Ein Roboterhund, der gerade einen Rückwärtssalto geschlagen hat, ist einer kalifornischen Feuerwehr beigetreten – doch seine eigentliche Aufgabe könnte Leben retten.
Die Feuerwehr des San Bernardino County hat einen vierbeinigen Roboter vorgestellt, der Feuerwehrleuten helfen soll, gefährliche Umgebungen zu betreten, bevor Menschen dies tun. Der vierbeinige Roboter, der vom in Irvine ansässigen Unternehmen HawkRobo entwickelt wurde, wurde den Mitarbeitern vergangene Woche im Hauptquartier der Feuerwehr vorgestellt. Der Roboter überzeugte die Beschäftigten mit Tricks wie einem Salto auf Kommando, aufrechtem Stehen und Treppensteigen.
Hinter dem unterhaltsamen Debüt steckt jedoch eine ernsthafte Aufgabe: Nach Angaben der Verantwortlichen soll die Maschine eine wichtige Rolle im wachsenden Robotikprogramm der Feuerwehr spielen.
„Dieser Roboter wird zur Lageeinschätzung und Kartierung in Gebäuden eingesetzt, um die Sicherheit der Feuerwehrleute zu erhöhen – unabhängig davon, ob das Gebäude normal genutzt wird oder eingestürzt ist und wir nach Opfern suchen“, erklärte die Feuerwehr in einer Stellungnahme.
Die Feuerwehr erklärte, dass die kompakte Größe des Roboters zu seinen größten Vorteilen zählt. Anders als größere Robotersysteme kann er sich durch enge Räume und Bereiche bewegen, die für Feuerwehrleute unmittelbar nach einem Einsturz oder während laufender Notfälle möglicherweise zu unsicher sind.
Für gefährliche Umgebungen entwickelt
Nach Angaben der Verantwortlichen soll der Roboter als zusätzliches Augenpaar an Orten dienen, an denen die Sicht schlecht oder die Bedingungen für Einsatzkräfte zu gefährlich sind.
Neben der Kartierung von Innenräumen und der Unterstützung bei Suchaktionen kann die Maschine Spezialausrüstung zu Gefahrgutunfällen bringen. Die Feuerwehr erklärte, dass sie Geräte zur Luftüberwachung transportieren kann, um die atmosphärischen Bedingungen zu prüfen, bevor die Einsatzkräfte vorrücken.
„Das Ziel ist die Sicherheit unserer Einsatzkräfte“, schrieb die Feuerwehr auf X. Die Behörde plant außerdem, den Roboter außerhalb von Notfällen einzusetzen. „Wir werden den Roboter auch bei Veranstaltungen zur Aufklärung der Öffentlichkeit einsetzen und jungen Schülern dabei helfen, die Welt der Robotik kennenzulernen“, fügten die Verantwortlichen hinzu.
Die Vorstellung des Roboters spiegelt einen breiteren Trend bei Rettungsdiensten und in anderen Branchen wider, die zunehmend mit Robotersystemen experimentieren, die in Umgebungen eingesetzt werden können, deren Zugang für Menschen schwierig, gefährlich oder kostspielig ist.
Roboterhunde finden überall Arbeit
Während das San Bernardino County seinen Roboterhund für Rettungs- und Noteinsätze einsetzt, tauchen ähnliche Maschinen zunehmend in ganz unterschiedlichen Bereichen auf.
Anfang dieses Monats präsentierte Taiwan vierbeinige Roboter für Aufklärung, Überwachung und möglicherweise sogar zur Unterstützung der Feuerkraft auf abgelegenen Inseln im Südchinesischen Meer. Die Demonstration zeigte, wie autonome Maschinen beim Patrouillieren isolierter Gebiete helfen und gleichzeitig die Risiken für das Personal verringern könnten.
Auch Roboterhunde werden intelligenter. Google DeepMind und Boston Dynamics haben sich kürzlich zusammengetan, um Spot, den bekannten gelben Vierbeiner von Boston Dynamics, mit neuen KI-Funktionen auszustatten, die es ihm ermöglichen, Szenen zu interpretieren, Ausrüstung zu überprüfen und Entscheidungen mit weniger menschlichem Eingreifen zu treffen. Laut Boston Dynamics besteht das Ziel darin, den Roboter in die Lage zu versetzen, „Herausforderungen der realen Welt vollständig autonom zu sehen, zu verstehen und darauf zu reagieren“.
Unterdessen setzen Rechenzentrumsbetreiber in den gesamten Vereinigten Staaten bei der Sicherheits- und Infrastrukturüberwachung auf Roboterhunde. Einige dieser Systeme kosten jeweils bis zu 300.000 US-Dollar, doch die Unternehmen setzen darauf, dass ihre Fähigkeit, kontinuierlich zu patrouillieren, Ausrüstung zu überprüfen und Probleme in Echtzeit zu erkennen, die Investition rechtfertigt.
Der jüngste Neuzugang des San Bernardino County mag kleiner sein als viele seiner robotischen Verwandten, doch seine Ankunft zeigt, wie schnell Roboterhunde aus Forschungslaboren und Demonstrationen in die reale Arbeitswelt wechseln – auch in einige der gefährlichsten Einsatzbereiche.
Außerdem lesenswert: LG CNS hat ein Lagersystem demonstriert, in dem humanoide Roboter, Roboterhunde und mobile Roboter zusammenarbeiteten – ohne Fernsteuerung durch Menschen.

