ChatGPT geht über die Beantwortung von Fragen am Arbeitsplatz hinaus. OpenAI möchte, dass es nun Projekte plant, Informationen zusammenträgt und fertige Arbeitsergebnisse erstellt.
Das Unternehmen hat ChatGPT Work vorgestellt, einen mit Codex-Technologie entwickelten KI-Agenten, der mithilfe verbundener Arbeitsinformationen Dokumente, Tabellen, Präsentationen, Berichte und Web-Apps erstellen kann. OpenAI führt ihn zunächst für Pro-, Enterprise- und Edu-Nutzer ein, da Unternehmen zunehmend nach Möglichkeiten suchen, mehrstufige Verwaltungs- und Wissensarbeitsaufgaben zu automatisieren.
Der neue Dienst basiert auf GPT-5.6, dem neuesten Modell von OpenAI. Das Unternehmen hofft, damit das mehrstufige Schlussfolgern und die Fähigkeit zu verbessern, anhand von Vorlagen und Referenzdateien ausgearbeitete Materialien zu erstellen.
Für IT-Verantwortliche liegt der Vorteil auf der Hand: weniger Zeit für das Zusammentragen von Informationen und die Formatierung von Ergebnissen. Die schwierigere Frage lautet, wie viel Zugriff und Autonomie Unternehmen einem KI-Agenten gewähren sollten, der über E-Mails, Kalender, Cloud-Dateien und andere Geschäftssysteme hinweg arbeitet.
KI in alltägliche Geschäftsabläufe integrieren
ChatGPT Work verbindet sich über Plug-ins mit Arbeits-Tools und kann dadurch auf Informationen aus Plattformen wie Slack, Google Drive, E-Mail-Systemen, Kalendern, CRMs und Projektmanagement-Tools.
Nach der Verbindung kann der Agent Informationen abrufen, Entwürfe erstellen, Dokumente überarbeiten und länger laufende Aufgaben über unterstützte Tools hinweg erledigen. OpenAI erklärte, dass Nutzer über geplante Aufgaben auch wiederkehrende Aufgaben zuweisen können, sodass ChatGPT Work im Laufe der Zeit Aktualisierungen überwacht und Berichte oder Dokumente vorbereitet.
OpenAI verwies auf interne Anwendungsfälle und erklärte, dass inzwischen nahezu 100 % seiner Teams, darunter die Finanz- und Vertriebsabteilung, ChatGPT Work und Codex nutzen. Das Unternehmen gab an, dass sein Vertriebsteam mit dem Tool innerhalb von 24 Stunden Notizen aus Kundengesprächen in einen Proof of Concept umgewandelt habe, während das Finanzteam Prozesse für den Monatsabschluss und die Prognoseerstellung von Tagen auf Stunden verkürzen konnte.
Wettlauf um KI-Agenten
Der Start erfolgt, während große KI-Unternehmen um die Entwicklung leistungsfähigerer Agenten für den Arbeitsplatz konkurrieren. ChatGPT Work kommt auf den Markt, während OpenAI zunehmend Konkurrenz durch Anthropics Claude Coworkbekommt, das ebenfalls mehrstufige Aufgaben autonom planen und ausführen kann.
Der breitere Wettlauf konzentriert sich auf Unternehmenskunden, in denen KI-Unternehmen erhebliche Geschäftschancen sehen. Anders als herkömmliche Chatbots, die hauptsächlich auf Eingaben reagieren, sollen diese neuen Agenten Arbeitsabläufe mit begrenzter Aufsicht abschließen.
Warum das für Unternehmen und Beschäftigte wichtig ist
ChatGPT Work steht für einen Wandel in der Art und Weise, wie Unternehmen KI einsetzen könnten. Anstatt darauf angewiesen zu sein, dass Mitarbeiter Fragen stellen und Aufgaben manuell erledigen, können Unternehmen KI-Agenten einsetzen, um Informationen zu koordinieren, Materialien vorzubereiten und sich wiederholende Prozesse zu automatisieren.
Der mögliche Vorteil für Unternehmen besteht in einer schnelleren Ausführung und einer geringeren Verwaltungslast. Teams könnten mehr Zeit für Entscheidungsfindung und Aktivitäten mit Kundenkontakt aufwenden, statt Informationen zusammenzutragen oder Berichte zu formatieren.
Eine breitere Einführung wird jedoch davon abhängen, wie Unternehmen Risiken im Zusammenhang mit Datenzugriff, Genauigkeit und Kontrolle handhaben. Da ChatGPT Work mit verbundenen Apps und Dateien interagieren kann, benötigen Unternehmen strenge Kontrollen für Berechtigungen und sensible Informationen.
OpenAI erklärte, dass Administratoren in Unternehmen und Bildungseinrichtungen den Zugriff, verbundene Tools und Aktionen über bestehende Sicherheits- und Compliance-Kontrollen verwalten können.
Verfügbarkeit
ChatGPT Work wird zunächst für Pro-, Enterprise- und Edu-Nutzer im Web und auf Mobilgeräten eingeführt; Plus- und Business-Nutzer erhalten in den darauffolgenden Tagen Zugriff. Die aktualisierte ChatGPT-Desktop-App ist weltweit für Mac und Windows verfügbar. Die Funktionen Chat, Work und Codex stehen in allen Tarifen einschließlich Free zur Verfügung.
Die Einführung eröffnet Unternehmen eine weitere Möglichkeit für agentengestützte Arbeit, doch bei den Entscheidungen über den Einsatz wird es um mehr als nur Geschwindigkeit gehen. IT-Verantwortliche müssen bestimmen, wo der Agent spürbar Zeit spart, für welche Aktionen weiterhin eine menschliche Genehmigung erforderlich ist und auf wie viele Unternehmensdaten er zugreifen dürfen soll.
Weitere Meldung: Ein Cyberangriff in Japanzeigt, wie generative KI missbraucht werden kann. Erfahren Sie, wie ChatGPT angeblich einem Teenager dabei geholfen hat, eine Anime-Streamingplattform zu stören.

