Qualcomm kam mit etwas zu beweisen zur CES.
Der Chiphersteller nutzte die größte Technologiebühne der Welt, um eine ambitionierte Roadmap für 2026 vorzustellen, die weit über Smartphones hinausgeht und eine Ausrichtung auf PCs, KI-intensive Berechnungen und sogar humanoide Roboter signalisiert. Das Ziel? Die eigene Rolle im breiteren Technologieökosystem neu zu definieren.
Im Zentrum dieses Vorstoßes steht der neue Snapdragon X2 Plus, zusammen mit dem X2 Elite und dem X2 Elite Extreme. Gemeinsam signalisieren diese Prozessoren Qualcomms bislang offensivsten Versuch, die eigene Identität neu zu definieren, langjährige Schwergewichte bei PC-Chips herauszufordern und eine Zukunft zu erschließen, in der seine Chips alles antreiben – von Laptops bis hin zu Maschinen der nächsten Generation.
Das Rennen um die Konkurrenz abzuhängen
Das Unternehmen war bisher vor allem für die Herstellung von Chips für Smartphones bekannt. Nun verlagert es seinen Fokus auf Computer.
Laut einem Bericht von Yahoo Finance ist die jüngste X2-Serie von Qualcomm „Teil des Vorstoßes des Unternehmens, es mit dem langjährigen PC-Chip-Marktführer Intel und dem Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) aufzunehmen“.
Intel, einst ungeschlagener Champion bei PC-Chips, steht damit vor einem weiteren starken Konkurrenten, da AMD bereits begonnen hat, in seinen Marktanteil vorzudringen. Um langjährige Akteure der Branche zu überholen, nimmt das Unternehmen nun auch humanoide Roboter ins Visier, deren Marktwert 2040 nach seiner Einschätzung mehr als 1 Billion US-Dollar betragen wird.
Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 44,3 Milliarden US-Dollar erzielte, davon 38,4 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von Chips für Smartphones, PCs und Autos, ist überzeugt, dass diese neue Ausrichtung zum Erfolg führen wird.
Die technischen Kerndaten des X2 Plus
In einer Pressemitteilung auf seiner Website sagte Kedar Kondap, Senior Vice President und General Manager für Computing und Gaming des Unternehmens:
„Moderne Berufstätige und Kreative wollen mehr erledigen, mehr schaffen und die Grenzen generativer KI sowie einer ganztägigen Leistung ausreizen. Die Snapdragon-X2-Plus-Plattform liefert die nötige Leistung, Effizienz und Intelligenz, um ihre Ambitionen zu übertreffen, und macht jedes Erlebnis reaktionsschneller und persönlicher.“
Die Energieeffizienz des Akkus ermöglicht eine mehrtägige Nutzung – eine Funktion, die üblicherweise bei High-End-PCs wie den MacBooks der M-Serie zu finden ist. Qualcomm zufolge liefert dieser Chip „blitzschnelle Leistung und flüssiges Multitasking“ und ist damit die ideale Wahl für anspruchsvolle Arbeitslasten. Mit diesem Chip ist es einfach, zwischen zwei ressourcenintensiven Aufgaben zu wechseln und mehrere Apps geöffnet zu halten.
Der X2 Plus ist ein System-on-a-Chip (SoC), das eine CPU, eine Neural Processing Unit (NPU) für KI-Arbeitslasten und eine Graphics Processing Unit (GPU) kombiniert.
Die CPU mit einer Taktfrequenz von 4,04 GHz ist 35 % schneller als ihre Vorgänger und verbraucht dabei 43 % weniger Akkuleistung. Die NPU kann 80 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) ausführen und hat eine Taktfrequenz von 1,7 GHz.
Darüber hinaus berichtet Qualcomm, dass PCs mit diesem Chip über das schnellste verfügbare Wi-Fi 7 und optionale 5G-Verbindungen verfügen werden – mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 10 GB/s und Upload-Geschwindigkeiten von bis zu 3,5 GB/s. Das Unternehmen verspricht außerdem fortschrittliche Sicherheitsfunktionen, darunter eine automatische Anwesenheitserkennung und biometrische Verifizierung, und will gleichzeitig die Fähigkeiten von Copilot für Geräte mit Windows 11.
Was als Nächstes zu erwarten ist
Das Unternehmen zielt auf PCs der Mittelklasse und will dieses überlegene Erlebnis auf Desktop- und Personal Computer bringen. Verbraucher können im ersten Halbjahr 2026 mit dem Kauf ausgewählter Geräte mit diesem Chip von großen Herstellern rechnen.
Das Unternehmen hat noch nicht bekannt gegeben, welche Hersteller diesen Chip in ihren Geräten einsetzen werden. Aufgrund früherer Partnerschaften und der dominanten Stellung von HP in der PC-Produktion wird jedoch erwartet, dass HP zu diesen Herstellern gehören wird.
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