Auftrag der Nutzer erledigen. Der Leiter seiner KI-Sparte, Mustafa Suleyman, sagte, dass der Großteil der Büroarbeit innerhalb von 12 bis 18 Monaten automatisiert werden könnte.
Microsoft will in 12 Monaten technologisch führend sein
Die mögliche Integration von OpenClaw in Copilot ist Teil von Microsofts Vorstoß, Marktanteile und Nutzung im KI-Bereich zurückzugewinnen. Im Vergleich zu OpenAI, Anthropic und Google liegt Microsoft zurück und prüft Berichten zufolge eine Abkehr von OpenAI, um eigene technologisch führende Modelle zu entwickeln.
Angesichts des Anstiegs der Ausgaben für Rechenzentren wächst der Druck. Google, Microsoft, Meta und Amazon werden voraussichtlich im Jahr 2026 rund 650 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben, ein deutlicher Anstieg gegenüber 2025.
Suleyman sagte, das Unternehmen müsse an der technologischen Spitze stehen und bis Ende 2027 KI auf dem neuesten Stand der Technik liefern. Neben der Entwicklung grundlegender Modelle als Konkurrenz zu GPT, Gemini und Claude plant Microsoft auch die Entwicklung stärker fokussierter Modelle für bestimmte Branchen und Dienste.
Sein Modell MAI-Image-2, das im vergangenen Monat auf den Markt gebracht wurde, ist ein frühes Beispiel für diesen Wandel.

