Während Millionen Fußballfans in Stadien überall in Nordamerika strömen, werden sie von einer neuen Art Sicherheitspersonal begrüßt: autonomen, vierbeinigen Roboterhunden.
Der Einsatz macht eines der größten Sportereignisse der Welt zu einem Praxistest für Robotik in dicht bevölkerten öffentlichen Räumen. Die als Spot-Roboter bekannten und von Boston Dynamics gebauten Maschinen werden an ausgewählten Spielstätten der Weltmeisterschaft in den USA eingesetzt, während die Hyundai Motor Group ihr bislang größtes Robotik- und Mobilitätsprogramm für ein globales Sportereignis.
Hyundai teilte mit, in den Gastgeberstädten der USA, Kanadas und Mexikos mehr als 1.500 Fahrzeuge und Roboter eingesetzt zu haben. Das Unternehmen, dem Boston Dynamics gehört und das als offizieller Robotikpartner der FIFA fungiert, nutzt das Turnier, um zu zeigen, wie autonome Maschinen bei Großveranstaltungen helfen können.
Vier speziell angepasste Spot-Roboter sind im International Broadcast Center in Dallas sowie an Veranstaltungsorten in New York und New Jersey im Einsatz. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, menschliche Wachleute zu ersetzen. Stattdessen patrouillieren sie in festgelegten Bereichen, führen Inspektionen durch und helfen Sicherheitsteams dabei, stark frequentierte Orte im Blick zu behalten, an denen mit großen Menschenmengen gerechnet wird.
Für dicht bevölkerte und unberechenbare Veranstaltungsorte entwickelt
Anders als in Fabrikhallen verändern sich Stadien und Rundfunkzentren ständig. Tausende Fans, Medienmitarbeiter und Beschäftigte bewegen sich täglich durch diese Räume. Dadurch müssen sich die Roboter um Menschen, Hindernisse und laufende Aktivitäten herum bewegen und gleichzeitig ihre Aufgaben erledigen.
Hyundai zufolge bietet das Turnier die Möglichkeit, Robotik unter realen Bedingungen zu testen – in Situationen, in denen Zuverlässigkeit und Sicherheit entscheidend sind. Das Unternehmen ist überzeugt, dass diese Erfahrung dazu beitragen könnte, künftige Einsatzmöglichkeiten autonomer Systeme bei öffentlichen Veranstaltungen zu gestalten.
Die Roboter sind mit Kameras ausgestattet, die Aufnahmen an Leitstellen übertragen, und wurden dafür entwickelt, Bereiche zu erreichen, deren Inspektion für Menschen schwierig oder unsicher sein könnte.
Nicht das, was soziale Medien behaupten
Trotz im Internet viral verbreiteter Beiträge, denen zufolge die Roboter mit Gesichtserkennungstechnologie ausgestattet seien, wurde diese Behauptung von Behörden und dem Hersteller des Roboters direkt zurückgewiesen.
Wie Reuters berichtete bestätigten FIFA und Boston Dynamics, dass die Roboter nicht zur Gesichtserkennung fähig sind. Ein Sprecher von Boston Dynamics erklärte, die Spot-Einheiten würden für Kontrollen des Geländes eingesetzt und sollten „Sicherheitspersonal dabei unterstützen, verdächtige Pakete oder andere potenziell gefährliche Materialien zu untersuchen“.
FIFA stellte außerdem klar, dass die Roboter zum Schutz von Sachwerten und zur Erkennung von Risiken eingesetzt werden und sämtliche Erkenntnisse zur weiteren Bearbeitung an menschliche Sicherheitsteams weitergeleitet werden. Die viralen Behauptungen gingen auf irreführende Beiträge in sozialen Medien zurück, darunter bearbeitete Videos, die auf Plattformen wie TikTok und X geteilt wurden.
Ein größerer Test für Robotik im öffentlichen Raum
Die Weltmeisterschaft ist einer der bislang größten Praxistests für autonome Roboter an öffentlichen Veranstaltungsorten. Roboter wie Spot, die traditionell in kontrollierten industriellen Umgebungen eingesetzt werden, werden nun in unberechenbare Räume mit Fans, Medienteams und laufendem Betrieb gebracht.
Experten zufolge ist dieser Wandel wichtig, weil Stadien und öffentliche Veranstaltungen eine ständige Überwachung, schnelle Reaktionen und eine sichere Navigation durch dicht gedrängte Menschenmengen erfordern.
Diese Bedingungen sind weitaus komplexer als Fabrikhallen. Wenn sich die Maschinen an stark frequentierten Veranstaltungsorten und in komplexen Umgebungen als nützlich erweisen, könnten sie bei künftigen Sportveranstaltungen, Konzerten und anderen großen öffentlichen Zusammenkünften häufiger zu sehen sein.
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